Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Schnarchern wachsen die Nerven langsamer

21.06.2006
Rostocker Mediziner erklärt Gedächtnisdefizite bei Atemstörungen im Schlaf

Menschen, die schnarchen und die unter Atemstörungen im Schlaf leiden, haben zu wenige Wachstumsfaktoren für Nervenzellen. Zu dieser Erkenntnis kam der Rostocker Arzt Dr. Paul Stoll. Der Mangel des Wachstumsfaktors ist es, der die bei Schnarchern häufig auftretenden Gedächtnisstörungen bewirkt. Allerdings könne der Defekt durch eine Behandlung im Schlaflabor behoben werden. Stoll untersuchte die Erkrankung im Schlaflabor des Universitätsklinikums Rostock und publizierte seine Forschungsergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift „Thorax“. Für seine Arbeit, die er als Dissertation einreichte, bekam er den Doktorandenpreis der Gesellschaft der Internisten Mecklenburg-Vorpommerns.

„Es gelang mir durch aufwendige klinische Arbeit zu zeigen, dass Patienten mit schlafbezogenen Atmungsstörungen, wie dem Schlaf-Apnoe-Syndrom, ein Defizit an Wachstumsfaktoren für Nervenzellen aufweisen“, sagt Dr. Paul Stoll von der Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Rostock. Damit sei es erstmals möglich zu erklären, warum Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen an Defiziten ihrer geistigen Leistungsfähigkeit leiden. Derartige Defizite reichen von Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, und Reizbarkeit bis zu schweren Einschränkungen der Hirnfunktion. Dr. Stoll konnte zudem zeigen, dass eine effektive Therapie in einem Schlaflabor den Mangel an diesen Wachstumsfaktoren ausgleichen kann.

„Die Ergebnisse sind wichtig, weil etwa 10 Prozent der Menschen unter Atemstörungen im Schlaf leiden“, so Professor Dr. J. Christian Virchow, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Rostock. Dr. Stoll gehört einer international anerkannten Forschungsgruppe am Universitätsklinikum Rostock an. Die Abteilung Pneumologie am Universitätsklinikum Rostock besitzt für Diagnostik und Therapie dieser häufigen Erkrankungen ein modern ausgestattetes Schlaflabor. Die Ergebnisse der Dissertation von Dr. Stoll wurden jetzt in dem angesehenen Fachjournal „Thorax“ veröffentlicht. Außerdem bekam der Rostocker Mediziner den Doktorandenpreis der „Gesellschaft für Internisten Mecklenburg-Vorpommerns“.

Ansprechpartner
Für den Inhalt
Professor Dr. J. Christian Virchow
Abteilung für Pneumologie
Klinik für Innere Medizin
Ernst-Heydemann-Straße 6
18057 Rostock
Tel. 0381/4947460

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Berichte zu: Atemstörung Pneumologie Schlaflabor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vertikales Begrünungssystem Biolit Vertical Green<sup>®</sup> auf Landesgartenschau Würzburg

16.07.2018 | Architektur Bauwesen

Feinstaub macht Bäume anfälliger gegen Trockenheit

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Krebszellen Winterschlaf halten

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics