Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Sensoren dem Sodbrennen auf der Spur

21.05.2008
Professur Mikrosystem- und Gerätetechnik ist an einem Forschungsprojekt in der Medizintechnik beteiligt, das von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) gefördert wird

Sodbrennen entsteht, wenn der untere Schließmuskel der Speiseröhre nicht richtig funktioniert - Magensäure fließt dann zurück in die Speiseröhre. Bei unklarem Krankheitsbild wird mit Hilfe von Sensoren die Funktion der Speiseröhre unter die Lupe genommen.

Die Professur Mikrosystem- und Gerätetechnik der TU Chemnitz ist an der Entwicklung neuartiger Drucksensoren beteiligt. "Wir hoffen, dass diese Sensoren Untersuchungen der Speiseröhre - sowohl bei Sodbrennen als auch bei anderen Störungen - erheblich schneller, genauer sowie weniger unangenehm machen", so Prof. Dr. Jan Mehner, Inhaber der Professur. Die Untersuchungen von Störungen der Beweglichkeit der Speiseröhre und des unteren Schließmuskels haben in den vergangenen Jahren besondere Bedeutung erlangt, seitdem bekannt ist, dass die Refluxkrankheit ein Risikofaktor für Krebserkrankungen ist. Die Refluxkrankheit ist eine Entzündung der Speiseröhre, die durch einen längerfristigen Rückfluss von Magensäure entstehen kann.

Stichwort bei der geplanten Entwicklung ist HRM - High Resolution Manometrie. Dies ist ein Verfahren zur äußerst präzisen Messung von Drücken in der Speiseröhre. Dabei werden an sehr vielen Stellen Messungen durchgeführt, was derzeit nur mit großem Aufwand möglich ist. Der zu entwickelnde Sensor hat die Form eines Katheters, der in Hohlorgane eingeführt werden kann. Er besteht aus einer schlauchförmig ummantelten optischen Faser, die Veränderungen des Drucks auf ihrer gesamten Länge genau messen und lokalisieren kann.

"Wir sind hier an der Professur für die Simulation, die Berechnung, die Dimensionierung und den Entwurf des Sensorkatheters zuständig", berichtet Projektmitarbeiter Sebastian Voigt. Außerdem bauen die Chemnitzer Wissenschaftler einen Prüfstand auf, mit dem sie den fertigen Sensorkatheter untersuchen. Hier führen sie die Charakterisierung hinsichtlich messtechnischer, medizinischer und mechanischer Aspekte durch; messen also beispielsweise wie empfindlich der Sensor auf Druck und Temperatur reagiert oder seine mechanische Festigkeit. Der zu entwickelnde Sensor soll im Gegensatz zum derzeitigen Stand der Technik nach einem optischen Funktionsprinzip arbeiten: "Wir möchten eine höhere örtliche Auflösung erreichen, den Aufwand beim Einsatz der Manometrie erheblich reduzieren und erstmals eine praktikable Langzeitmessung ermöglichen", so Voigt.

Das Projekt wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen mit insgesamt rund 660.000 Euro über eine Laufzeit von zwei Jahren gefördert. Start war am 1. Februar 2008. Die Projektleitung liegt bei der Professur Mikrosystem- und Gerätetechnik; Kooperationspartner sind das Institut für Photonische Technologien in Jena und das Kunststoff-Zentrum in Leipzig. Die medizinische Begleitung des Projekts liegt bei der Berliner Charité, den Diakoniekliniken Frankfurt/Main und dem Klinikum Chemnitz, wo mit Dr. Andreas Teubner einer der Projektinitiatoren tätig ist. Mit dem Klinikum Chemnitz arbeitet die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik bereits seit Längerem zusammen - Mitarbeiter der Klinik halten hier Vorlesungen. In diesem Semester stehen "Medizinische Grundlagen der Mikrosystemtechnik und Informationstechnik"

auf dem Plan.

Weitere Informationen erteilt Sebastian Voigt, Professur Mikrosystem- und Gerätetechnik, Telefon 0371 531-35521, E-Mail sebastian.voigt@etit.tu-chemnitz.de

Katharina Thehos | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/bilder

Weitere Berichte zu: Mikrosystem Sodbrennen Speiseröhre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Heilung für beschädigte Knochen aus dem Labor
03.12.2019 | Hochschule Rhein-Waal

nachricht Maschinelles Lernen für die Präzisionsmedizin: Schnelltest für die Asthma-Diagnose
02.12.2019 | Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das feine Gesicht der Antarktis

Eine neue Karte zeigt die unter dem Eis verborgenen Geländeformen so genau wie nie zuvor. Das erlaubt bessere Prognosen über die Zukunft der Gletscher und den Anstieg des Meeresspiegels

Wenn der Klimawandel die Gletscher der Antarktis immer rascher Richtung Meer fließen lässt, ist das keine gute Nachricht. Denn dadurch verlieren die gefrorenen...

Im Focus: Virenvermehrung in 3D

Vaccinia-Viren dienen als Impfstoff gegen menschliche Pockenerkrankungen und als Basis neuer Krebstherapien. Zwei Studien liefern jetzt faszinierende Einblicke in deren ungewöhnliche Vermehrungsstrategie auf atomarer Ebene.

Damit Viren sich vermehren können, benötigen sie in der Regel die Unterstützung der von ihnen befallenen Zellen. Nur in deren Zellkern finden sie die...

Im Focus: Virus multiplication in 3D

Vaccinia viruses serve as a vaccine against human smallpox and as the basis of new cancer therapies. Two studies now provide fascinating insights into their unusual propagation strategy at the atomic level.

For viruses to multiply, they usually need the support of the cells they infect. In many cases, only in their host’s nucleus can they find the machines,...

Im Focus: Cheers! Maxwell's electromagnetism extended to smaller scales

More than one hundred and fifty years have passed since the publication of James Clerk Maxwell's "A Dynamical Theory of the Electromagnetic Field" (1865). What would our lives be without this publication?

It is difficult to imagine, as this treatise revolutionized our fundamental understanding of electric fields, magnetic fields, and light. The twenty original...

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Titin in Echtzeit verfolgen

13.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

LogiMAT 2020: Automatisierungslösungen für die Logistik

13.12.2019 | Messenachrichten

Das feine Gesicht der Antarktis

13.12.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics