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Grippe während Schwangerschaft erhöht Schizophrenierisiko

03.08.2004


Biochemische Ursachen unbekannt


Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft einer Grippe ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko später im Leben an Schizophrenie zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Columbia Universität in New York. Eine Grippe in der ersten Hälfte der Schwangerschaft steht mit einem dreimal so hohen Schizophrenierisiko in Zusammenhang, während die Krankheit in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft keine Auswirkungen zeigt.

Die Forscher schätzen, dass 14 Prozent der Schizophreniefälle mit einem Grippevirus im Mutterleib in Zusammenhang stehen. Ihre Erkenntnisse basieren auf einer Analyse von Blutproben der Mütter von 64 Schizophreniepatienten und 125 gesunden Individuen. Die Proben wurden auf Antikörper getestet, um zu bestimmen, ob während der Schwangerschaft eine Grippe aufgetreten ist. Jene Kinder, deren Mütter in den ersten dreizehn Wochen der Schwangerschaft erkrankten, weisen ein siebenfach erhöhtes Schizophrenierisiko auf.


Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Grippe während der Schwangerschaft und Schizophrenie vermutet, aber sie bezogen sich auf Epidemien ganzer Bevölkerungsgruppen statt auf eine Diagnose der Grippe bei individuellen Schwangeren. Die Erkenntnisse repräsentieren den stärksten Beweis, dass eine pränatale Grippe-Aussetzung eine Rolle bei der Schizophrenie spielt, so der Forscher Ezra Susser. Die Ergebnisse müssten aber noch an anderen Gruppen dupliziert werden, bevor endgültige Schlüsse gezogen werden könnten, so der Wissenschaftler weiter. Wenn sich die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, könnten sie nachhaltigen Einfluss auf Präventionsmaßnahmen haben.

Bisher ist unbekannt, warum eine Grippeerkrankung während der Schwangerschaft zu einem erhöhten Schizophrenierisiko führt. Es könnte sich um einen direkten Einfluss des Virus handeln, oder um einen indirekten Effekt auf Basis der Chemikalien, die in der Reaktion auf das Virus freigesetzt werden. Es wäre auch möglich, dass die von der Mutter produzierten Antikörper die Plazenta passieren und mit dem Immunsystem des Fötus, das sich in der Entwicklung befindet, reagieren. Außerdem könnte die erhöhte Körpertemperatur der Mutter ein Faktor sein.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.columbia.edu

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