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Neue Forschungen bei Herz-Kreislauferkrankungen

10.01.2001


Sonderforschungsbereich/Transregio im Bereich Humanmedizin Göttingen eingerichtet

Der Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen hat von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) erhalten, der seit Januar 2001 seine Arbeit aufgenommen hat. Inhalt der Forschungen des SFBs ist die "Biomechanische Phänotyp-Regulation im Herz-Kreislaufsystem", die sich unter anderem mit Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Arteriosklerose beschäftigt. Bei diesen Erkrankungen führt der durch das strömende Blut ausgeübte Druck, die so genannte hämodynamische Last, zu Veränderungen der betroffenen Herz- und Gefäßzellen. An dem so genannten SFB/Transregio sind die Universitäten Göttingen, Halle-Wittenberg und die Medizinische Hochschule Hannover beteiligt. Die DFG fördert das Projekt zunächst für drei Jahre mit rund 4,5 Millionen Mark. Der Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen übernimmt mit Professor Dr. Gerd Hasenfuß und Professor Dr. Markus Hecker als seinem Stellvertreter die Sprecherfunktion der beteiligten Institutionen. Abweichend von der Form des ortsgebundenen Sonderforschungsbereiches, der einer lokalen Profilbildung dient, ist ein Transregio durch mehrere, in der Regel zwei bis drei Standorte, gekennzeichnet. Hier werden Kooperationspartner zusammengeführt, deren Beiträge sich auf hohem wissenschaftlichen Niveau ergänzen.

Die "biomechanische Phänotyp-Regulation" stellt eine zentrale Frage in der Erforschung von Herz-Kreislauferkrankungen dar. "Das Thema umfasst Untersuchungen zur Erforschung der beiden häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen, der Herzinsuffizienz und der Arteriosklerose," sagt Professor Dr. Gerd Hasenfuß, Leiter der Abteilung Kardiologie und Pneumologie der Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin. Beide Erkrankungen stellen die häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen dar und sind von großer sozioökonomischer Relevanz. Der Verlauf beider Erkrankungen ist entscheidend von der biomechanischen Last auf Herz- und Gefäßzellen abhängig. Diese Last bewirkt eine Änderung der Genexpression, die dann weitere krankhafte Veränderungen an Herz- und Gefäßsystem (Phänotypänderung) zur Folge hat. So führen Druck- und Volumenbelastung am Herzen zum Beispiel nach einem Infarkt zur Verdickung der Herzwand (Hypertrophie) und Erweiterung (Dilatation) des Herzens, die mit einer veränderten Genexpression verbunden sind. Am Gefäßsystem führen Dehnung und veränderte Schubspannung bei Bluthochdruck zum Gefäßumbau und zur Arteriosklerose. Die Kenntnis der Mechanismen, die der Phänotypänderung zugrunde liegen, ist von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Pathophysiologie von Herz-Kreislauferkrankungen. Gleichzeitig ist sie die Grundvoraussetzung für eine kausal orientierte molekulare Therapie dieser Erkrankungen.

An dem SFB arbeiten neun Abteilungen mit insgesamt zehn Projekten von ausgewiesenen Arbeitsgruppen zusammen. Es werden Untersuchungen auf der Ebene der Signalerkennung, der Signaltransduktion und der Genexpression und Phänotypänderung vorzugsweise an menschlichem Gewebe durchgeführt und molekularbiologische, biochemische und biophysikalische Untersuchungstechniken angewandt. Die Vernetzung der Arbeitsgruppen an den verschiedenen Standorten erfolgt über moderne Informationstechnologien. Das Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur unterstützt diese Vernetzung mit zusätzlichen Fördermaßnahmen.

Weitere Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abteilung Kardiologie und Pneumologie
Professor Dr. Gerd Hasenfuß
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel. 0551/39 - 63 51

Rita Wilp | idw

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