Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Knochenmarkkrebs: Hamburger Forscherin arbeitet an Therapie für die bislang unheilbare Krankheit

04.10.2012
Ein Hamburger Forscherteam um Dr. Mascha Binder arbeitet an einer Therapie für das bisher unheilbare Multiple Myelom.

Bei dieser Form des Knochenmarkkrebses vermehren sich Antikörper-produzierende Zellen, die sogenannten Plasmazellen, unkontrolliert. Obwohl viele Patienten auf eine Chemotherapie zunächst ansprechen, erleben sie in der Regel einen Rückfall ihrer Erkrankung.

Binder vermutet: „Durch die gängigen Verfahren werden lediglich die bösartigen Plasmazellen abgetötet, nicht aber deren unreifere Krebsvorläuferzellen“. Daher will die Fachärztin diese entarteten Stammzellen unter die Lupe nehmen und Strategien entwickeln, wie diese gezielt abgetötet werden können.

Während im gesunden Organismus das blutbildende System eine Vielzahl unterschiedlicher Plasmazellen hervorbringt, kommt es beim Multiplen Myelom auf noch nicht abschließend geklärte Weise zur bösartigen Vermehrung eines einzelnen Plasmazellklons im Knochenmark. Die betroffenen Patienten leiden u.a. unter Knochenbrüchigkeit, Nierenversagen und Blutarmut.

Plasmazellen entwickeln sich aus weißen Blutkörperchen. Diese werden zusammen mit anderen Immunzellen im Knochenmark von Stammzellen gebildet. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass die bösartigen Plasmazellen aus einem Pool von bereits entarteten Vorläuferzellen mit Stammzell-Eigenschaften entstehen. Diese vermeintlichen Vorläuferzellen sind – in höherem Maße als die eigentlichen Tumorzellen – resistent gegen herkömmliche chemotherapeutische Behandlung. Diese Chemotherapie-Resistenz könnte die hohe Rückfallrate bei dieser Erkrankung erklären.

Zur Verbesserung der Therapie des Multiplen Myeloms setzt die Hamburger Forschungsgruppe daher auf eine gezielte Eliminierung dieser Vorläuferzellen. Wie die Abtötung der Vorläuferzellen erfolgen kann, wollen Binder und ihr Team von Patienten lernen, deren natürliches Immunsystem den Krebs zurückgedrängt hat. Dazu untersuchen sie Blutproben dieser Patienten mit Hilfe eines am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf etablierten Verfahrens.

Die Forscher prüfen im ersten Schritt, ob sich die Immunantworten der Patienten tatsächlich gegen die Krebsvorläuferzellen gerichtet haben. Falls ja, wollen Binder und ihr Team die genauen Angriffspunkte der Immunantwort an den Krebszellen identifizieren. Diese Erkenntnisse würden dann den Weg für eine Therapie bereiten, die sich gezielt gegen die Vorläuferzellen richtet.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsvorhaben als Fortsetzung einer ersten Projektphase mit weiteren rund 200.000 €. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.
Kontakt (Projektleiterin):
Dr. med. Mascha Binder, Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie
Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
II. Medizinische Klinik, Onkologie und Hämatologie
Tel.: +49 (40) 7410 51953
E-mail: m.binder@uke.de

Sylvia Kloberdanz | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mister Raney bekommt Konkurrenz - Ein neuer Katalysator auf Nickel-Basis nutzt Nano-Strukturen

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

16.07.2018 | Physik Astronomie

Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen

16.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics