Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Megatrend löst Investitionsschub aus

05.07.2002


Studie lüftet Geheimnis um Softwarebausteine


Von der Nische zum Megatrend im Internet entwickelt sich derzeit das Thema Web-Services. Es handelt sich um Softwarebausteine, die auf verschiedenen Netzwerkrechnern laufen und über das Internet zu einer Anwendung verknüpft werden. Zu relativ geringen Kosten können so verschiedene Geschäftsprozesse über Unternehmensgrenzen hinweg verbunden werden. Auf Grund der technischen Einfachheit und eines hohen Standardisierungsgrads können Web-Services von Partnern, Zulieferern oder Kunden verknüpft werden. Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen (30 Prozent) haben bereits eine Strategie zum Einsatz der neuen Technologie entwickelt und fast genau so viele (25 Prozent) betrachten Web-Services als bedeutsames oder sehr bedeutsames Thema. Dieses ergab eine Studie der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young nach Befragung von 170 deutschen Unternehmen.

Web-Services unaufhaltsam auf dem Vormarsch

Noch steckt knapp die Hälfte (49 Prozent) der Studienteilnehmer in der Initialphase. Während sich knapp ein Drittel (29 Prozent) mit dem Aufbau einzelner Web-Services beschäftigen, sind bereits 15 Prozent konkret beim Ausbau. Bei drei Prozent sind Web-Services bereits Realität und werden im Unternehmen breit genutzt.


„Wer jetzt die Zeichen der Zeit verschläft, könnte leicht von der Entwicklung überholt werden“, warnt Heinz Brommundt, Vice President und Chief Technology Officer bei Cap Gemini Ernst & Young in Zentraleuropa. „Hier kommt kein neuer Hype auf uns zu, sondern ein Thema, das sowohl die IT-Abteilungen als auch das obere Management ernsthaft verfolgt.“

Die Zahl derer, die Web-Services auf breiter Front einführen werden, wird vermutlich schnell steigen: 32 Prozent der Befragten glauben die neuen Softwarebausteine innerhalb der nächsten zwei Jahre und 44 Prozent in zwei bis höchstens vier Jahren auf breiter Basis in ihrem Unternehmen einzusetzen.

Hindernisse bei Standardisierung und Sicherheit

Die drei Softwarehersteller Microsoft (26 Prozent), IBM und Sun (jeweils 11 Prozent) haben den höchsten Bekanntheitsgrad bei Web-Services. Insgesamt verbinden knapp die Hälfte der Befragten einen der großen Drei mit dem Thema. Doch es bleibt genügend Raum für Nischenanbieter: 36 Prozent nannten sonstige Anbieter.

Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg wird die Standardisierung sein: hier geht die Meinung der IT-Direktoren und CIOs auseinander. Bei den 49,1 Prozent, die von einer Einigung ausgehen, rechnet die Mehrheit damit, dass es eine Standardisierung bei Transaktionen und bei Sicherheitsaspekten innerhalb der nächsten zwei bis vier Jahre geben wird. Ein Viertel geht sogar von einem Zeitraum von nur zwei Jahren aus.

Wie wichtig das Thema Sicherheit ist, sieht man bei der Frage nach den Hindernissen: 60 Prozent der Befragten befürchten Sicherheitslücken durch den Einsatz der neuen Technologie. Für 44 Prozent ist das Marktmodell noch nicht klar. 34 Prozent halten den Umsetzungsaufwand für zu groß. Hier ist Aufklärungsarbeit dringend erforderlich.

Kundenbeziehungsmanagement ist Haupteinsatzbereich

Am häufigsten (87 Prozent) werden Web-Services im Marketing und Vertrieb sowie beim Customer Relationship Management (CRM) eingesetzt. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) beabsichtigt, innerhalb der nächsten 24 Monate Web-Services einzusetzen. Doch jede Branche hat andere Bedürfnisse: Im Handel wird außer auf CRM besonderer Wert auf Aftersales, Service, Ersatzteilvertrieb und e?Procurement (69 Prozent) gelegt. Die Industrie sieht es für die vier erstgenannten Bereiche ähnlich. Doch statt auf e-Procurment setzt man hier auf Supply Chain Management. Bei Dienstleistern stehen neben CRM besonders Finanzen und Controlling (63 Prozent) auf der Projektliste.

Großprojekte für kommende Jahre erwartet

Für das laufende Jahr bewegt sich das finanzielle Volumen bei der Mehrzahl der Projekte noch unter einer Million Euro, was als Indiz zu deuten ist, dass viele noch vorsichtig mit der neuen Technologie umgehen. Rund zehn Prozent liegen zwischen einer und fünf Millionen Euro. Doch ein Prozent der Projekte hat bereits die stattliche Größe von zehn bis 50 Millionen Euro erreicht. „Wer heute Web-Services strategisch einsetzt, gibt nicht nur mehr Geld aus, sondern baut auch mehr auf Großprojekte. Klar, dass dann das Thema zur Chefsache wird“, stellt Heinz Brommundt fest. Die Studie ergab, dass bei 57 Prozent der Unternehmen der Vorstand beziehungsweise die Geschäftsführung das Thema Web-Services vorantreibt. Bei 55 Prozent ist es die IT-Abteilung.

Trotz einer noch instabilen Marktsituation handelt es sich bei Web-Services um eine zukunftsträchtige neue Technologie, die die Konzepte komponentenbasierter Software fortsetzt. Mit fortschreitender Standardisierung und Eliminierung von Sicherheitslücken wird das Trendthema schnell an Bedeutung gewinnen. Der große Stellenwert ist schon jetzt erkannt. Mit zunächst internen Anwendungen und Piloten mit vertrauten Partnern können die Unternehmen ihr Risiko minimieren und sich trotzdem einen wettbewerbsrelevanten Vorsprung sichern

Cap Gemini Ernst & Young

Cap Gemini Ernst & Young ist eine der weltweit größten Gesellschaften für Management- und IT-Beratung sowie die größte Unternehmensberatung europäischen Ursprungs. In Deutschland steht das Unternehmen auf Platz zwei. Cap Gemini Ernst & Young bietet Strategie-, Management- und IT-Beratung, Systemintegration sowie Outsourcing auf globaler Ebene. Darüber hinaus werden Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien in der New Economy beraten. Die Organisation beschäftigt weltweit mehr als 56.500 Mitarbeiter und erzielte 2001 einen Umsatz von rund 8,4 Milliarden Euro. Für Rückfragen:
Cap Gemini Ernst & Young
Pressesprecher: Thomas A. Becker
Am Limespark 2
D-65843 Sulzbach
Tel.: +49 (0)6196 999-1309
Fax: +49 (0)6196 999-1777
thomas.becker@cgey.com

Thomas A. Becker | Pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: CRM IT-Beratung Megatrend Standardisierung Web-Service

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wasserelektrolyse hat Potenzial zur Gigawatt-Industrie
18.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Was ist Asthma – und wenn ja wie viele?
12.09.2018 | Deutsches Zentrum für Lungenforschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fester Platz im Unternehmen - 36 Auszubildende und Studierende der Friedhelm Loh Group erhalten Zeugnisse

19.09.2018 | Unternehmensmeldung

Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit

19.09.2018 | Informationstechnologie

Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen

19.09.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics