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Blutproben blitzschnell analysiert

13.09.2006
Mehr als sechs Blutwerte in weniger als einer Minute lassen sich mit Hilfe eines am Institut für Biophysik der Universität Frankfurt entwickelten Verfahrens kostengünstig und zuverlässig bestimmen. Die Molekülstrukturen von Blutzucker, Cholesterin, Blutfetten, verschiedenen Eiweißen oder Harnstoffen werden mit Hilfe von infrarotem Messlicht analysiert und die Konzentrationen der Inhaltsstoffe mit hoher Genauigkeit ermittelt. Da das Verfahren ohne Reagenzien oder besondere Probenvorbereitung auskommt, lässt es sich direkt am Bett des Patienten anwenden.
Ein großer Vorteil ist die Schnelligkeit, mit der das Ergebnis vorliegt. So kann der Arzt noch während der Operation oder auf der Intensivstation wichtige Hinweise über den Zustand des Patienten erhalten und im Bedarfsfall schnell reagieren.

Denkbar ist auch eine Anwendung in Apotheken, in denen derzeit schon die Blutzucker- und Cholesterin-Werte mit Hilfe von Teststäbchen gemessen werden. Da das Verfahren weniger aufwändig und daher kostengünstiger als die gängigen Laboranalysen ist, gehen die Forscher um Prof. Dr. Werner Mäntele davon aus, dass die Einführung der Infrarotspektroskopie bei der Blut- und Harnanalyse zu erheblichen Einsparungen im Gesundheitswesen führen wird.

Benötigt wird lediglich ein Tropfen Blut oder Urin, der auf eine speziell entwickelte optische Messplatte aufgebracht und dann von der Rückseite her mit infrarotem Licht durchstrahlt wird. Für die Messung und Auswertung haben die Forscher mathematische Verfahren entwickelt, die an vielen hundert Blut- und Urinproben durch Vergleichsmessungen im Zentrallabor der Universitätsklinik überprüft wurden. Derzeit werden mit dem Prototyp des Messgeräts Testreihen in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Frankfurt durchgeführt.

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»Biophysik
Kontakt:
Prof. Dr. Werner Mäntele, Dr. Oliver Klein, Ganze Hosafici, Institut für Biophysik, Tel: 069-798-46410 (Sekr.),

E-Mail: maentele@biophysik.uni-frankfurt.de

Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

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