Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kampf gegen Brustkrebs mit neuartigen Tests und Biochips

04.06.2008
Siemens Healthcare wählt Köln als deutschen Forschungsstandort für Molekulare Diagnostik Köln ist ab sofort der Standort für die Molekulare-Diagnostik-Forschung bei Siemens Healthcare in Deutschland.

In den neuen Labors wird „Brustkrebs“ im Fokus stehen, eine Erkrankung, die trotz zahlreicher verfügbarer Therapien weiterhin die Todesursache Nummer eins bei jungen Frauen ist.

Fast 40 Siemens- Mitarbeiter entwickeln in der Stadt am Rhein neue diagnostische Tests, die dem behandelnden Arzt helfen, für möglichst viele Patientinnen eine individuell optimierte Therapie auszuwählen, die im Vergleich zum heutigen Stand der Medizin bessere Heilungschancen mit geringeren Nebenwirkungen verbindet. Zusätzlich forscht Siemens an neuartigen Biochips, mit denen Kliniken die neu entwickelten Brustkrebstests durchführen sollen.

Das Problem bei der Behandlung von Brustkrebs: Bis heute ist es nicht möglich, die individuell unterschiedliche Wirksamkeit von verschiedenen verfügbaren Brustkrebstherapien vorherzusagen. Daher kann nicht sichergestellt werden, dass jede Patientin die für sie optimale Therapie erhält. Um diese Situation zu verbessern, entwickeln in Köln rund 40 Siemens-Mitarbeiter neuartige diagnostische Tests, mit denen sich die molekularen Eigenschaften der Tumorzellen einer Patientin genau beschreiben lassen. Die Ergebnisse sollen dem behandelnden Arzt helfen, die Therapie auf die jeweilige Patientin individuell anzupassen.

... mehr zu:
»Biochip »Brustkrebs

Zusätzlich forscht Siemens in seinem Kölner Labor an neuartigen Biochips, auf denen die neu entwickelten Brustkrebstests ablaufen sollen. Biochips können, hunderte – im Extremfall hunderttausende – diagnostischer Tests gleichzeitig durchführen. Da zur Identifikation der möglichen Angriffspunkte verschiedener Therapien viele unterschiedliche Tumoreigenschaften untersucht werden müssen, sind Biochips besonders gut geeignet, die erforderlichen zahlreichen Analysen schnell und effizient auszuführen.

„Siemens Healthcare hat sich für Köln als neuem Standort für seine molekulare Diagnostik-Forschung in Deutschland entschieden, weil diese Stadt zu den europaweit führenden Kompetenz-Zentren in der Biomedizin gehört“, sagte Donal Quinn, Chief Executive Officer der Diagnostics-Division von Siemens Healthcare.

„Aus Sicht von Siemens kann eine stärker auf molekularmedizinische und wissensbasierte Verfahren gestützte Medizin langfristig wichtige Beiträge zur Verbesserung der Qualität und Steigerung der Effizienz der Gesundheitsversorgung leisten.“

Brustkrebs ist die am häufigsten zum Tode führende Krebsart bei Frauen. Jedes Jahr werden in Deutschland über 150.000 Frauen wegen Brustkrebs behandelt. Mehr als 17.000 von ihnen sterben jährlich an dieser Erkrankung.1 Nicht nur eine qualitätsgesicherte Früherkennung von Brustkrebs, sondern auch individuelle und durch eine verlässliche Diagnostik abgesicherte Therapien sind daher wichtig. Siemens Healthcare hat deshalb umfassende Lösungen zur Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs unter dem Namen „Breast Care Solutions“ entwickelt. Diese Lösungen bestehen aus einer Kombination verschiedener bildgebender Verfahren wie Ultraschall, Mammographie und Magnetresonanztomographie, die nun durch innovative labordiagnostische Tests und EDV-basierte Auswertungssysteme ergänzt werden.

Hintergrundinformation:

Molekulare Diagnostik Die Molekulare Diagnostik konzentriert sich heute vor allem auf die frühzeitige Erkennung und Charakterisierung von Infektionskrankheiten. Sie birgt darüber hinaus auch ein enormes Potenzial, bei anderen Krankheiten, zum Beispiel Herzkreislauferkrankungen und Krebs, eine frühzeitige Diagnose und optimale Therapieauswahl maßgeschneidert für jeden Patienten zu ermöglichen.

Viele Krankheiten werden auch heute noch relativ spät entdeckt, was die Heilungschancen reduziert und die Kosten der Behandlung vervielfacht. In Ermanglung geeigneter Testverfahren ist es außerdem heute nur selten möglich, sicher vorherzusagen, ob ein Patient auf eine bestimmte Therapie anspricht oder nicht. In vielen Fällen müssen Ärzte verschiedene Therapien ausprobieren, bevor sie die richtige Therapie finden. Dies ist für die Patienten belastend, kann den Therapieerfolg gefährden und verursacht außerdem zusätzliche Kosten.

Hier setzt die molekulare Medizin an. Sie sucht nach einem besseren Verständnis der Ursachen und Zusammenhänge von Erkrankungen auf molekularer Ebene und bringt die Ergebnisse in wissensbasierte Applikationen ein. Diese Applikationen führen alle Informationen aus den verschiedenen diagnostischen Verfahren zusammen und vergleichen sie mit Referenzdaten großer Populationen. Dies soll helfen, sich anbahnende Krankheiten bereits in einem sehr frühen Stadium zu diagnostizieren und deren Ausbruch im Idealfall ganz zu verhindern oder – wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist – Therapien gezielter auszuwählen.

Siemens Healthcare ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste voll integrierte Diagnostik-Unternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 9,85 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,32 Mrd. €.

1 Statistisches Bundesamt, März 2007

Marion Bludszuweit | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/breastcare
http://www.siemens.com/healthcare

Weitere Berichte zu: Biochip Brustkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Individuelle Implantate sollen Regeneration ermöglichen
24.04.2019 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Künstliche Intelligenz schlägt Hautärzte bei der Diagnose von schwarzem Hautkrebs
11.04.2019 | Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

Das menschliche Auge ist für Grün besonders empfindlich, für Blau und Rot hingegen weniger. Chemiker um Hubert Huppertz von der Universität Innsbruck haben nun einen neuen roten Leuchtstoff entwickelt, dessen Licht vom Auge gut wahrgenommen wird. Damit lässt sich die Lichtausbeute von weißen LEDs um rund ein Sechstel steigern, was die Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen deutlich verbessern kann.

Leuchtdioden oder LEDs können nur Licht einer bestimmten Farbe erzeugen. Mit unterschiedlichen Verfahren zur Farbmischung lässt sich aber auch weißes Licht...

Im Focus: Münchner Lichtquanten-Destillerie

Garchinger Physiker entwickeln eine Technik, um reine einzelne Photonen zu extrahieren

Das Destillieren von Spirituosen steigert den Gehalt von Alkohol relativ zum Wasseranteil. Ähnlich wirkt eine Methode auf Lichtquanten, Photonen, die ein Team...

Im Focus: Energy-saving new LED phosphor

The human eye is particularly sensitive to green, but less sensitive to blue and red. Chemists led by Hubert Huppertz at the University of Innsbruck have now developed a new red phosphor whose light is well perceived by the eye. This increases the light yield of white LEDs by around one sixth, which can significantly improve the energy efficiency of lighting systems.

Light emitting diodes or LEDs are only able to produce light of a certain colour. However, white light can be created using different colour mixing processes.

Im Focus: Quantenmaterie fest und supraflüssig zugleich

Forscher um Francesca Ferlaino an der Universität Innsbruck und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben in dipolaren Quantengasen aus Erbium- und Dysprosiumatomen suprasolide Zustände beobachtet. Im Dysprosiumgas ist dieser exotische Materiezustand außerordentlich langlebig, was die Tür für eingehendere Untersuchungen weit aufstößt.

Suprasolidität ist ein paradoxer Zustand, in dem die Materie sowohl supraflüssige als auch kristalline Eigenschaften besitzt. Die Teilchen sind wie in einem...

Im Focus: Quantum gas turns supersolid

Researchers led by Francesca Ferlaino from the University of Innsbruck and the Austrian Academy of Sciences report in Physical Review X on the observation of supersolid behavior in dipolar quantum gases of erbium and dysprosium. In the dysprosium gas these properties are unprecedentedly long-lived. This sets the stage for future investigations into the nature of this exotic phase of matter.

Supersolidity is a paradoxical state where the matter is both crystallized and superfluid. Predicted 50 years ago, such a counter-intuitive phase, featuring...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

24.04.2019 | Energie und Elektrotechnik

Control 2019: Fraunhofer IPT stellt High-Speed-Mikroskop mit intuitiver Gestensteuerung vor

24.04.2019 | Messenachrichten

Warum der moderne Mensch aus Afrika kommt

24.04.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics