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Angst vor der Globalisierung wächst

21.04.2004

Jeder zweite Deutsche ist davon überzeugt, dass die Globalisierung in der Bundesrepublik Arbeitsplätze kostet. Nur knapp 27 Prozent der Bevölkerung glauben an positive Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Rahmen der Ausschreibung "Mythos Markt?" für den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung durchführte.

Dass die Risiken der Globalisierung allgemein die Chancen überwiegen, meinen inzwischen 42 Prozent der Deutschen. Ende der Neunziger Jahre befürchteten dies nur 19 Prozent. Hohe Arbeitslosenzahlen und ein geringes Wirtschaftswachstum lassen in der Bundesrepublik offenbar die Angst vor der internationalen Konkurrenz wachsen. Dies zeigt sich auch an der Einstellung zur Zuwanderung: 56 Prozent der Deutschen meinen heute, man könne die Arbeitslosigkeit hierzulande am besten bekämpfen, indem man die Zuwanderung aus anderen Ländern erschwert. Vor drei Jahren vertraten nur 38 Prozent der Befragten diese Auffassung.

Wo sahen die Befragten Chancen für den deutschen Arbeitsmarkt? Am ehesten erwarten sie im Dienstleistungssektor sowie in der EDV- und in der Internet-Branche das Entstehen neuer Arbeitsplätze. Am wenigsten glauben sie an Neueinstellungen im Baugewerbe sowie bei Banken und Versicherungen. Großen Konzernen traut die Mehrheit der Deutschen künftige wirtschaftliche Erfolge eher zu als mittelständischen und kleinen Unternehmen. Dass es technische Neuentwicklungen geben könnte, die in den nächsten Jahren für starkes Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze sorgen, konnten sich nur 36 Prozent der Befragten vorstellen.

Das Allensbach-Institut befragte 2159 Deutsche ab 16 Jahren. Weitere Umfrage-Ergebnisse präsentiert der Deutsche Studienpreis nächste Woche. Anlass für die Umfrage ist die Ausschreibung "Mythos Markt? Die ökonomische, rechtliche und soziale Gestaltung der Arbeitswelt". Bis zum 1.10.2004 können Studierende und junge Forschende Beiträge dazu einreichen. Tabellen zur Umfrage und Infos zum Wettbewerb gibt es im Internet und unter der Telefonnummer 040/72 50-39 20.

Die Körber-Stiftung will mit ihren Projekten Bürgerinnen und Bürger aktiv an gesellschaftlichen Diskursen beteiligen. Sie Versteht sich in diesem Sinne als ein Forum für Impulse. Chancen zur Mitwirkung bietet das Forum besonders in den Bereichen Politik, Bildung, Wissenschaft und Internationale Verständigung. Wer sich als Bürger engagiert, kann Wissen weitergeben, Probleme identifizieren und Aktivitäten anregen. Mit diesen Impulsen setzen die Teilnehmer wichtige Akzente zur Alltagskultur der Demokratie.

Friederike Schneider | Körber-Stiftung
Weitere Informationen:
http://www.studienpreis.de

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