Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaganfall: Jeder fünfte bleibt rätselhaft

13.03.2019

Herzstiftung informiert über kryptogenen Schlaganfall und welche Herzkrankheiten häufigste Ursachen sind

Bluthochdruck, Vorhofflimmern oder Ablagerungen in den Halsschlagadern: Ein Großteil der jährlich rund 270.000 Schlaganfälle in Deutschland geht auf Erkrankungen der Gefäße oder des Herz-Kreislauf-Systems zurück. Doch bei etwa 20 bis 30 Prozent der Hirninfarkte bleibt die Ursache im Dunkeln. Ärzte sprechen dann von einem „kryptogenen Schlaganfall“.


Ursachen des Schlaganfalls: Die meisten Schlaganfälle werden von einer Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht.

Copyright: DHS/Jan Neuffer

Solche Schlaganfälle verlaufen in der Regel weniger schwer und hinterlassen weniger bleibende Schäden als solche, bei denen die Ursache schnell geklärt werden kann.

„Insgesamt haben kryptogene Schlaganfälle eine bessere Prognose als Schlaganfälle mit bekannter Ursache“, betont Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung in der aktuellen Ausgabe der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ HEUTE. Sie dürften aber nicht weniger ernst genommen werden, weil auch hier die Mangelversorgung eines Gehirnareals aufgrund eines verengten oder verschlossenen hirnversorgenden Blutgefäßes zu bleibenden Hirnschäden führt, wie der Kardiologe aus Hamburg betont.

„Daher sollte bei jedem Schlaganfall mit der Notrufnummer 112 der Notarzt gerufen werden, der die betroffene Person in eine Klinik mit Schlaganfall-Einheit bringt“, so Meinertz.

„Ob es sich um eine Vorstufe des Schlaganfalls in Form einer transitorischen ischämische Attacke, kurz TIA, oder einen Schlaganfall kryptogener Ursache handelt, kann nur durch die nachfolgende Diagnostik geklärt werden.“

Was Herzpatienten über den Schlaganfall wissen sollten, an welchen Symptomen sie den Schlaganfall erkennen und wie man sich im Notfall verhält, erläutert Meinertz in dem Experten-Beitrag „Schlaganfall ohne Ursache?“ in HERZ HEUTE 2/2019, der kostenfrei bei der Herzstiftung angefordert werden kann unter Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de (Stichwort: „Schlaganfall ohne Ursache“). Weitere Infos bietet die Herzstiftung online unter www.dhs.tips/schlaganfall

Angeborene oder erworbene Herzfehler als mögliche Ursachen
Je nach Lebensalter kommen unterschiedliche Ursachen für einen kryptogenen Schlaganfall in Betracht. Bei jüngeren Patienten im Alter zwischen 16 und 30 Jahren stecken nicht selten angeborene Herzfehler dahinter – insbesondere das offene oder persistierende Foramen ovale, kurz PFO.

Bei diesem Herzfehler ist die Scheidewand zwischen dem rechten und dem linken Vorhof nicht richtig verschlossen. Das begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln, die ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall auslösen können. „Etwa die Hälfte der Patienten mit der Diagnose ,kryptogener Schlaganfall‘, die jünger als 60 Jahre sind, haben ein PFO“, so Meinertz.

Mehr zum PFO und zu möglichen Therapien lesen Interessierte in der neuen Ausgabe von HERZ HEUTE. Im Alter zwischen 31 und 60 Jahren spielen erworbene Herzkrankheiten als Ursache des kryptogenen Schlaganfalls eine größere Rolle. Dies können beispielsweise Herzklappenfehler oder Kardiomyopathien, also Herzmuskelerkrankungen, sein.

Vorhofflimmern wird häufig nicht erkannt
Bei älteren Schlaganfallpatienten über 60 Jahren ist Vorhofflimmern eine häufige Ursache des kryptogenen Schlaganfalls. Tritt die Herzrhythmusstörung nur anfallsweise auf, ist sie jedoch schwer zu diagnostizieren und wird dann oft nicht als Ursache erkannt.

„Bei älteren Patienten mit einem Schlaganfall vermeintlich unbekannter Ursache sollte immer systematisch nach Anfällen von Vorhofflimmern gesucht werden“, so Meinertz. Der Nachweis sei allerdings häufig nur mit aufwändiger Diagnostik möglich wie mit wiederholten Langzeit-EKGs oder dem Einsatz von „Event-Rekordern“, die eine kontinuierliche Beobachtung der Herzfrequenz ermöglichen.

Bei Vorhofflimmern können sich leicht Blutgerinnsel in den Herz-Vorhöfen bilden. Gelangen diese ins Gehirn und verstopfen dort eine Arterie, kommt es zum Schlaganfall. Viele Patienten mit der Herzrhythmusstörung nehmen daher gerinnungshemmende Medikamente ein, um einem Schlaganfall vorzubeugen (Infos: www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-ratgeber.html ).

Schlaganfall-Warnzeichen rechtzeitig erkennen und Notruf 112 wählen
Herzpatienten sollten die Symptome und auch mögliche Vorboten eines Schlaganfalls kennen. Oft treten einzelne Symptome bereits Tage oder Wochen vorher auf, verschwinden aber nach wenigen Minuten wieder. Diese Warnzeichen können auf einen Schlaganfall hinweisen oder ihn ankündigen:

- Lähmung in einem Arm, Bein oder einer Gesichtshälfte
- Schwierigkeiten beim Sprechen
- Plötzlich auftretende Sehstörungen
- Plötzliche starke Kopfschmerzen

Wer eines dieser Symptome bei sich bemerkt, sollte nicht zögern, sondern den Notruf 112 wählen. Wichtig ist, keine Zeit zu verlieren, sondern schnell zu handeln.

Weitere Tipps, wie sich Herzpatienten vor einem Schlaganfall schützen, und wie sie im Notfall richtig handeln, erläutert der Online-Beitrag unter www.dhs.tips/schlaganfall

Der Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ informiert über Ursachen, aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns sowie über die Gerinnungshemmung. Der Band (136 S.), verfasst von renommierten Herzspezialisten, ist kostenfrei erhältlich unter www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-ratgeber.html  oder per Telefon unter 069 955128-400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de

Download dieses druckfähigen Bildmaterials unter:
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/schlaganfall-grafik.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/schlaganfall-grafik-ohne-text.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/vorhofflimmern-ratgeber.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/vorhofflimmern-ratgeber-collage.jpg
www.herzstiftung.de/presse/bildmaterial/portrait-prof-meinertz.jpg

Bildnachweise:
Vorhofflimmern-Ratgeber: DHS/Cover: J. Neuffer; Collage C. Marx
Portrait Prof. Dr. Thomas Meinertz: Andreas Riess
Schlaganfall-Illustration: DHS/Jan Neuffer

CME

9/2019
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Michael Wichert/Pierre König
Tel. 069 955128-114/-140
E-Mail: presse@herzstiftung.de

www.herzstiftung.de

Originalpublikation:

Thomas Meinertz, Schlaganfall ohne Ursache? Fragen und Antworten zum kryptogenen Insult, in: Deutsche Herzstiftung (Hg.), HERZ HEUTE - Zeitschr. der Deutschen Herzstiftung, Ausgabe 2/2019, Frankfurt a. M. 2019.

Weitere Informationen:

http://www.dhs.tips/schlaganfall


https://www.youtube.com/watch?v=Hs9UU4nEf_M


http://www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-ratgeber.html

Michael Wichert | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Prüfmethode für die Trinkwassertechnik
21.02.2020 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Zwei Fliegen mit einer Klappe: Entzündung gehemmt, Knochenheilung gefördert
20.02.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics