Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnetresonanztomographie (MR) erstmals mit kontinuierlichem Tischvorschub

17.11.2006
Schneller, besser, komfortabler

Eine revolutionäre Technologie hat Siemens Medical Solutions mit der neuen MRGeneration, T-Class, auf der Medica in Düsseldorf präsentiert: syngo TimCT. Jetzt ist es weltweit erstmals möglich, einen MR-Scan mit kontinuierlicher Tischbewegung durchzuführen. Syngo TimCT, „Continuous Table move“ powered by Tim, wird die Magnetresonanztomographie grundlegend verändern.


In ähnlicher Weise prägte die Einführung der Spiral-CT die Computertomographie seit Ende der 80er Jahre. Einmal mehr beweist diese neue MR-Generation Siemens’ Rolle als Trendsetter.

T-class mit syngo TimCT ermöglicht es erstmals, einen Patienten wie bei einer Computertomographie in einem Durchgang von Kopf bis Fuß zu scannen. Dabei wird der Tisch während der Messung kontinuierlich durch den Magneten hindurch bewegt. Auf den ersten Blick verbessert syngo TimCT vor allem den Workflow: Eine Becken-/ Bein-Angiographie beispielsweise wurde bisher schrittweise durchgeführt. Das erfordert mehr Zeit als eine kontinuierliche Fahrt durch ein MR. Je nach Krankheitsbild, das untersucht wird, müssen die medizinisch-technischen Assistenten bei jeder MRUntersuchung unterschiedliche Messungen an den verschiedenen Stellen des Körpers durchführen.

Je mehr dieser einzelnen Arbeitsschritte vorgenommen werden müssen, desto umständlicher und fehleranfälliger kann eine Untersuchung sein. Mithilfe von syngo TimCT lässt sich die Anzahl der Arbeitsschritte bei einer Becken-/ Bein- Angiographie nun auf die Hälfte reduzieren. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch die Kosten und erhöht die diagnostische Sicherheit. Gleichzeitig verbessert syngo TimCT die Bildqualität, da sich die zu untersuchende Körperregion immer im Zentrum des Magneten befindet, wo das Messergebnis die höchste Qualität erreicht.

Früher wurden Aufnahmen verschiedener Körperregionen in einzelnen Abschnitten gemacht und anschließend durch Datenverarbeitung zusammengesetzt. Das verursachte längere Untersuchungszeiten für den Patienten. Jetzt dagegen wird der Patient mit Hilfe von syngo TimCT in einem Durchgang untersucht und mit nur einer Aufnahme entsteht ein nahtloses Bild. „Schon die ersten Scans haben uns gezeigt, welches Potenzial hinter dieser Technik steckt. Gerade bei Gefäß- und Tumorerkrankungen sehen wir große Verbesserungen im Arbeitsprozess“, sagte Dr. Jörg Barkhausen, leitender Oberarzt der Radiologie am Universitätsklinikum Essen, wo das erste System installiert ist.

Einige Vorteile der neuen Technik sind in Essen schon entdeckt worden, andere gilt es noch zu überprüfen. „Wir sind uns sicher, dass durch syngo TimCT auch neue Applikationen entstehen“, sagte Britta Fünfstück, verantwortlich für die Markteinführung der neuen Technologie bei Siemens Medical Solutions. „So sehen wir eine Angiographie, bei der die Aufnahme genau dem Kontrastmittelbolus durch den Körper folgt, als denkbares Anwendungsgebiet.“ Mithilfe der neuen Technik wäre es möglich, den Patiententisch jeweils so schnell und so weit vorzuschieben, wie es für das jeweilige Krankheitsbild optimal ist.

Für besonders kurze MR-Systeme bedeutet syngo TimCT ebenfalls einen großen technischen Fortschritt: Kleinere Field-of-Views können nun effizienter genutzt werden, indem man den Patienten einfach durch den Mittelpunkt fährt. So erreicht man auch bei sehr kurzen Magneten die beste Bildqualität in kürzerer Zeit, unabhängig von der Größe der zu untersuchenden Körperregion.

Einfachere Messabläufe und verringerte Arbeitsschritte sind auch für den Patienten von Vorteil. Weniger Untersuchungen müssen wiederholt werden und die kürzeren Untersuchungszeiten sorgen dafür, dass der Patient nicht so lange im MR liegen muss.

„Am Uniklinikum in Essen haben wir lange selbst an einer solchen Technik geforscht. Doch erst mit der Tim-Technologie sowie durch eine enge und sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit Siemens steht uns nun eine einfach zu bedienende und völlig integrierte Lösung zur Verfügung“, sagte Barkhausen. Mit diesem Fortschritt präsentierte sich Siemens Medical Solutions auf der Medica einmal mehr als Trendsetter: Der Hersteller hat gezeigt, dass innovative Systeme und IT-Lösungen die Prozesse im Gesundheitswesen verbessern, die Qualität der Versorgung steigern und gleichzeitig die Kosten senken können. „Syngo TimCT ist die nächste Generation der MR-Bildgebung. Sie basiert auf der bereits vielfach erprobten Tim-(Total imaging matrix) Technologie, die bereits weit über tausend Mal auf der ganzen Welt im Einsatz ist. TimCT hat das Potenzial, die MR so zu verändern, wie Spiral-CT die Computertomographie verändert hat“, erklärte Fünfstück. Erst Tim ermöglicht, dass mehrere Spulen am Patiententisch eingesteckt und simultan aktiviert werden können, was – dank paralleler Bildgebung – zu schnelleren Messungen in allen Körperregionen führt: Das ist die entscheidende Voraussetzung, um Messungen mit kontinuierlicher Tischbewegung durchzuführen.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie über die Molekularmedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe all dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit mehr als 36 000 Mitarbeiter und ist über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2006 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 8,23 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 9,33 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,06 Mrd. € (vorläufige Zahlen).

Anja Süssner | Siemens Medical Solutions
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

Weitere Berichte zu: Computertomographie Magnetresonanztomographie TimCT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Radar statt Stethoskop?
07.08.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Prostatakrebs kann per Ultraschall mit künstlicher Intelligenz besonders effektiv erkannt werden
27.07.2018 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics