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Wie lässt sich die AIDS-Ausbreitung in Osteuropa einschränken?

07.10.2008
Experten diskutieren bei einem Workshop in der Universität Bremen über Preisnachlass bei patentgeschützten Arzneimitteln gegen die AIDS-Ausbreitung in Osteuropa.

Die Lage ist bedrohlich: Weltweit nehmen die HIV-Infektionen zu - auch in Europa. Einschließlich Russland und der anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion sind mehr als 800.000 Menschen in Europa an AIDS erkrankt.

Die höchsten Zuwachsraten gibt es in Osteuropa. Vor allem dort - aber nicht nur dort - laufen die finanziellen Belastungen für die Gesundheitssysteme aus dem Ruder. Was ist zu tun? Mit welchen Instrumenten kann der Kostenexplosion bei AIDS-Medikamenten - insbesondere bei den patentgeschützten - gegengesteuert werden?

Die Beantwortung dieser Frage steht im Mittelpunkt des Workshops "Differential Pricing of Pharmaceuticals inside Europe". Die Fachtagung, zur der 20 internationale Expertinnen und Experten am 9. und 10. Oktober 2008 in die Hansestadt kommen, wird von Professor Christine Godt vom Zentrum für Europäische Rechtspolitik der Universität Bremen organisiert. Die Rechtswissenschaftlerin hat sich als Gutachterin für die Bundesregierung zu der Thematik einen Namen gemacht.

Zur gegenwärtigen Situation in Europa: In der "Bremer Erklärung" vom Herbst 2007 haben sich führende Pharmaunternehmen bereit erklärt, zur Kostensenkung von AIDS-Medikamenten in osteuropäischen Ländern beizutragen. Staatlichen Stellen werden Arzneimittel-Rabatte ("Vier Packungen zum Preis von drei") gewährt und die Unternehmen beteiligen sich an den Testkosten zum Nachweis der AIDS-Infektion. So können Kostenreduzierungen von bis zu 40 Prozent erreicht werden. Doch kommen diese Arzneimittel bei den Kranken an? Wie kann tatsächlich ausgeschlossen werden, dass diese preisvergünstigten Medikamente in die hochpreisigen Märkte Westeuropas zurückfließen? Die bisherigen Erfahrungen in Bulgarien sind positiv. Doch ob andere osteuropäische Länder sich dem bulgarischen Beispiel anschließen, ist offen: viel Diskussionsstoff für den nicht öffentlichen Workshop im Haus der Wissenschaft.

Weitere Informationen.

Universität Bremen
Zentrum für Europäische Rechtspolitik (ZERP)
Prof. Dr. Christine Godt
Tel. 0421 218 7465
E-Mail: cgodt@zerp.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

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