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DGAI: Qualitätssicherung in der Schmerztherapie durch QUIPS

21.07.2006
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI): "Lernen vom Besten" - Qualitätssicherung in der Schmerztherapie durch QUIPS

Nach einer Operation fast ohne Schmerzen aufzuwachen wünschen sich alle Patienten. Damit das für immer mehr Patienten möglich wird, startet die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) für alle interessierten Krankenhäuser das bundesweite Projekt "Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie" (QUIPS). Ziel ist es, die Qualität der Schmerztherapie in Krankenhäusern durch die Messung der Ergebnisqualität zu analysieren und bei Bedarf zu verbessern. Ausschlaggebend ist dabei das subjektive Schmerzempfinden der Patienten. Deshalb werden diese bei QUIPS nach einer Operation dazu befragt. Der Leistungsvergleich übers Internet mit anderen Kliniken und die wöchentliche Rückmeldung der analysierten Ergebnisse helfen zusätzlich, die Schmerztherapie weiter zu optimieren.

"Wenn Patienten nach Operationen nicht ausreichend mit Schmerzmitteln versorgt werden, kann es zu Komplikationen kommen. Das verlängert die Liegezeit in der Klinik. In manchen Fällen kann dies auch zu chronischen Schmerzen führen", erläutert Privatdozent Dr. Winfried Meißner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit, wurde dort vor drei Jahren das Projekt zur "Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie" - kurz QUIPS - gestartet, das die Schmerzversorgung der Patienten verbessern soll. Das Prinzip besteht in einem Leistungsvergleich (Benchmarking), der über das Internet stattfindet. Am Computer geben die Ärzte ihre Patientendaten und das Ergebnis der Schmerzbehandlung ein. Hierzu wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt. Dort gibt der Patient an, wie stark seine Schmerzen nach der Operation sind und wie sehr sie ihn beeinträchtigen. Auch die Nebenwirkungen, die bei den heute eingesetzten starken Schmerzmitteln auftreten können, werden erfasst. "Die Patientenperspektive ist uns sehr wichtig", sagt. Meißner. Anders als andere Programme zum Qualitätsmanagement, die in erster Linie die Handlungsabläufe in der Klinik verschlanken, steht bei QUIPS der Patient im Mittelpunkt.

Aktuell nehmen schon über 50 Stationen an 15 Kliniken unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichen chirurgischen Fachgebieten an QUIPS teil. "Der Zeitaufwand ist gering", so Meißner. Er liegt bei fünf bis zehn Minuten pro Patienten. Bisher wurden weit über 12.000 Datensätze gesammelt. Neue Teilnehmer können direkt darauf zurückgreifen, denn die Daten werden wöchentlich analysiert. Jeder Arzt und jede teilnehmende Klinik kann sich über das Internet zeitnah darüber informieren, wie gut die postoperativen Patienten im Vergleich zu anderen versorgt werden. Sie können dadurch Defizite aufdecken, die Auswirkungen von Interventionen beobachten und gezielt an einer weiteren Verbesserung der Schmerztherapie arbeiten. Eine weitere Besonderheit ist der interdisziplinäre Ansatz: Chirurgen und Pflegekräfte haben das Projekt gemeinsam entwickelt, und eine enge Kooperation der Fachgesellschaften ist geplant.

Im Internet: http://www.dgai.de/26_0quips.htm#Kurzueberblick

Projektleitung:
PD Dr. Winfried Meißner
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, FSU Jena
Tel: 03641 / 9323353, Fax: 03641 / 9323152,
Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der
Friedrich-Schiller-Universität in
07740 Jena
Anmeldung
DGAI / BDA Geschäftsstelle
Dr. med. Alexander Schleppers
Roritzerstraße 27
90419 Nürnberg
Tel.: 0911 - 93 37 811, Fax.: 0911 - 39 38 195
dgai@dgai-ev.de
Literatur:
W. Meißner et al.:
Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie (QUIPS)
Anästh Intensivmed 2006; 47: 95-98

| idw
Weitere Informationen:
http://www.awmf.org
http://www.DGAI.de
http://www.dgai.de/26_0quips.htm#Kurzueberblick

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