Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltraumwetterwart: Plasma- und Astrophysiker verfolgen Sonnensignale

24.07.2000


Die Sonnenaktivitäten können erhebliche Schäden auf der Erdeanrichten. Die Greifswalder Physiker arbeiten darum als Weltraumwetterwarte an einer Weltraumwetterkarte.

Zur Zeit ist die Sonne wieder einmal besonders aktiv. Das Weltraumwetter (Stichpunkt »Nordlicht«) spielt »verrückt« und beeinträchtigt womöglich nicht nur die Funktionstüchtigkeit technischer Systeme im Weltraum und auf der Erde, sondern mag auch die Gesundheit von Menschen beeinflussen.

1847 sind zum ersten Mal Störungen der Telegraphie durch Sonnenstürme aufgetreten. Seitdem sind in Elektronik, Raumfahrt, Luftfahrt,Telekommunikation, Stromversorgung, Gas- und Ölindustrie und im Eisenbahnverkehr zum Teil erhebliche Schäden, Beeinträchtigungen und Risiken festgestellt worden. Häufig sind die Unregelmäßigkeiten, wenn die Sonnenaktivität, wie jetzt in diesem Sommer, nach 11 Jahren ihr Maximum erreicht; aber auch während ihrer Minimalphasen kann die Sonne einiges auf der Erde anrichten.

Durch starke Ströme modifizieren sich Speicherinhalte von Computern. Mehr als 30 Satelliten sind schon durch Turbulenzen im Weltraumwetter ausgefallen oder zumindest Systeme in ihnen. Die Korrosion von Hochspannungsmasten führen Experten auf Sonnenwinde zurück. Erhöhte Spannungen an Pipelines (je näher an den Polen, desto stärker) können zu Schwierigkeiten führen. Manchmal ist der Sonne wegen schon die Stromversorgung ausgefallen. Je nach Sonnenaktivität, Bauart und Flughöhe ändern sich die Strahlenbelastungen beim Fliegen - darum gelten seit diesem Jahr in Europa Flugzeugbesatzungen als »strahlungsexponierte« Personen. Auch Zugunfälle wegen Signalfehlschaltungen sind schon mit dem Treiben der Sonne erklärt worden.

Die Plasmaphysiker der Universität Greifswald arbeitenzur Zeit für die Europäische Raumfahrtorganisation ESA unter Führung der Alcatel Space Industry (Frankreich) am Aufbau einer Weltraumwetterwarte. Sie sind prädestiniert, da es sich bei vielem um plasmaphysikalische Erscheinungen handelt. Als Projektleiter gewannen sieden Astrophysiker Dr. Frank Jansen aus Berlin, der einst in Jena studiert hatte und vor kurzem für die Schweizer Rückversicherung die mit viel Physik gespickte Studie »Space Weather - Gefahren aus dem Weltraum?« abgeschlossen hat. Im Herbst 2000 soll Frank Jansen in Greifswald einen öffentlichen Vortrag zu seinen Erkenntnissen halten.

Informationen zu diesem Projekt geben Ihnen der geschäftsführende Direktor des Instituts für Physik, Prof. Dr. Rainer Hippler, Privatdozent Dr. Holger Kersten oder Dr. Frank Jansen, Tel.03834-86-4700, Fax 03834-86-4701

Dr. Edmund von Pechmann |

Weitere Berichte zu: Physik Sonnenaktivität Weltraumwetter Weltraumwetterwart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt
12.07.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Farbenfrohe Himmelslandschaft RCW38
11.07.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Im Focus: Magnetic vortices: Two independent magnetic skyrmion phases discovered in a single material

For the first time a team of researchers have discovered two different phases of magnetic skyrmions in a single material. Physicists of the Technical Universities of Munich and Dresden and the University of Cologne can now better study and understand the properties of these magnetic structures, which are important for both basic research and applications.

Whirlpools are an everyday experience in a bath tub: When the water is drained a circular vortex is formed. Typically, such whirls are rather stable. Similar...

Im Focus: Bindungsbruch: Mitmachen oder nicht?

Ob und wie sich chemische Reaktionen durch gezielte Schwingungsanregung der Ausgangsstoffe beeinflussen lassen, untersuchen Physiker um Roland Wester an der Universität Innsbruck. Sie konnten nun demonstrieren, dass die Anregung mit einem Laserstrahl die Effizienz einer chemischen Austauschreaktion nicht beeinflusst und die angeregte Molekülgruppe bei der Reaktion nur als Zuschauer fungiert.

Eine häufig verwendete Reaktion in der Organischen Chemie ist die nukleophile Substitution. Sie spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle in der Synthese neuer...

Im Focus: Breaking the bond: To take part or not?

Physicists working with Roland Wester at the University of Innsbruck have investigated if and how chemical reactions can be influenced by targeted vibrational excitation of the reactants. They were able to demonstrate that excitation with a laser beam does not affect the efficiency of a chemical exchange reaction and that the excited molecular group acts only as a spectator in the reaction.

A frequently used reaction in organic chemistry is nucleophilic substitution. It plays, for example, an important role in in the synthesis of new chemical...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

Farbe im Design – The Value of Color

10.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neues Verfahren verbessert Haltbarkeit der Beschichtung auf Werkzeugen

12.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

12.07.2018 | Physik Astronomie

Blick ins Gehirn: Glück ist unsichtbar

12.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics