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Unternehmen planen verstärkt Verlagerungen in Länder mit niedrigeren Steuersätzen

18.05.2006


Umfrage auf internationaler Steuerkonferenz von KPMG in Berlin

Laut einer Umfrage unter Finanzvorständen und Steuerleitern internationaler Unternehmen planen mehr als 60 Prozent (2005: 55 Prozent) der Befragten eine Verlagerung von Geschäftsaktivitäten in Länder mit niedrigeren Steuersätzen. Die Umfrage wurde auf einer von KPMG organisierten internationalen Steuerkonferenz in Berlin durchgeführt. Teilnehmer waren Führungskräfte von über 200 Unternehmen aus Amerika, Europa und Asien-Pazifik, die jeweils für die Steuerstrategie ihres Unternehmens die Verantwortung tragen.

Auf der Tagesordnung der Konferenz standen die steuerlichen Auswirkungen grenzüberschreitender Transaktionen, Rahmenbedingungen einer Tax Corporate Governance, der internationale Steuerwettbewerb und die Auswirkungen von Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs auf die nationalen Steuersysteme und die Steuerplanung von Unternehmen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

- 62 Prozent der Befragten planen, Geschäftsaktivitäten in Länder mit niedrigeren Steuersätzen zu verlegen.

- 19 Prozent der Befragten planen gegenwärtig zwar keine Verlagerung, schließen diese aber für die Zukunft nicht aus.

- Investitionsschwerpunkte der Befragten sind China (27 Prozent) und die USA (23 Prozent), gefolgt von Osteuropa mit 17 Prozent. Deutschland ist für nur 7 Prozent der Unternehmen ein Investitionsschwerpunkt.

- Die Steuersysteme in Großbritannien (31 Prozent), USA (24 Prozent) und Osteuropa (21 Prozent) werden von den Befragten als besonders transparent und steuerplanungssicher bewertet. Das deutsche Steuersystem bewerten nur 11 Prozent als transparent und steuerplanungssicher.

- 47 Prozent der Befragten geben an, dass Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs wichtigster Einflussfaktor für ihr Geschäft in Europa sind.

Ernst Gröbl, im KPMG-Vorstand für den Geschäftsbereich Tax zuständig: "Die Ergebnisse zeigen, welche Rolle das Steuerthema heute in Unternehmen spielt. Unternehmen wollen zunehmend ihre Geschäftsaktivitäten in Länder mit niedrigeren Steuersätzen verlagern. Das Nachsehen in diesem Wettbewerb haben Länder mit hohen Steuersätzen wie Deutschland, wo der durchschnittliche Ertragsteuersatz bei über 38 Prozent liegt. Damit ist Deutschland als Steuerstandort unattraktiv. Die Steuerbelastung für Unternehmen in Deutschland muss auf ein international konkurrenzfähiges Niveau gesenkt werden. Eine Verringerung des Ertragsteuersatzes könnte einer Abwanderung von Besteuerungssubstrat ins Ausland entgegenwirken."

Marita Reuter | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

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