Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Protein könnte Therapie von Brustkrebs verbessern helfen

05.12.2005


Bei Patientinnen mit Brustkrebs wurde das Protein LASP entdeckt. Es lässt sich im erkrankten Drüsengewebe deutlich sichtbar braun anfärben (rechts), während es in gesundem Brustgewebe (links) fehlt - dort zeigt sich keine Anfärbung. Welche Rolle das Protein bei der Metastasierung von Brustkrebszellen spielt, untersuchen Forscher von der Uni Würzburg. Bild: Ulrike Kämmerer


Diese Mammographie zeigt einen circa zwei Zentimeter großen Brusttumor (heller Bereich), der strahlenförmige Ausläufer ins umgebende Gewebe schickt. Bild: Alexander Tschammler


Deutsche Krebshilfe fördert Würzburger Studie

... mehr zu:
»Brustkrebs »LASP »Protein »Tumorzelle

Eine heiße Spur verfolgen Forscher der Uni Würzburg: Sie haben in Tumoren von Brustkrebs-Patientinnen ein bislang unbekanntes Protein gefunden. Es scheint für die Ausbreitung der Tumorzellen im Körper, die so genannte Metastasierung, wichtig zu sein. In gesundem Brustdrüsengewebe wurde es bislang nicht nachgewiesen.

Das neue Protein trägt den Namen LASP ("LIM and SH3 Domain Protein"). Ob zwischen seinem Auftreten und dem Verlauf der Krankheit ein Zusammenhang besteht, das wollen Elke Butt vom Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie sowie Arnd Hönig und Ulrike Kämmerer und der Frauenklinik nun herausfinden.


Denkbar wäre es nämlich, dass LASP als wichtiger Marker zu werten ist: "Möglicherweise eignet sich dieses Protein dazu, die Metastasierungstendenz eines Tumors vorhersagen zu können", so Elke Butt. Falls diese Vermutung stimmt, hätte das Konsequenzen für die Behandlung: Sollte LASP tatsächlich den Ausbreitungsdrang des Tumors anzeigen, so würde künftig bei Patientinnen geprüft, ob das Protein in den Tumorzellen vorkommt. Falls ja, wäre gegebenenfalls eine intensivere Chemotherapie angeraten - denn dabei werden auch eventuell schon vorhandene, aber diagnostisch noch nicht nachweisbare Metastasen erfasst.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal muss geklärt werden, welche Bedeutung das neue Protein tatsächlich hat. Dafür wollen Elke Butt, Arnd Hönig und Ulrike Kämmerer mit ihren Teams zunächst eine sichere Datenlage schaffen. Das tun sie derzeit in einer mehrjährigen Studie, die von der Deutschen Krebshilfe finanziell unterstützt wird. Ein Problem dabei werde es sein, zu Vergleichszwecken genügend Proben von gesundem Gewebe zu erhalten: "Das fällt zum Beispiel bei Brustverkleinerungen an, und die sind nicht so häufig", sagt Elke Butt.

Brustkrebs ist in Deutschland mit circa 50.000 Neuerkrankungen pro Jahr das häufigste Krebsleiden bei Frauen - und die Tendenz ist nach wie vor zunehmend. Das theoretische Risiko, irgendwann in ihrem Leben daran zu erkranken, besteht derzeit für 8 von 100 Frauen.

Brustkrebs entsteht durch bösartige Veränderungen im Drüsengewebe der Brust. Die Veränderungen können längere Zeit auf einen abgekapselten kleinen Bereich begrenzt bleiben. "In diesem Stadium gibt nur der so genannte Mikrokalk, der sich bei der Mammographie erkennen lässt, einen ersten Hinweis auf eine bösartige Erkrankung", wie Arnd Hönig erklärt.

Doch nach einiger Zeit durchbrechen die Krebszellen das Drüsengewebe und siedeln sich im Brustgewebe an. Erst jetzt sprechen die Mediziner von Brustkrebs im eigentlichen Sinne. Ab diesem Stadium ist das Risiko der Metastasierung gegeben: Die Tumorzellen können sich mit der Zeit in die nahe gelegenen Lymphknoten, vor allem in der Achsel, ausbreiten. Von dort gelangen sie über die Lymphbahnen in andere Körperorgane, zum Beispiel in die Lunge oder die Knochen.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Brustkrebs LASP Protein Tumorzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Schlaganfall: Jeder fünfte bleibt rätselhaft
13.03.2019 | Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

nachricht Brain Loses the Beat: Aging Changes the Fine-Tuning of Neuronal Rhythms During Sleep
27.02.2019 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics