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Kosmisches Feuerwerk sterbender Sterne

13.04.2011
Bildveröffentlichung der Eurpäischen Südsternwarte - Das hier gezeigte Bild des Nebels NGC 3582 wurde mit dem Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2 Meter-Teleskop auf La Silla in Chile aufgenommen.

Es zeigt riesige Bögen aus leuchtendem Gas, die auf den ersten Blick große Ähnlichkeit mit Sonnenprotuberanzen haben. Tatsächlich dürften diese Bögen allerdings von sterbenden Sternen herausgeschleudert wurden.


Aufnahme der Sternentstehungsregion NGC 3582 mit dem Wide Field Imager. Abbildung: ESO, Digitized Sky Survey 2 und Joe DePasquale

Gleichzeitig ist der Nebel eine Sternkinderstube: Das energiereiche, ultraviolette Licht der dort neu geborenen jungen Sterne regt das Gas des Nebels zum Leuchten an und bringt so ein spektakuläres Farbenspiel hervor.

NGC 3582 ist Teil eines großen Sternentstehungsgebietes in unserer Milchstraße, das den Namen RCW 57 trägt. Die Region befindet sich nahe der Zentralebene der Milchstraße im südlichen Sternbild Carina (benannt nach dem Kiel von Jasons Schiff Argo). Entdeckt wurde dieser Komplex aus leuchtendem Gas und Dunkelwolken im Jahre 1834 von dem Britischen Astronomen John Herschel während eines Aufenthaltes in Südafrika.

Einige der Sterne, die in Gebieten wie NGC 3582 entstehen, sind viel massereicher als unsere Sonne. Solche Riesensterne strahlen verschwenderische Mengen an Energie ab und beenden ihr Leben daher schon nach vergleichsweise kurzer Zeit in einer spektakulären Sternexplosion: einer Supernova. Das dabei ausgeworfene Material erzeugt blasenartige Strukturen im Gas und Staub in der näheren Umgebung. Auch die im Bild sichtbaren Bögen dürften auf diese Weise entstanden sein.

Das Bild ist eine Kombination von Aufnahmen, die durch verschiedene Filter gewonnen wurden. Insgesamt handelt es sich um eine Falschfarbendarstellung: Mit dem Wide Field Imager und einem Rotfilter gewonnene Bilddaten erscheinen in grün und rot. Ebenfalls in rot dargestellt sind Aufnahmen durch einen Filter, der nur das für Wasserstoff typische rote Licht durchlässt. Hinzu kommen Infrarotaufnahmen aus dem Digitized Sky Survey in blau.

Die ESO hat das Bild unter Verwendung von Rohdaten erzeugt, die von Joe DePasquale (USA) [1] im Rahmen des „Hidden Treasures 2010“-Wettbewerbes [2] ausgewählt worden sind. Der Wettbewerb wurde von ESO im Oktober und November 2010 für all diejenigen veranstaltet, die gerne ästhetisch ansprechende Bilder von Himmelsobjekten aus Aufnahmen professioneller Großteleskope zusammenstellen.

Endnoten

[1] Joe DePasquale durchsuchte das ESO-Datenarchiv und wählte Aufnahmen aus, die er zu einem Bild von NGC 3582 kombinierte, das in dem Wettbewerb unter beinahe 100 Einsendungen den zehnten Platz erreichte. Seine Version des Bildes findet sich unter http://www.flickr.com/photos/45615208%40N02/5201711319/

[2] Der ESO-Wettbewerb „Hidden Treasures 2010“ eröffnete Amateurastronomen die Gelegenheit, die riesigen Datenarchive der ESO nach versteckten Schätzen zu durchforsten und diese zu heben. Mehr zum „Hidden Treasures“-Wettbewerb unter http://www.eso.org/public/outreach/hiddentreasures/

Zusatzinformationen

Das MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop wurde 1984 in Betrieb genommen und ist eine Leihgabe der Max-Planck-Gesellschaft an die ESO. Sein Wide Field Imager, eine astronomische Kamera mit besonders großem Blickfeld und einem Detektor mit 67 Millionen Pixeln, liefert Bilder, die nicht nur von wissenschaftlichem, sondern auch von ästhetischem Wert sind.

Die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts, sowie VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO das European Extremely Large Telescope (E-ELT) für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, mit 42 Metern Spiegeldurchmesser ein Großteleskop der Extraklasse.

Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg.

Kontaktinformationen

Carolin Liefke
ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie
Deutschland
Tel: 06221 528 226
E-Mail: eson@mpia.de
Richard Hook
ESO, La Silla, Paranal, E-ELT and Survey Telescopes Public Information Officer
Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6655
Cell: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

Carolin Liefke | ESO Science Outreach Network
Weitere Informationen:
http://www.eso.org/public/germany/news/eso1113/
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