Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strategische Zielbildung steigert Innovationsproduktivität

18.02.2013
Die Arzneimittelbranche ist gekennzeichnet durch einen langen und komplexen Innovationsprozess.

Ständig wachsende regulatorische Anforderungen, steigender Kostendruck und hohe Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen verknüpft mit einem großen Risiko der Marktfähigkeit machen die Entwicklung und Zulassung von Medikamenten zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für Pharmaunternehmen.

Insbesondere mittelständische Arzneimittelhersteller stehen dabei vor der Herausforderung, ihre eigenen Innovationstätigkeiten und -ressourcen gezielt zu fokussieren. Dabei leistet ein Vorhaben der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) künftig Unterstützung.

Ziel des IGF-Vorhabens, das von der Forschungsvereinigung der Arzneimittel-Hersteller e.V. (FAH) im Innovationsnetzwerk der AiF koordiniert wird, ist es, mittelständische Arzneimittelhersteller zu befähigen, individuelle Innovationsstrategien systematisch zu definieren und in wirksame Zielsysteme für ihre Innovationsprojekte zu überführen. Dies wollen Wissenschaftler vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen durch eine anwendungsnahe und branchenspezifische Methodik erreichen, mit der Unternehmer ihre Innovationsstrategie und darauf aufbauend die Zielsysteme ihrer Innovationsprojekte transparent und belastbar definieren und intern kommunizieren können.

In der ersten Phase des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekts sollte eine Methode entwickelt werden, die es Unternehmen der Arzneimittelbranche ermöglicht, entsprechend ihrer Kernkompetenzen die eigene und unternehmensspezifische Innovationsstrategie abzuleiten. „Dazu wurde eine Fragebogenstudie zum Thema strategische Erfolgspositionen entwickelt und an 75 mittelständische Unternehmen verschickt.

Die 32 teilnehmenden Pharmazieunternehmen wurden anhand ihrer Antworten verschiedenen Unternehmenstypen zugeordnet, die sich unter anderem durch den Innovationsgrad, das Kooperationsverhalten, den Kompetenzbereich sowie die verkaufsspezifische Ausrichtung charakterisieren lassen. Durch die Auswertung der Studienergebnisse konnten wir Rückschlüsse auf die strategischen Erfolgspositionen von Arzneimittelunternehmen ableiten.“, erläutert Dr. Jens Arnoscht vom WZL.

Im zweiten Teil des Projektes wollen die Wissenschaftler darauf aufbauend Portfolios erarbeiten, mit deren Hilfe diejenigen Innovationsprojekte identifiziert, gesteuert und überwacht werden können, die der eigenen Innovationsstrategie entsprechen. In der dritten und letzten Phase des Projektes wird eine Methodik zur Identifikation und strategiekonformen Beherrschung von Zielkonflikten in Innovationsprojekten entwickelt, da bisherige Untersuchungen zeigen, dass ein wesentlicher Verschwendungsanteil bei der Durchführung von FuE-Projekten in unklaren Zieldefinitionen und wechselnden Zielpriorisierungen zu finden ist.

„Eine klare Positionierung und Zuteilung von FuE-Ressourcen im Unternehmen mit strategisch klaren und einfach nachverfolgbaren Innovationszielen ist für mittelständische Arzneimittelhersteller überlebenswichtig.“, erklärt Dr. Stefan Wissel, Vorstandsmitglied der FAH. „Das aktuelle IGF-Projekt – kurz InnoZiel genannt – wird mittelständischen Unternehmen Instrumente an die Hand geben, in diesem Prozess die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

IGF-Vorhaben werden im Innovationsnetzwerk der AiF organisiert und aus Haushaltsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.

Ansprechpartner zum Projekt
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen), Werkzeugmaschinenlabor WZL, Dr. Jens Arnoscht, j.arnoscht@wzl.rwth-aachen.de, Telefon: + 49 241 80-27569
Über die AiF
Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. ist ein 1954 gegründetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verknüpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Aufgabe ist es, als Dachverband von rund 100 branchenspezifischen Forschungsvereinigungen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Die AiF als gemeinnütziger Verein ist Träger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut gemeinsam mit der AiF Projekt GmbH und der AiF F∙T∙K GmbH, ihren einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere Förderprogramme der öffentlichen Hand. Im Jahr 2012 setzte die AiF rund 485 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ein.
Pressekontakt
Alexandra Dick, Telefon: +49 221 37680-112, presse@aif.de

Alexandra Dick | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät
14.12.2018 | Exzellenzcluster Entzündungsforschung

nachricht Telomerverlängerung entscheidend für Krankheitsverlauf
07.12.2018 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wenn sich Atome zu nahe kommen

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ - dieses Faust’sche Streben ist durch die Rasterkraftmikroskopie möglich geworden. Bei dieser Mikroskopiemethode wird eine Oberfläche durch mechanisches Abtasten abgebildet. Der Abtastsensor besteht aus einem Federbalken mit einer atomar scharfen Spitze. Der Federbalken wird in eine Schwingung mit konstanter Amplitude versetzt und Frequenzänderungen der Schwingung erlauben es, kleinste Kräfte im Piko-Newtonbereich zu messen. Ein Newton beträgt zum Beispiel die Gewichtskraft einer Tafel Schokolade, und ein Piko-Newton ist ein Millionstel eines Millionstels eines Newtons.

Da die Kräfte nicht direkt gemessen werden können, sondern durch die sogenannte Kraftspektroskopie über den Umweg einer Frequenzverschiebung bestimmt werden,...

Im Focus: Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können.

Weltweit laufen Bestrebungen, Datenspeicher immer weiter zu verkleinern, um so auf kleinstem Raum eine möglichst hohe Speicherkapazität zu erreichen. Bei fast...

Im Focus: Data storage using individual molecules

Researchers from the University of Basel have reported a new method that allows the physical state of just a few atoms or molecules within a network to be controlled. It is based on the spontaneous self-organization of molecules into extensive networks with pores about one nanometer in size. In the journal ‘small’, the physicists reported on their investigations, which could be of particular importance for the development of new storage devices.

Around the world, researchers are attempting to shrink data storage devices to achieve as large a storage capacity in as small a space as possible. In almost...

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kommunikation zwischen neuronalen Netzwerken

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Beim Phasenübergang benutzen die Elektronen den Zebrastreifen

17.12.2018 | Physik Astronomie

Pharmazeuten erzielen Durchbruch bei Suche nach magensaftbeständigen Zusätzen für Medikamente

17.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics