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Hochgezielte Chemotherapie gegen Leberkrebs: Radiologen der Asklepios Klinik Barmbek sind europaweit führend

14.06.2019
  •  „Chemosaturation“ ermöglicht die Behandlung von nicht bislang nicht operablen Lebertumoren und Lebermetastasen
  • Chefradiologe Prof. Brüning und sein Team haben seit 2013 Erfahrung mit der lokal begrenzten Chemotherapie und versorgen aktuell mehr Patienten als jede andere Klinik in Europa

Erst seit wenigen Jahren profitieren Patienten mit Leberkrebs und Lebermetastasen von einer Therapie, bei der Ärzte mithilfe einer lokal begrenzten Chemotherapie gegen die Tumoren vorgehen, die bisher als nicht behandelbar galten.


Prof. Dr. Roland Brüning, Chefarzt der Radiologie und Neuroradiologie der Asklepios Klinik Barmbek, war 2013 einer der ersten Spezialisten in Deutschland, der die sogenannte „Chemosaturation“ erfolgreich einsetzte.

Mittlerweile hat sich das Hamburger Team um Prof. Brüning sowohl in Deutschland als auch in Europa zu einem der aktivsten Zentren mit diesem hoch effektiven, innovativen Verfahren entwickelt– und mehr Patienten behandelt als die Universitätskliniken.

Während gut abgegrenzte Lebertumore operativ entfernt werden können – auch das eine Spezialität der Asklepios Klinik Barmbek - werden große oder verstreute Herde üblicherweise mit einer intravenös gegebenen Chemotherapie behandelt.

„Es kommt allerdings vor, dass Tumoren oder Metastasen nicht operabel sind und auch nicht gut auf eine herkömmliche Chemotherapie ansprechen – genau dann kann die Chemosaturation eine Behandlungsmöglichkeit der Wahl und für die Betroffenen eine echte Chance sein“, sagt Professor Brüning.

Der Grund: „Im Gegensatz zur herkömmlichen Chemotherapie können wir bei der Chemosaturation eine wesentlich höhere Dosierung einsetzen – denn die Therapie wirkt nur auf die Leber begrenzt und wird nach der Passage durch die Leber über ein spezielles Filtersystem und eine leistungsstarke Pumpe wieder abgesaugt. Somit kommt praktisch nur die Leber in Kontakt mit dieser hochdosierten chemotherapeutischen Substanz“, erläutert der Radiologe.

Regelmäßig werden so Patienten behandelt, die unter einer Tumorerkrankung des Auges leiden, dem sogenannten Aderhautmelanom, wenn dieser Tumor Metastasen in der Leber bildet. Aber auch in der Leber entstandene Tumoren wie zum Beispiel das Gallengangskarzinom lassen sich mit der Chemosaturation effektiv behandeln.

Für die Chemosaturation führt der Operateur einen Katheter in die untere Hohlvene ein, der mit zwei Ballons versehen ist, die die Lebervenen nach unten und oben verschließen. So wird die Leber vom restlichen Blutkreislauf isoliert. Über einen weiteren Katheter in der Leberarterie gelangt das Chemotherapeutikum in das Organ.

Während der eigentlichen Therapie, die eine knappe Stunde in Anspruch nimmt, wird das gesättigte – also saturierte – Blut außerhalb des Körpers gefiltert und anschließend zurück in den Blutkreislauf geleitet.

„Das Verfahren ermöglicht also eine hochdosierte aber sehr gezielte Chemotherapie und erlaubt es uns gleichzeitig, die Chemotherapie-typische Belastung für den Patienten sehr gering zu halten. Auch eine offene Operation ist für die Chemosaturation nicht notwendig, stattdessen reichen kleine Einstichstellen für die Katheter aus“, so Professor Brüning. Systemische, also den ganzen Körper betreffende Nebenwirkungen der Chemotherapie, lassen sich so größtenteils vermeiden.

Bei insgesamt 30 Patienten haben Professor Brüning und sein Team das Verfahren bislang angewandt, was auf den ersten Blick nicht viel klingt. Wenn man allerdings weiß, dass in ganz Europa nur 300 Eingriffe seit der Einführung des Verfahrens durchgeführt wurden und zehn Prozent davon alleine in der Asklepios Klinik Barmbek erfolgten, ergibt sich ein ganz anderes Bild.

Sichere Therapie durch Erfahrung und Interdisziplinarität

Eben diese regelmäßige Anwendung und der in den vergangenen Jahren erworbene Erfahrungsschatz sind laut Professor Brüning entscheidend für die sichere Durchführung der Chemosaturation: „Es braucht ein eingespieltes Team, das in der Lage ist, die Einführung der Katheter ebenso zu überwachen wie zum Beispiel Körperkreislauf und auch die Blutgerinnung.“ Ebenso wichtig für die Patientensicherheit: Interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die gehört in der Asklepios Klinik Barmbek – einem von drei klinisch tätigen, von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentren in Deutschland – durch so sogenannte Tumor-Konferenzen und Onko-Boards zur etablierten Praxis. Hier werden gemeinsam mit Kollegen unter anderem aus der Chirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Karl Oldhafer und der Onkologie unter Leitung von Dr. Dr. habil. Axel Stang sowie der Gastroenterologie (Leitung Prof. Dr. Thomas von Hahn) die individuelle Situation jedes einzelnen Patienten besprochen - gemeinsam entsteht eine persönliche Therapieempfehlung.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Methode besonders effektiv bei Aderhautmelanomen und Gallengangskrebs (auch Cholangiozelluläres Karzinom bzw. CCC); wenn dieses innerhalb der Leber (intrahepatisch) entsteht. Studien über die langfristigen Prognosen der mittels Chemosaturation behandelten Patienten gibt es noch nicht – dafür ist das Verfahren noch zu jung. Ende 2018 konnten die Barmbeker Experten allerdings in Zusammenarbeit mit mehreren deutschen Universitätskliniken eine Fachveröffentlichung zu genau diesem Thema vorlegen, weitere Arbeiten folgen.

Ein Videointerview mit Prof. Dr. Roland Brüning über die kathetergestützte Behandlung von Lebertumoren finden Sie unter diesem Link: https://youtu.be/AbrMYubsDrIn

Kontakt:
Asklepios Kliniken
Konzernbereich Unternehmenskommunikation & Marketing
Tel.: (0 40) 18 18-82 66 36
E-Mail: presse@asklepios.com
24-Stunden-Rufbereitschaft der Pressestelle: (040) 1818-82 8888

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Über Asklepios
Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA zählen zu den führenden privaten Betreibern von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland. Die Klinikgruppe steht für eine hoch qualifizierte Versorgung ihrer Patienten mit einem klaren Bekenntnis zu medizinischer Qualität, Innovation und sozialer Verantwortung. Auf dieser Basis hat sich Asklepios seit der Gründung vor mehr als 30 Jahren dynamisch entwickelt. Aktuell verfügt der Konzern über rund 160 Gesundheitseinrichtungen in 14 Bundesländern. Dazu zählen Akutkrankenhäuser aller Versorgungsstufen, Fachkliniken, psychiatrische und forensische Einrichtungen, Rehakliniken, Pflegeheime und Medizinische Versorgungszentren. Im Geschäftsjahr 2018 wurden 2,3 Millionen Patienten in Einrichtungen des Asklepios Konzerns behandelt. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 47.000 Mitarbeiter.

www.asklepios.com

Mathias Eberenz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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