Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mini-Regenschirm für das kranke Herz

15.02.2007
Jenaer Kardiologen entwickeln künstliche Mini-Herzklappen - Vorstellung am 25. Februar am UKJ

Herzoperationen sind eine Belastung für den Körper, besonders bei älteren und durch Herzerkrankungen geschwächten Menschen. Um auch ihnen künftig die oft lebensrettende Operation zu ermöglichen, arbeiten die Kardiologen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) an einem schonenderen OP-Verfahren: Eine künstliche Herzklappe wird so klein gefaltet, dass sie durch einen winzigen Schnitt über die Leistenschlagader zum Herzen geführt werden kann. Dort klappt sich der Mini-Regenschirm auf und ersetzt die kranke Herzklappe.

Prof. Dr. Hans-Reiner Figulla, Direktor der Klinik für Innere Medizin I am UKJ, hat diese Technik gemeinsam mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für Angewandet Optik und Feinmechanik entwickelt. "Für viele Herzkranke kommt ein stundenlanger Eingriff am schlagenden Herzen gesundheitlich nicht mehr in Frage", erklärt Kardiologe Figulla den Ausgangspunkt der gemeinsamen Forschungsarbeit. Dabei sind Schädigungen der Herzklappen für die Betroffenen sehr gefährlich - die kleinsten Belastungen wie schnelles Aufstehen führen zu Atemnot und Herzbeschwerden. "Dank der faltbaren Herzklappe könnten wir den Patienten mit einem wenig belastenden Eingriff wirksam helfen. Wir verbessern so nicht nur ihre Lebensqualität, sondern verlängern auch das Leben", beschreibt Mit-Entwickler Dr. Markus Ferarri die Möglichkeiten des neuen Verfahrens.

Dafür mussten die Wissenschaftler eine Lösung finden, wie die künstliche Herzklappe ohne große Operation an ihren Bestimmungsort, das Herz der Patienten, gelangen kann. Die Lösung besteht in einer Verbindung der 25 Millimeter großen künstlichen Herzklappe mit einer Gefäßstütze, einem so genannten Stent. Dieser wird wie eine Ziehharmonika gefaltet und kann so mittels Herzkatheter durch die Schlagader zum Herzen geführt werden. "Dort klappt sich die Konstruktion wie ein Regenschirm auf, entfaltet die Herzklappe und ersetzt so die defekte Klappe", schildert Markus Ferarri den im Körper verborgen ablaufenden Mechanismus. Noch sind die Herzklappen lediglich unter Laborbedingungen im Einsatz, muss das Verfahren noch zahlreiche Tests durchlaufen und weiterentwickelt werden. "Wir sind aber optimistisch, in zwei Jahren dieses Verfahren unseren Patienten anbieten zu können", ist Prof. Figulla überzeugt. Bis dahin bedarf es jedoch noch weiterer Forschungsarbeit in den Laboren der Mediziner und Feinmechaniker.

Die neue Technik bereits jetzt kennen lernen können allerdings Besucher zum "Tag der Gesundheitsforschung" am 25. Februar am Universitätsklinikum Jena-Lobeda. Während des Informationstages zur Medizinforschung für ein gesundes Herz unter dem Motto "Herz - Motor des Lebens" werden die Kardiologen auch das innovative Forschungsprojekt des Mini-Regenschirms für das Herz vorstellen.

25. Februar, 10:00 bis 16:00 Uhr
"Herz - Motor des Lebens", Tag der Gesundheitsforschung 2007
Universitätsklinikum Jena-Lobeda
Erlanger Allee 101

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de/tdgf
http://www.tag-der-gesundheitsforschung.de

Weitere Berichte zu: Herzklappe Kardiologe Mini-Regenschirm UKJ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics