Infektiöse Hepatitis C erstmals im Labor hergestellt

Hoffnung auf neue Medikamente gegen das Virus

Wissenschaftern der Rockefeller University ist es erstmals gelungen eine infektiöse Hepatitis C im Labor herzustellen. Damit besteht wieder Hoffnung für die Entwicklung von Medikamenten gegen das Virus. Viele Details über den Lebenszyklus des Virus waren bis jetzt wenig erforscht, da keine infektiöse Form von HCV für Experimente zur Verfügung stand. Der leitende Wissenschafter Charles Rice erklärte gegenüber Science, dass das neue System die Basis für zukünftige Forschungen lege. Demnach konnte im Labor in einer Reihe von Einzelexperimenten gezeigt werden, dass das Molekül CD81 eine entscheidende Rolle für den Zugang von HCV spielt.

Die Wissenschafter wiesen nach, dass CD81 Moleküle, die nicht an die Oberfläche von Wirtszellen angebunden waren, mit angebundenen CD81 Molekülen konkurrierten und so das Eindringen von HCV in die Zelle verhinderten. Zusätzlich zeigte sich, dass Zellen, die CD81 nicht exprimierten, gegen eine Infektion immun waren. Es war bereits bekannt, dass das von HCV produzierte Protein E2 sich an CD81 anbindet. Nun wird angenommen, dass diese Interaktion für die Anbindung des Virus an die Wirtszellen erforderlich ist. Bei CD81 handelt es sich um ein Molekül, das sich auf der Oberfläche menschlicher Zellen befindet.

Hepatitis C ist eine Hauptursache für chronische und fallweise tödliche Lebererkrankungen. Derzeit sind weltweit rund 170 Mio. Menschen betroffen. Das Virus HCV wird über das Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen und weitergegeben. Derzeit erfolgt eine Behandlung mittels einer Kombination von zwei Medikamenten. Nur rund 40 Prozent der Patienten sprechen laut BBC auf diese Behandlung an. Wie alle anderen Viren kann sich Hepatitis C nicht selbst vermehren. Es übernimmt vielmehr den Mechanismus der Wirtszelle.

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Michaela Monschein pressetext.austria

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