Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gesundheitsrelevante Daten bei Störfällen und Transportunfällen mit Chemikalien systematisch erfassen

07.07.2006
Standardisierte Meldeformulare ab sofort im Internet abrufbar

Daten für die langfristige Einschätzung von gesundheitlichen Auswirkungen bei Stör- und Transportunfällen mit Chemikalien werden in Deutschland bisher noch nicht vollständig systematisch erfasst und dokumentiert. Das zeigt ein Blick auf die rund 2000 seit 1990 im BfR eingegangenen Meldungen zu Gesundheitsbeeinträchtigungen nach 60 zum Teil großen Chemieunfällen.

Belastungssituationen bleiben so bislang unzureichend dokumentiert, und es fehlen wichtige Informationen, um mögliche Folgeschäden bei Betroffenen, Anwohnern oder Einsatzkräften zu beurteilen. Meist mangelt es an Daten zur Exposition, der Art und dem Umfang, in dem Betroffene bei einem Störfall oder Transportunfall mit einer Chemikalie in Kontakt kommen. "Diese Lücke möchten wir mit der systematischen Erfassung von gesundheitsrelevanten Daten so weit wie möglich schließen", erläutert BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. "Wir haben deshalb spezielle Formulare zur Meldung gesundheitsbezogener Daten bei Stör- und Transportunfällen entwickelt".

Mit den nun zur Verfügung stehenden speziellen Erhebungsbögen für Stör- und Transportunfälle sollen neben den aufgetretenen Vergiftungssymptomen auch systematisch Daten zur Konzentration freigesetzter Stoffe in der Luft und ihrer Ausbreitung ermittelt werden. Die Aufnahmewege (Haut, Atmung, orale Aufnahme) sollen beschrieben, getroffene Schutzmaßnahmen und die Ergebnisse der Messungen von freigesetzten Stoffen in Blut- und Urinproben dokumentiert werden. Wichtig ist auch, in welcher Entfernung zum Zentrum des Stör- oder Transportunfalls sich die betroffenen Personen aufgehalten haben und über welche Zeitspanne. All diese Informationen sind unverzichtbar, um die langfristigen gesundheitlichen Folgen für den einzelnen Betroffenen verlässlich abzuschätzen. Dazu gehören Feuerwehrleute ebenso wie Rettungs- und Sicherheitspersonal, Anwohner, in Unfallnähe spielende Kinder oder Personal, das in die Aufräum- und Dekontaminationsarbeiten involviert ist. Die Daten zur individuellen Belastungssituation geben wichtige Hinweise darauf, ob später bei unterschiedlichen Personengruppen auftretende Gesundheitsschäden (Erwachsene, Kinder, alte Menschen, Schwangere etc.) möglicherweise auf das Ereignis zurückzuführen sind.

... mehr zu:
»Transportunfall

Die standardisierten Meldeformulare für Störfälle und Transportunfälle sind ein wichtiges Instrument, um eine solide Datenbasis zu generieren, auf der das Gesundheitsrisiko von Betroffenen so präzise wie möglich abgeschätzt werden kann. Sie sind darüber hinaus wesentlicher Bestandteil eines Monitorings der gesundheitlichen Folgen von Stör- und Transportunfällen mit Chemikalien, das vom BfR angestrebt wird. Umfassend und systematisch dokumentiert werden bisher nur die technischen Daten solcher Unfälle.

Das vom BfR zusammengestellte Formular-Paket besteht aus einem Schema mit den einzelnen Organisationsphasen bei der Bewältigung von Stör- und Transportunfällen, dem bereits bekannten Meldebogen zu Vergiftungen nach §16 e Chemikaliengesetz und aus einem Fragebogen zur Exposition. Des Weiteren ist ein Schema für systematische Umgebungsmessungen nach Stör- und Transportunfällen enthalten, in dem geografische und meteorologische Gegebenheiten am Ort des Geschehens berücksichtigt werden.

Die Formulare sollen Amtsärzten, Arbeitsmedizinern, Notfallärzten und allen Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen die Aufarbeitung und nachsorgende Begleitung solcher Krisen erleichtern. Sie können auf der Homepage des BfR www.bfr.bund.de unter dem Menüpunkt "Vergiftungen" abgerufen werden.

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfr.bund.de

Weitere Berichte zu: Transportunfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics