Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Unternehmensstrategie 2001 - 2003

04.04.2001


Im Jahr 2000 hat der Vorstand eine gesamtheitliche Unternehmensstrategie mit dreijährigem Entwicklungs-Horizont vorgestellt. Sie wird jährlich angepasst und um ein Jahr ergänzt. So verfügt die Fraunhofer-Gesellschaft stets über eine aktuelle 3-Jahres-Perspektive.

Die Fraunhofer-Gesellschaft baut ihre Kapazitäten marktentsprechend auf allen Forschungsfeldern, mit unterschiedlichen Wachstumsraten, aus. Signifikante zusätzliche Kapazitäten werden in den Bereichen Biotechnologie, Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnik (IuK) geschaffen.

Biotechnologie
Der Ausbau der Biotechnologie ist ein strategisches Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft, weil von den Biowissenschaften in Zukunft besonders weitreichende Innovationen für einen wachsenden Markt ausgehen werden. Schwerpunkte sind neben der Pflanzenbiotechnologie das Screening, die Entwicklung und toxikologische Untersuchung neuer Wirkstoffe, die Entwicklung von Zellsystemen zu Testzwecken oder zum Organersatz.

Mobilität


Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Bürger und Verkehr ein Wirtschafts- und Standortfaktor ersten Ranges. Die Lösung der wachsenden Verkehrsprobleme wird in den kommenden Jahrzehnten zu einem Schlüssel der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Das weltweite Anschwellen der Warenströme wie des Individualverkehrs verlangt nach neuen Konzepten für Verkehrsträger und Verkehrssysteme.

Informations- und Kommunikationstechnik
Uneingeschränkte mobile Kommunikation und globale Vernetzung sind die Anforderungen der zukünftigen Gesellschaft. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, baut die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Kapazitäten erheblich aus. Die Integration der GMD-Institute verstärkt bestehende Kompetenzfelder durch komplementäre Aspekte und erschließt neue Themen.

Knowledge-Management und E-Learning
Wegen der zunehmenden Bedeutung von unternehmensweitem Lernen und Wissensvermittlung verstärken die Fraunhofer-Institute ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Unternehmenskommunikation und des Wissensmanagements. Durch die multimediale Aufbereitung von Wissen soll der Wissenstransfer in die Wirtschaft gefördert und lang-fristig das neue Geschäftsfeld Weiterbildung etabliert werden.

Strategien zur Steigerung von Leistung und Qualität


Sie konzentrieren sich auf vier Handlungsfelder: die Intensivierung der internen Planungs-, Kommunikations- und Controllingprozesse, die Mitarbeitergewinnung und -förderung, die Internationalisierung und die Förderung der »public-private partnership«, etwa durch Ausgründungen und Beteiligungen.

Zu den neuen Prozessen der Qualitätssicherung gehören die Strategieplanungen und die Technologie-Audits in den Instituten sowie die individuellen Zielvereinbarungen mit den Institutsleitern. Hinzu kommen die Instrumente der Mitarbeiter- und Kundenbefragung.

Leider fehlt dem Vorstand das wichtigste Instrument der Motivation, nämlich die Möglichkeit, einen Erfolg durch Leistungsprämien zu honorieren. Doch die Gespräche mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung über ein Entgeltsystem mit leistungsabhängigen Komponenten führten bisher zu keinem Ergebnis. Die engen Vergütungsgrenzen des öffentlichen Dienstes sind schon länger ein Handicap bei der Gewinnung von Führungskräften. Nun wird es zunehmend problematisch, Nachwuchsforscher zu gewinnen oder zu halten.

Durch attraktive Arbeitsplätze, Freiräume für Kreativität und ein hohes Maß an Eigenverantwortung gelang es aber, den guten Ruf unter Hochschulabgängern zu sichern. In einer Umfrage des Nachrichtenmagazins Focus unter Informatikstudenten vor wenigen Wochen landete die Fraunhofer-Gesellschaft auf dem dritten Platz der beliebtesten Arbeitgeber. In einer zeitgleichen Umfrage für die Zeitschrift Computerwoche erreichte die Fraunhofer-Gesellschaft den siebten Platz. Und lag damit vor vielen renommierten Unternehmen. »Dieser gute Ruf freut uns, schützt uns aber nicht vor den wachsenden Problemen des Fachkräftemangels.« gibt Prof. Hans-Jürgen Warnecke zu Bedenken.

Zur Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses müssen die Forschungseinrichtungen attraktiver werden, auch für ausländische Wissenschaftler. Dazu gehört ein entsprechendes Marketing in Schulen und im Ausland. Die Rahmenbedingungen in den Einrichtungen müssen angepasst werden, speziell die Vergütungsstrukturen.

Internationalisierung
Die internationale Ausrichtung ist ein wesentliches Element der Fraunhofer-Strategie. Nach dem Aufbau von Repräsentanzen in den USA und Asien steht derzeit das Ziel im Vordergrund, den europäischen Wissenschafts- und Forschungsraum stärker mitzugestalten. Die Vernetzung mit anderen Forschungspartnern und die Gründung von Joint Ventures in den jeweiligen Ländern sollen den europäischen Forschungsraum erschließen. Ein neues Verbindungsbüro in Brüssel wird die Institute im Wettbewerb um die Mittel der europäischen Forschungsförderung stärker unterstützen.

Ausgründungen
Eine zentrale Venture Gruppe hat die Aufgabe, Ausgründungen zu betreuen und Beteiligungen vorzubereiten. Im Jahr 2000 fanden 48 Ausgründungen aus der Fraunhofer-Gesellschaft statt, davon wurden mehr als die Hälfte von der Venture Gruppe begleitet. Aufgrund des Erfolgs soll das Geschäftsfeld weiter ausgebaut werden.

Institutsverbünde
Als bewährtes Instrument zur internen Vernetzung und Kooperation hat sich die Struktur der Institutsverbünde bewährt; sie wurde deshalb im Jahr 2000 weiter ausgebaut. Mittlerweile haben in sechs Verbünden 33 Institute entsprechende Plattformen gefunden, um ihre Vorlaufforschung und damit die Kernkompetenzen untereinander abzustimmen und koordiniert am Markt aufzutreten.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie sich das Gehirn merkt, wo man hinmöchte
04.07.2019 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Studie am Dresdner Uniklinikum: Schädel-Hirn-Trauma – bleibt´s beim kurzen Schrecken?
18.06.2019 | Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielfältiger einsetzbare Materialien

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Regulation des Wurzelwachstums aus der Ferne

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

19.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics