Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen für Jülicher Neutronenforschung

25.11.2010
BMBF fördert Beitrag des Forschungszentrums zur europäischen Spallationsquelle ESS

Das Forschungszentrum Jülich erhält rund 6,4 Millionen Euro Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für seinen Beitrag an der Planungsphase der europäischen Spallationsquelle ESS im schwedischen Lund.

Thomas Rachel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, überreichte in Berlin den Bewilligungsbescheid an Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums und Koordinator der deutschen Beiträge für die ESS. Insgesamt fördert das BMBF die an der Planungsphase beteiligten deutschen Forschungseinrichtungen und Universitäten mit zunächst 15 Millionen Euro.

„Neutronen sind heute aus der Wissenschaft nicht mehr wegzudenken – von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Forschung in den Werkstoffwissenschaften, der Biologie oder Medizin. Die Spallationsquelle in Lund wird weltweit die leistungsfähigste sein und für die europäische Forschung ganz neue Möglichkeiten eröffnen“, sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. „Mit der Bewilligung startet Deutschland seine Beteiligung an diesem einzigartigen Großgerät.“

In Deutschland liefern neben dem Forschungszentrum Jülich die Helmholtz-Zentren in Geesthacht und Berlin, das Karlsruher Institut für Technologie, die Forschungszentren DESY und Dresden-Rossendorf sowie die TU München Beiträge zur Aktualisierung der Pläne für die ESS. Die Anlage in Lund, an der sich 16 europäische Länder beteiligen, wird auf rund 1,5 Milliarden Euro taxiert. Der Baubeginn ist für 2013 vorgesehen, 2019 soll die Anlage die ersten Neutronen liefern.

„Wir freuen uns über die Förderung, die eine Anerkennung für die wissenschaftliche und technische Kompetenz ist, die das Forschungszentrum Jülich in das Projekt einbringt“, sagte Sebastian M. Schmidt. „Neutronenstreuung ermöglicht einzigartige Einblicke in die Materie. Die ESS wird in absehbarer Zeit europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.“ Schmidt gehört dem Steering Committee der ESS an.

Nach der Entscheidung für den Bau der europäischen Spallationsquelle in Schweden müssen die Pläne für das Projekt überarbeitet und aktualisiert werden. Die deutschen Zentren arbeiten dabei eng mit den schwedischen Partnern zusammen: „Der Erfolg der Initiative unserer deutschen Partner sendet ein äußerst positives Signal an alle Beteiligten an der ESS“, sagte Colin Carlile, CEO und Generaldirektor der ESS. „Dieser Beitrag ist höchst willkommen, zumal in Deutschland die Neutronenforschung eine lange Tradition hat, auf der wir aufbauen wollen.“

Die Kosten für den deutschen Anteil am „Design-Update“ werden mit insgesamt 21 Millionen Euro beziffert. Allein das Forschungszentrum Jülich beteiligt sich mit 9 Millionen Euro an der Aktualisierung der Pläne, rund 6,4 Millionen Euro davon steuert jetzt das BMBF bei.

Neutronen sind elektrisch neutrale Bausteine der Atomkerne. Sie werden in Forschungsreaktoren oder Spallationsquellen erzeugt und auf die zu untersuchenden Proben gelenkt. An den Atomen und Molekülen der Proben „prallen“ sie ab; dabei können sie ihre Richtung und Geschwindigkeit ändern. Die Art dieser „Streuung“ gibt Auskünfte über die Anordnung und Bewegung der Atome in der Probe, die Methoden wie Röntgen oder Elektronenmikroskopie verborgen bleiben. Mit Neutronen untersuchen Jülicher Forscher beispielsweise magnetische Materialen für die Informationstechnologie oder die sogenannte „Weiche Materie“, zu der industriell wichtige Kunststoffe oder medizinisch interessante Eiweißstoffe zählen.

Informationen zur ESS:
http://ess-scandinavia.eu/
Informationen zur Jülicher Neutronenforschung:
http://www.fz-juelich.de/iff/d_ins
Pressekontakt:
Erhard Zeiss
Tel.: 02461 61 1841
e.zeiss@fz-juelich.de
Das Forschungszentrum Jülich…
… betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung, stellt sich drängenden Fragen der Gegenwart und entwickelt gleichzeitig Schlüsseltechnologien für morgen. Hierbei konzentriert sich die Forschung auf die Bereiche Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Einzigartige Expertise und Infrastruktur in der Physik, den Materialwissenschaften, der Nanotechnologie und im Supercomputing prägen die Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher. Mit rund 4 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den großen Forschungszentren Europas.

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Juelich GmbH
Weitere Informationen:
http://ess-scandinavia.eu/
http://www.fz-juelich.de/iff/d_ins

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Für Körperscanner und Materialprüfung: Neues bildgebendes Verfahren für Terahertz-Strahlung setzt auf Mikrospiegel
06.12.2019 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schweizer Weltraumteleskop CHEOPS: Raketenstart voraussichtlich am 17. Dezember 2019
05.12.2019 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Versteppung vorbeugen

06.12.2019 | Geowissenschaften

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics