Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vergesslichkeit liegt auch im Blut

31.03.2010
Zahnarzttermin verpasst - oder wieder einmal den Haustürschlüssel im Schloss stecken lassen? Manchen Menschen scheint Zerstreutheit im Blut zu liegen.

Wie Forscher der Universität Münster nun herausgefunden haben, könnte das im Wortsinn stimmen: Ein relativ hoher Spiegel von C-reaktivem Protein (CRP) im Blut ist mit Einschränkungen im planerischen Denkvermögen und mit entsprechenden Veränderungen der weißen Hirnsubstanz verbunden. Das zeigt eine neue Studie der Universität Münster (WWU), die in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Neurology" publiziert ist.

Zahnarzttermin verpasst - oder wieder einmal den Haustürschlüssel im Schloss stecken lassen? Manchen Menschen scheint Zerstreutheit im Blut zu liegen. Wie Forscher der Universität Münster nun herausgefunden haben, könnte das im Wortsinn stimmen: Ein relativ hoher Spiegel von C-reaktivem Protein (CRP) im Blut ist mit Einschränkungen im planerischen Denkvermögen und mit entsprechenden Veränderungen der weißen Hirnsubstanz verbunden. Das zeigt eine neue Studie der Universität Münster (WWU), die in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals "Neurology" publiziert ist.

In dieser Studie wurden 447 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren untersucht, bei denen keine relevanten neurologischen Vorerkrankungen wie etwa ein Schlaganfall oder eine Demenz bekannt waren. Alle Studienteilnehmer unterzogen sich einem ausführlichen neuropsychologischen Test, mit dem verschiedene kognitive Leistungen - wie das Gedächtnis, die Wortflüssigkeit und das planerische Denkvermögen - geprüft wurden.

Zusätzlich wurde eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes gemacht, in der mittels einer speziellen Technik - der "Diffusionstensor-Bildgebung" - subtile Veränderungen der weißen Hirnsubstanz sichtbar gemacht werden können.

Übersteigt der CRP-Gehalt im Blut nämlich ein gewisses Limit, deutet das auf eine akute Entzündung im Körper hin. Für die Studie wurden CRP-Spiegel über diesem Grenzwert ausgeschlossen. Gemessen wurde mit hochsensitiven Methoden unterhalb des Bereiches, der bei akuten Entzündungen vorliegt. Die Studie zeigte, dass höhere Serumspiegel von CRP im hochsensitiven Bereich mit schlechteren Leistungen im planerischen Denkvermögen assoziiert waren. Zudem wurden mittels der Diffusionstensor-Bildgebung Auffälligkeiten der weißen Hirnsubstanz mit steigenden CRP-Werten festgestellt. Diese Auffälligkeiten zeigten sich in frontalen Bereichen des Gehirns - Bereiche, die für den Ablauf planerischer Denkprozesse entscheidend sind.

"Durch Medikamente wie zum Beispiel Aspirin und Statine, aber auch durch körperliche Aktivität und Gewichtskontrolle lassen sich die CRP-Werte im Blut senken. Ob eine Senkung des CRP-Spiegels auch die kognitive Leistung verbessern kann, muss jedoch in weiteren Studien geklärt werden", sagt Dr. Heike Wersching, Mitarbeiterin des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der WWU und Hauptautorin der Studie. Die Untersuchung wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der VolkswagenStiftung, dem EU-geförderten Marie Curie Research and Training Network, dem Kompetenznetz Vorhofflimmern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Stiftung Neuromedizin Münster.

Alice Büsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.neurology.org/cgi/content/short/74/13/1022?rss=1
http://www.campus.uni-muenster.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Essigsäure steuert Immunzellen für eine präzise orchestrierte Abwehr
05.08.2020 | Universität Basel

nachricht Den Ursachen von schwarzem Hautkrebs auf der Spur
04.08.2020 | Deutsche Krebshilfe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics