Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Chancen dank Chemotherapie bei Hirntumoren

01.06.2006


Professor Herrlinger erweitert das Angebot der Universitäts-Neuroonkologie



Professor Dr. Ulrich Herrlinger leitet den Schwerpunkt Neuroonkologie an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn. Der 41-jährige Nachfolger von Professor Dr. Uwe Schlegel will das Neuroonkologische Zentrum auf dem Venusberg weiter ausbauen. Ziel ist eine optimale Versorgung von Patienten mit Hirntumoren. Professor Herrlinger sammelte zuletzt als Oberarzt am Universitätsklinikum Tübingen Erfahrungen in der Erforschung und Behandlung von Hirntumoren. Im Rahmen der von der "Bruno und Helene Jöster-Stiftung" gestifteten Professur gilt sein besonderes Interesse der Entwicklung neuer Chemotherapieverfahren bei einem Glioblastom, einem schnell wachsenden und bösartigen Hirntumor.



In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 4000 Menschen neu an einem Glioblastom. Dieser Tumor entsteht in den Stützellen des Gehirns, der so genannten Glia. Die unterschiedlichen Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Krampfanfälle, Lähmungen oder Sprachstörungen sind abhängig vom Ort des Tumorwachstums. "Es betrifft häufig zuvor gesunde Menschen und das nicht nur im hohen Alter. In der Regel ist keine Heilung möglich", sagt Professor Herrlinger. Da das Tumorgewebe nur schwer operativ vollständig zu entfernen ist, schließt sich nach der Operation eine Strahlentherapie und seit neuestem auch eine Chemotherapie an.

Diese mittlerweile zugelassene Therapie bietet Professor Herrlinger auch an der Bonner Universitäts-Neuroonkologie an: "Erstmals sind wirksame Substanzen in der Chemotherapie bei Hirntumoren verfügbar", sagt der Bonner Neuroonkologe. Der Wirkstoff Temozolomid verhindert die Zellteilung und die Krebszellen sterben ab. Sein Einsatz begleitend zu einer Strahlentherapie erhöht deutlich die Zahl der Patienten, die länger überleben. Dabei ist diese Chemotherapie gut verträglich und wirkt sich nicht negativ auf die Lebensqualität aus.

"Die Therapie von Hirntumoren wird immer komplexer. Jeder einzelne Patient braucht eine individuelle Abstimmung der Therapie und eine gute Nachbetreuung. Am Bonner Neuroonkologie-Zentrum ist eine Gesamtversorgung durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit unter anderem mit Neurochirurgie, Strahlentherapie und Innerer Medizin optimal gewährleistet", sagt Professor Herrlinger.

Der Bonner Neuroonkologe fand Hinweise, dass eine Kombination aus verschiedenen Chemotherapeutika bei einem Glioblastom besser wirkt als eine Chemotherapie mit einem einzelnen Medikament. "Das könnte eine Chance für betroffene Patienten auf eine bessere Prognose sein", sagt Professor Herrlinger. So legt er in weiteren derartigen Studien sein Augenmerk darauf, mit neuen Substanzklassen die Chemotherapie bei einem Glioblastom zu verbessern. Im Rahmen dieser Studien und durch Teilnahme an weiteren internationalen Studien stehen diese neuen Therapien auch für Behandlung von Hirntumorpatienten in Bonn zur Verfügung. Darüber hinaus interessiert sich Professor Herrlinger für Immuntherapie bei malignen Gliomen sowie Chemotherapie bei Hirnlymphomen. Ausgleich findet der frischgebackene Familienvater beim Klavierspielen und bei Wanderungen in der Eifel.

Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Ulrich Herrlinger
Leiter des Schwerpunkts Klinische Neuroonkologie
Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5736
E-Mail: ulrich.herrlinger@ukb.uni-bonn.de

Dr. Inka Väth | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de/

Weitere Berichte zu: Chemotherapie Glioblastom Hirntumor Strahlentherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics