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Transplantation von Leberzellen rettet Neugeborenen

28.03.2007
MHH-Kinderärzte wenden innovatives Therapieverfahren bei angeborener Stoffwechselstörung an

Ärzte der Abteilung Kinderheilkunde, Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen der Medizinischen Hochschule (MHH) haben erstmals einem Neugeborenen Leberzellen transplantiert, um eine angeborene Stoffwechselerkrankung zu heilen. "Maximilians Körper hat die fremden Zellen gut angenommen, er ist inzwischen zwei Monate alt und entwickelt sich altersentsprechend", freut sich der behandelnde Arzt Professor Dr. Anibh Martin Das.

Der Säugling litt unter einem Harnstoffzyklusdefekt. Bei dieser Erkrankung entgleist der Stoffwechsel der Neugeborenen schon in den ersten Lebenstagen, weil Ammoniak nur noch vermindert abgebaut wird: Der Körper vergiftet sich selbst. Die Folge ist häufig eine lebenslange Funktionsstörung des Gehirns mit geistiger Behinderung und Epilepsie. Auch akute Todesfälle kommen vor trotz Behandlung vor, wenn der Ammoniakspiegel durch Diät oder Medikamente nicht schnell genug gesenkt werden kann. Maximilians Eltern hatten bereits ein Kind mit Harnstoffzyklusdefekt im Neugeborenenalter verloren. Jedes 10.000 te Kind ist von dieser Erkrankung betroffen "Bei Maximilian sind nur etwa zwei Prozent der Leberzellen transplantiert worden, so dass mit den Zellen einer einzigen Spenderleber bis zu 25 Neugeborene versorgt werden können", erklärt Professor Dr. Jochen Ehrich, Direktor der Abteilung Kinderheilkunde, Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen.

Maximilian wurden an seinem ersten Lebenstag über einen Nabelvenenkatheter gesunde Leberzellen in die Lebervene gespritzt. Die fremden Zellen haben dort sofort die Entgiftungsfunktion übernommen und eine Stoffwechselentgleisung verhindert. Der Katheter wurde vom MHH-Kinderkardiologen Dr. Harald Bertram in der Pfortader des Kindes platziert. Eine Lebertransplantation, die sonst die einzige Rettung gewesen wäre, braucht das Kind jetzt nicht mehr. Damit die fremden Zellen nicht abgestoßen werden, erhält Maximilian eine Immunsuppression.

Die Methode der Leberzelltransplantation erprobten die MHH-Internisten Professor Dr. Michael Manns, Direktor der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, und Professor Dr. Michael Ott bereits an Erwachsenen mit Leberversagen. Die Leberzellen stammen aus Spenderorganen, die für eine Organtransplantation nicht geeignet sind. Die Methode zur Isolaton der Leberzellen entwickelte die Firma Cytonet in Kooperation mit den MHH-Ärzten und wurde dafür im Januar 2007 mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

Ein Problem ist nach wie vor die mangelnde Bereitschaft zur Organspende. In der MHH standen 2006 281 Menschen auf der Warteliste für eine neue Leber.

Weitere Informationen gibt Ihnen gern Professor Dr. Anibh M. Das unter Telefon (0511) 532-8073 oder E-Mail das.anibh@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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