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09.04.2001


Sonderforschungsbereich Transregio 6002 an der Medizinischen Fakultät Halle

Etwa 50 Prozent aller Todesfälle in Deutschland sind die Folgen von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Als häufigste Ursachen treten Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Arteriosklerose auf. Im Rahmen des neuen Sonderforschungsbereiches Transregio 6002
(SFB TR 6002) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sollen nun die zugrunde liegenden Veränderungen an Herz und Gefäßsystem genauer erforscht werden, um diejenigen Signale herauszufinden, die zu krankheitsrelevanten Veränderungen an Herz- und Gefäßzellen führen. Die Mediziner hoffen, daraus neue Therapiemöglichkeiten ableiten zu können.

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Der SFB TR 6002 ist bundesweit der zweite. Diese neue Form soll führenden Arbeitsgruppen Deutschlands die Zusammenarbeit erleichtern. Anders als bei einem lokalen SFB, arbeiten die Kooperationspartner eines Transregio in der Regel an zwei bis drei Standorten und ergänzen einander auf hohem wissenschaftlichem Niveau.
Am SFB TR 6002 beteiligen sich die Universitäten Halle-Wittenberg und Göttingen sowie die Medizinische Hochschule Hannover. Die halleschen ForscherInnen - Prof. Dr. Otto-Erich Brodde, Prof. Dr. Maria Gallitelli, PD Dr. Mechthild Hatzfeld, Prof. Dr. Jürgen Holtz, Prof. Dr. Gerrit Isenberg, Dr. Henning Morawietz - kommen aus den Bereichen Pathophysiologie, Pharmakologie, Physiologie und Medizinische Grundlagenforschung.

Ende 2000 wurde durch den Senat der DFG der SFB TR 6002 bewilligt. Das Thema dieser Verbundforschung: "Biomechanische Phänotyp-Regulation im Herz-Kreislaufsystem". Am 1. Januar 2001 nahmen die am SFB TR 6002 beteiligten WissenschaftlerInnen und Einrichtungen ihre vorerst auf drei Jahre veranschlagte Arbeit auf.
Rund die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland resultiert aus Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems: Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und Arteriosklerose stehen dabei als Ursachen im Vordergrund. Bei diesen Erkrankungen führt die hämodynamische Last - der durch das strömende Blut ausgeübte Druck auf die Gefäße - zu Veränderungen der betroffenen Herz- und Gefäßzellen. Oft geht damit eine veränderte Funktion etwa der Muskelzellen in den Gefäßwänden einher: Sie teilen sich und wachsen - das wiederum bewirkt eine Einengung des Gefäßvolumens. Ein Beispiel dafür ist die Re-Stenose (erneute, krankhafte Verengung) von Herzkranzgefäßen, nachdem diese bereits einmal per Ballonkatheter aufgeweitet wurden. Bei gesunden Menschen dagegen können derartige biomechanischen Abläufe dazu führen, dass infolge lokaler Wirkstoffe (wie Stickstoffoxid) bei erhöhtem Durchfluss das Endothel (die innere Zellschicht des Gefäßes) erschlafft und eine Gefäßerweiterung eintritt. WissenschaftlerInnen wollen nun gezielt diese durch mechanische Kräfte ausgelösten Veränderungen an Herz und Gefäßsystem auf allen Ebenen der Signalübertragung untersuchen. Ihr Ziel ist es, Signale zu finden, die krankheitsrelevante Veränderungen an Herz- und Gefäßzellen induzieren, wenn diese zum Beispiel durch Bluthochdruck oder bei Gefäßverengung übermäßig beansprucht werden. Das Erkennen relevanter zellulärer Signale und Zusammenhänge wird das Verständnis für viele Herz- und Kreislauferkrankungen verbessern. Die Mediziner hoffen, daraus neue Therapiemöglichkeiten ableiten zu können.

Der SFB TR 6002 ist bundesweit der zweite "Transregio". Diese neue Form wurde von der DFG eingerichtet, um den jeweils führenden Arbeitsgruppen Deutschlands die Zusammenarbeit auf ihrem Gebiet zu erleichtern. Anders als beim ortsgebundenen SFB, der lokaler Profilbildung dient, ist ein Transregio durch mehrere, in der Regel zwei bis drei Standorte gekennzeichnet. Hier werden Kooperationspartner zusammengeführt, deren Beiträge sich auf hohem wissenschaftlichem Niveau zwingend ergänzen. Die Wahl der Transregio-Partner erfolgt aufgrund der Expertise und internationalen Reputation der beteiligten Forscher, der Ergänzung der etablierten Methoden und ihrer bisherigen Kooperation.

Im SFB TR 6002 sind die Medizinische Fakultät Göttingen (3 Projekte), die Medizinische Hochschule Hannover (2 Projekte) und die Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität (5 Projekte) zusammengeschlossen. Die Mediziner in Halle erhielten als einzige der beteiligten Einrichtungen sämtliche eingereichten Projekte bewilligt und genießen damit den Löwenanteil der Förderung.

Prof. Dr. Gerrit Isenberg/Dr. Margarete Wein

Nähere Informationen:


Prof. Dr. Gerrit Isenberg
Tel.: 0345 / 557 13 89
Fax: 0345 / 557 40 19
E-Mail: gerrit.isenberg@medizin.uni-halle.de

Ingrid Godenrath | idw

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