Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der Spur eines "Zwillings-Genes"

07.12.2000


Team des Klinikums der Universität München berichtet über Zusammenhang zwischen Enzym-Mutation und Zwillingswahrscheinlichkeit

Einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer bestimmten Enzym-Mutation und der Häufigkeit des spontanen Entstehens von Zwillingen hat jetzt ein Ärzteteam des Klinikums der Universität München aufgezeigt.

Wie Dr. Uwe Hasbargen und Prof. Dr. Christian J. Thaler, beide Oberärzte der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, zusammen mit Priv. Doz. Dr. Peter Lohse vom Institut für Klinische Chemie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Human Reproduction (vol. 15 no.12, pp.2659-2662, 2000) berichten, hat die Beschaffenheit des Enzyms Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR) entscheidenden Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft.

MTHFR ist ein Enzym, das in wichtige Prozesse des Aminosäurestoffwechsels und der Zellteilung eingreift. Eine bestimmte Mutation des MTHFR-Gens (C677T) stellt offenbar einen "Schutz gegen spontane Zwillingsschwangerschaften" dar. Das Vorliegen dieser MTHFR-Mutation, die bei ca. 50% der Europäer vorhanden ist, kann mit einem molekularbiologischen Standardverfahren, das Lohse für die Routinediagnostik anbietet, in einer Blutprobe nachgewiesen werden.

"Während in Europa der Anteil der Zwillingsgeburten an der Geburtengesamtzahl bei ca. 1,2% liegt, ist diese Rate mit 3,2% bei den von diesem Defekt kaum betroffenen Afrikanern wesentlich höher. Komplementär dazu liegt bei den Asiaten, bei denen sich eine noch weit über dem europäischen Wert liegende Häufigkeit der C677T-Mutation nachweisen lässt, die Zwillingsgeburtenrate bei nur 0,6%", so Hasbargen.

Die Ergebnisse des Forscher-Teams aus München wird in der Reproduktionsmedizin weitreichende Folgen haben, vermutet Thaler, der diesen Bereich am Klinikum Großhadern leitet. So lässt sich mit Hilfe des Nachweises oder Ausschlusses dieser Mutation z. B. das Mehrlingsrisiko deutlicher einschätzen, wenn sich eine Frau zu einer künstlichen Befruchtung entschließt. Zudem können die Mediziner bei dem Eingriff die Zahl der benötigten Eizellen und Hormongaben präziser dosieren.

Der vollständige Artikel kann im pdf.format angefordert werden.

Kontakt und weitere Informationen:
S. Nicole Bongard
Klinikum der Universität München
Pressestelle
Marchioninistraße 15
D-81377 München
Telefon: ++49/89/7095-5016, Telefax: -2019
E-Mail: nicole.bongard@verw.med.uni-muenchen.de

S. Nicole Bongard | idw

Weitere Berichte zu: Enzym Enzym-Mutation Zwillingsschwangerschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics