Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Funktion des Bindegewebes in der Medizin

24.02.2006


Was uns verbindet:


Synthese von extrazellulärer Matrix durch Bindegewebszellen. Die Aufnahme zeigt (in rot) ein extrazelluläres Matrix-Maschenwerk, das von den Bindegewebszellen, deren Zellkerne in blau dargestellt sind, in einer Zellkultur produziert und außerhalb der Zellen abgelagert wird. Foto UKT


Die Funktion des Bindegewebes in der Medizin
Deutsche Gesellschaft für Bindegewebsforschung (DGBF) tagt in Tübingen



Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Bindegewebsforschung (DGBF) findet dieses Jahr von 9. bis 11. März am Universitätsklinikum Tübingen statt. Renommierte Matrix-Spezialisten wie Peter Friedl (Würzburg), Johannes Eble (Münster), Dylan Edwards (Norwich, UK), Markus Ruegg (Basel, CH), Steve Abramson (New York, USA) und Heike Mertsching (Stuttgart) sprechen über Aufbau und Strukturen des Bindegewebes und die Rolle der extrazellulären Matrix bei degenerativen Erkrankungen oder Krebs sowie über Prozesse der Regeneration und des Tissue Engineering. Die Veranstaltung findet in den Crona Kliniken auf dem Schnarrenberg, Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen, Ebene B 4, großer Hörsaal 210, statt. Mehr als 100 Teilnehmer werden erwartet.

Über die Rolle des Bindegewebes in Gesundheit, Krankheit, aber auch in der regenerativen Medizin wird auf dem Kongress umfassend informiert: Am Donnerstagnachmittag, 9.3., präsentiert Prof. Friedl Mikroskop-Filme, die zeigen, wie Krebszellen durch Gewebe wandern und welche Konsequenzen dies z.B. für die Ausbreitung von Krebs (Metastasierung) haben könnte. Am Sonntag, 11.3., stellt Prof. Mertsching vor, wie man künstliche Gefäße, Speiseröhren, Blasenmuskel o.ä. durch Tissue Engineering mit Zellen und Gerüststrukturen (= Matrix) herstellen kann.

Hintergrund Bindegewebe

Alle Körpergewebe und Organe höherer Lebewesen enthalten Bindegewebe, also eine extrazelluläre Substanz, welche die Matrix für die darin eingebetteten Zellen darstellt. Neben Stützfunktionen und strukturellen Aufgaben kommen dieser Matrix auch vielfältige Aufgaben bei der Entwicklung, der Erhaltung, dem Abbau und der Regeneration von Geweben zu. In Anpassung an die unterschiedlichen Funktionen findet man große Unterschiede in der Zusammensetzungen und in den Eigenschaften diverser Bindegewebe: Knochen sind hart aber elastisch, Knorpel widerstehen Druck, Sehnen halten Zugkräfte aus, Fettgewebe ist weich und elastisch. Genetische und erworbene Veränderungen der extrazellulären Matrix können bisweilen zu ernsthaften Beschwerden oder schwerwiegenden Erkrankungen führen. Die Deutsche Gesellschaft für Bindegewebsforschung (DGBF) e.V. fördert sowohl die grundlagenorientierte als auch die klinische Bindegewebsforschung und verbindet beide Forschungsrichtungen.

Extrazelluläre Matrix und Tissue Engineering

Außer den genannten wichtigen Funktionen der extrazellulären Matrix für physiologische Prozesse höherer Lebewesen spielen Komponenten der Matrix eine immer größere Rolle für unsere Gesundheit und in der Medizin. Neben den vielen Anwendungen von beispielsweise Kollagen oder Elastin und anderen Matrixkomponenten für kosmetische Zwecke, sind Biomoleküle als Füll- und Trägermaterialien in der Chirurgie, Traumatologie, Orthopädie und anderen Disziplinen unentbehrlich geworden.

In der Region Stuttgart sind mehrere öffentliche und private Einrichtungen mit der ständigen Weiterentwicklung von Vliesen, Membranen, Trägern und anderen Medizinprodukten in unterschiedlichsten Formen oder Strukturen befasst, welche zur Verbesserung der Wundheilung, zur Überbrückung großer, spontan nicht heilender Defekte, zur Blutstillung und für andere Anwendungen eingesetzt werden können. Die hierbei verwendeten Matrixkomponenten sind besonders biokompatibel, weil sie über die natürlichen Strukturen verfügen, die für die Bindung von Zellen notwendig sind. Allerdings sind Produkte aus Biomolekülen in der Herstellung aufwendiger als Materialien aus der Retorte, welche problemlos in großen Mengen, steril und mit definierten Resorptionseigenschaften hergestellt werden können.

Gerne vermittelt Prof. Aicher den Vertretern der Presse Interviewpartner. Weitere Informationen und Details zum Kongress unter http://www.wewe-design.de/dgfb2006 im Internet.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Zentrum für Medizinische Forschung
Klinik für Orthopädie
Prof. Dr. Wilhelm K. Aicher
Waldhörnlestr. 22, 72072 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 60 45, Fax 0 70 71 / 29-46 37
E-Mail aicher@uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgbf.de
http://www.wewe-design.de/dgfb2006

Weitere Berichte zu: Bindegewebe Bindegewebsforschung DGBF Matrix

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz
18.07.2018 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Antikörper verringern Nebenwirkungen von Antibiotika in der Lunge
18.07.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics