Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Immuntherapie bei Sepsis

10.02.2020

Die personalisierte Immuntherapie gibt Hoffnung, die Sterblichkeit bei Sepsis-Patienten zu senken. Das neue Forschungsprojekt ImmunoSep, eine internationale Zusammenarbeit von 14 Partnern, erforscht den Nutzen der Präzisionsmedizin zur Behandlung dieser lebensbedrohlichen Erkrankung und ebnet gleichzeitig den Weg für weitere Forschung auf diesem Gebiet. Das vom Radboud University Medical Center, Nijmegen, Niederlande, koordinierte Projekt wird in den nächsten vier Jahren mehr als zehn Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm „Horizon 2020“ der Europäischen Union erhalten. Die Universität Bonn ist daran beteiligt und erhält rund 750.000 Euro Fördermittel.

Sepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch die Reaktion des Körpers auf eine Infektion mit Bakterien, Pilzen oder Viren verursacht wird.


Am häufigsten betrifft sie Erwachsene über 65 Jahre, Kinder unter einem Jahr, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Lungenkrankheiten, Krebs und Nierenerkrankungen sowie Patienten mit einem geschwächten Immunsystem.

Sepsis tritt mit schätzungsweise 50 Millionen Fällen weltweit pro Jahr auf. Sie ist eine der häufigsten Todesursachen für Krankenhaus-Patienten in europäischen Ländern mit einer hohen Sterblichkeitsrate von 30 bis 40 Prozent.

Auch wenn die Verschreibung von Antibiotika und die Einrichtung von Intensivstationen die Zahl der Sepsis-bezogenen Todesfälle bereits stark reduziert haben, soll die Einführung eines Immuntherapie-Ansatzes den Ausgang der Krankheit für die Betroffenen deutlich verbessern.

Hier kommt ImmunoSep ins Spiel. Während frühere Studien einen einheitlichen Behandlungsansatz gefördert haben, konzentriert sich dieses multinationale Projekt auf die Erforschung der personalisierten Immuntherapie.

„Zum Wohle des Patienten wird ImmunoSep neuartige wissenschaftliche Grundprinzipien auf die direkte klinische Praxis anwenden. Wir haben das Projekt daher an der Schnittstelle zwischen Spitzenwissenschaft, translationalen und klinischen Programmen und der Integration der Sozialwissenschaften in die tägliche klinische Praxis positioniert.

Unser Ziel ist eine rasche Umsetzung `von der Idee zur Anwendung´, ausgehend von der molekularen Grundlagenforschung bis hin zur translationalen Medizin und Epidemiologie“, sagt Prof. Mihai Netea.

Er ist Leiter der Abteilung für Experimentelle Medizin, Abteilung für Innere Medizin am Radboud University Medical Center (RadboudUMC), sowie Abteilungsleiter für Immunologie und Stoffwechsel am Life & Medical (LIMES) Institut der Universität Bonn. Zusammen mit Prof. Evangelos Giamarellos-Bourboulis von der National and Kapodistrian University of Athens koordiniert er ImmunoSep.

„Mit Hilfe modernster Sequenziertechnologien an Immunzellen im Blut von Sepsis-Patienten versuchen wir, Muster in den zellulären Programmen zu finden, die uns helfen, diejenigen Patienten zu identifizieren, die eine zusätzliche Therapie erhalten“, sagt Prof. Dr. Joachim L. Schultze, Mitglied des Exzellenzclusters ImmunoSensation und Leiter der Plattform für Single Cell Genomics und Epigenomics an der Universität Bonn und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) sowie Leiter der Abteilung Genomik & Immunregulation am LIMES-Institut der Universität Bonn.

„Wir wollen einen neuen Weg zur Behandlung schwerer Infektionen durch eine personalisierte Behandlung eröffnen, die einen qualitativen Sprung im Ergebnis der Sepsis darstellen und eine Grundlage für die künftige Präzisionsmedizin bei immunologischen Erkrankungen schaffen kann“, sagt Prof. Giamarellos.

ImmunoSep bringt Partnerinstitutionen aus Österreich, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Israel, den Niederlanden, Rumänien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zusammen. Projektauftakt ist bei einem ersten Treffen vom 10. bis 11. Februar 2020 in Nijmegen, Niederlande.

Weitere Informationen:

http://www.immunosep.eu

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom
01.04.2020 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Pool-Testen von SARS-CoV-2 Proben erhöht die Testkapazität weltweit um ein Vielfaches
31.03.2020 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics