Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plug & Play im OP rettet Leben

17.11.2015

VDE erwartet Durchbruch in den nächsten fünf Jahren

Die Vernetzung medizinischer Geräte in Klinik und OP (Plug & Play) kann die Patientensicherheit, Behandlungsqualität und Gesundheitsversorgung erheblich erhöhen. Hierfür ist es notwendig, dass die vernetzten Geräte sichere offene Standards benutzen und damit einander „verstehen“.

Dies ist bislang nicht der Fall, denn die Hersteller medizinischer Geräte verwenden eigene Kommunikationsprotokolle. Kliniken stehen damit vor einem Problem: Sie können bei Produktinnovationen nicht das für den Patienten beste Gerät wählen. Vielmehr müssen sie dasjenige kaufen, das gemeinsam mit den anderen funktioniert, oder aber das gesamte System auswechseln.

Das erhöht die Kosten, mindert die Versorgung und birgt im Extremfall Risiken für den Patienten, insbesondere bei technischen Umstellungen und Zukäufen inkompatibler Komponenten. Hersteller wiederum können ihre Innovationen nicht einfach vermarkten.

Umso wichtiger ist es, offene Standards und sichere Schnittstellen für vernetzte Geräte in Klinik und OP zu schaffen. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist das VDE-Weißbuch „Interoperabilität von Geräten und Systemen in OP und Klinik“, das der Verband auf der Medica in Düsseldorf vorstellte.

Das Weißbuch analysiert den aktuellen Stand der Standardisierung zur Vernetzung medizinischer Geräte im Operationssaal sowie deren Anbindung an die Informationssysteme und gibt einen Überblick über die rechtlichen Anforderungen und die internationale Normungslandschaft.

Ebenso untersuchen die Autoren die vorhandenen Normen im Bereich des Risikomanagements und der Sicherheit. Auf Basis dieser Analysen gibt das Weißbuch Handlungsempfehlungen, in welche Richtung und in welchem Zeitrahmen sich die Standardisierungslandschaft bewegen sollte, um die Interoperabilität der Geräte in OP und Klinik zu sichern. Innovationen mit offenem Standard und sicherer Schnittstelle erwartet der VDE in fünf Jahren.

Angetrieben durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsprojekt „OR.NET - Sichere dynamische Vernetzung in Operationssaal und Klinik“ befinden sich derzeit vielversprechende Standards in der Entwicklung, die bereits bei den entsprechenden Standardisierungsorganisationen eingereicht wurden und jetzt international kommentiert werden.

Eine besondere Rolle spielt hier das open communication protocol (OCP), das bereits bei IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) international vorgestellt wurde und die Grundlage für die Konformitätserklärung für vernetzte medizinische Geräte ist. Auf Initiative des VDE haben sich die zuständigen deutschen Branchenverbände bereits zum OCP verpflichtet.

Um die Interoperabilität zu sichern, fordert der VDE, die internationale Standardisierung weiter voranzutreiben und die Stakeholder einzubinden. Darüber hinaus muss die Datensicherheit, -erfassung und -kontrolle weiter standardisiert und implementiert werden.

Der Gesetzgeber sollte, wie auch im kürzlich veröffentlichten Entwurf des “eHealth-Gesetzes” im Bereich Telematik vorgesehen, die Verwendung von Standards innerhalb einer Einrichtung und so auch für alle Fachabteilungen in der Klinik fördern und fordern. Von Seite der Leistungserbringer sollten die in OR.NET entwickelten Standards in den Ausschreibungen eingefordert werden, um damit Qualitätsanforderungen in der Gesundheitsversorgung sicher zu stellen.

Weiterhin fordert der VDE, auch nach der Projektlaufzeit von OR.NET (Ende 2015) intelligente Fördermaßnahmen zu finden. Beispielsweise sei die Bereitstellung von Referenzsoftware häufig für einzelne Hersteller uninteressant, deren Verfügbarkeit jedoch für jeden Hersteller hochinteressant. Ähnliches gelte für die Entwicklung von Standards im Allgemeinen.

Deshalb sollte es im allgemeinen Interesse liegen, offene und sichere Standards für die Interoperabilität vernetzter medizinischer Geräte zu fördern – zum Nutzen der Patienten, der Ärzte, der Kliniken, der Hersteller, des Gesundheitswesens und des Medizintechnik-Standorts Deutschland.

Für die Redaktion: Das VDE-Weißbuch „Interoperabilität von Geräten und Systemen in OP und Klinik“ kann kostenlos im InfoCenter unter www.vde.com  heruntergeladen werden.

Über den VDE:
Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik ist mit 36.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierende, 6.000 Young Professionals) und 1.200 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung in den Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte. Das VDE-Zeichen, das 67 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikrotechnik sowie Automation. Mehr Infos zum VDE unter: www.vde.com .

Pressekontakt: Melanie Unseld, Telefon: 069 6308-461, melanie.unseld@vde.com

Melanie Unseld | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Schonender Blick ins Herz
24.06.2019 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Laserlicht spürt Tumore auf: Jenaer Forscher präsentieren neuartiges Gerät zur operationsbegleitenden Krebsdiagnose
21.06.2019 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einzelne Atome im Visier

Mit der NMR-Spektroskopie ist es in den letzten Jahrzehnten möglich geworden, die räumliche Struktur von chemischen und biochemischen Moleküle zu erfassen. ETH-Forschende haben nun einen Weg gefunden, wie man dieses Messprinzip auf einzelne Atome anwenden kann.

Die Kernspinresonanz-Spektroskopie – kurz NMR-Spektroskopie – ist eine der wichtigsten physikalisch-chemischen Untersuchungsmethoden. Damit lässt sich...

Im Focus: Partielle Mondfinsternis am 16./17. Juli 2019

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Wie im letzten Jahr findet auch 2019 eine in den späten Abendstunden in einer lauen Sommernacht gut zu beobachtende Mondfinsternis statt, und zwar in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli. Die Finsternis ist zwar nur partiell - der Mond tritt also nicht vollständig in den Erdschatten ein - es ist aber für die nächsten Jahre die einzige gut sichtbare Mondfinsternis im deutschen Sprachraum.

Am Dienstagabend, den 16. Juli, wird ein kosmisches Schauspiel zu sehen sein: Der Vollmond taucht zu einem großen Teil in den Schatten der Erde ein, es findet...

Im Focus: Fraunhofer IDMT zeigt akustische Qualitätskontrolle auf der Fachmesse für Messtechnik »Sensor + Test 2019«

Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT präsentiert vom 25. bis 27. Juni 2019 am Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Gesellschaft (Stand 5-248) seine neue Lösung zur berührungslosen, akustischen Qualitätskontrolle von Werkstücken und Bauteilen. Da die Prüfung zerstörungsfrei funktioniert, kann teurer Prüfschrott vermieden werden. Das Prüfverfahren wird derzeit gemeinsam mit verschiedenen Industriepartnern im praktischen Einsatz erfolgreich getestet und hat das Technology Readiness Level (TRL) 6 erreicht.

Maschinenausfälle, Fertigungsfehler und teuren Prüfschrott reduzieren

Im Focus: Fraunhofer IDMT demonstrates its method for acoustic quality inspection at »Sensor+Test 2019« in Nürnberg

From June 25th to 27th 2019, the Fraunhofer Institute for Digital Media Technology IDMT in Ilmenau (Germany) will be presenting a new solution for acoustic quality inspection allowing contact-free, non-destructive testing of manufactured parts and components. The method which has reached Technology Readiness Level 6 already, is currently being successfully tested in practical use together with a number of industrial partners.

Reducing machine downtime, manufacturing defects, and excessive scrap

Im Focus: Erfolgreiche Praxiserprobung: Bidirektionale Sensorik optimiert das Laserauftragschweißen

Die Qualität generativ gefertigter Bauteile steht und fällt nicht nur mit dem Fertigungsverfahren, sondern auch mit der Inline-Prozessregelung. Die Prozessregelung sorgt für einen sicheren Beschichtungsprozess, denn Abweichungen von der Soll-Geometrie werden sofort erkannt. Wie gut das mit einer bidirektionalen Sensorik bereits beim Laserauftragschweißen im Zusammenspiel mit einer kommerziellen Optik gelingt, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT auf der LASER World of PHOTONICS 2019 auf dem Messestand A2.431.

Das Fraunhofer ILT entwickelt optische Sensorik seit rund 10 Jahren gezielt für die Fertigungsmesstechnik. Dabei hat sich insbesondere die Sensorik mit der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

17. Internationale Conference on Carbon Dioxide Utilization in Aachen

25.06.2019 | Veranstaltungen

Meeresleuchten, Klimawandel, Küstenmeere Afrikas – Spannende Vielfalt bei „Warnemünder Abenden 2019“

24.06.2019 | Veranstaltungen

Plastik: Mehr Kreislauf gegen die Krise gefordert

21.06.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Einzelne Atome im Visier

25.06.2019 | Physik Astronomie

Clever Chillen mit weniger Kältemittel: Neue Blue e Chiller von 11 bis 25 kW

25.06.2019 | Energie und Elektrotechnik

Neuer Therapieansatz fördert die Reparatur von Blutgefässen nach einem Hirnschlag

25.06.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics