Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dick sein hängt mit dem Kopf zusammen

26.01.2004


Britische Forscher gehen der Fettleibigkeit auf den Grund



Forscher der Universitäten von Edinburgh und Newcastle-upon-Tyne wollen in einem Fünfjahresprojekt der Fettleibigkeit auf die Spur kommen. Nach ihrer Ansicht ist nämlich Übergewicht in vielen Fällen ein mentales Problem, dessen Lösung in der Evolution des Menschen zu finden ist: Dicke hören nicht zu essen auf, weil ihnen das Hirn das untersagt. Die Wissenschaftler wollen, nachdem sie die Gründe des zügellosen Appetits entdeckt haben, neue Medikamente gegen die Fettsucht entwickeln, berichtet BBC-Online.

... mehr zu:
»Evolution »Fettleibigkeit »Hirn


Aufgrund des bekannten Jojo-Effekts erreichen viele nach einer Hungerkur nach kurzer Zeit das ursprüngliche Gewicht in Windeseile wieder. Grund dafür ist aller Wahrscheinlichkeit nach, eine "Hirnschaltung", deren Zeichen auf "Überleben" stehen. Eine Abmagerungskur stellt den Körper nämlich vor ein großes Problem: Das Gehirn interpretiert dies als Lebensgefahr. Als Resultat reduziert der Körper sofort den Abbau der Kalorien. Gründe dafür liegen in der Evolution des Menschen, der über lange Perioden in seiner Entwicklung an Hunger litt. "Nicht nur in Zeiten, in denen der Mensch als Jäger unterwegs war, litt er an Hunger. Auch im Mittelalter war die Angst vor dem Hungertod häufig", so Jonathan Seckl, Experte für Molekular-Medizin an der Edinburgh University. "In diesen Zeiten wurde der Kalorienverbrauch deutlich reduziert, damit der Mensch auch die mageren Zeiten überlebte", erklärt Seckl, der in genau diesem Punkt die Problematik von Abmagerungskuren sieht. "Die Notbremse bei reduzierter Kalorienzufuhr wird im Hirn gezogen, da der Körper meldet, er sei am verhungern." Seckl ist der Meinung, dass trotz der vergangenen Jahrzehnte, in denen Hungersnöte in der industrialisierten Welt praktisch nicht vorhanden waren, die menschliche Evolution dem Notzustand praktisch nachhinkt. Ein solches Umlernen dauert in der Evolution hunderte oder vielleicht sogar tausende Jahre, gibt der Experte zu bedenken.

"Der Mensch von heute steht einer Entwicklung von Jahrmillionen entgegen", erklärt Seckl. Ein McDonalds Restaurant an fast jeder Straßenecke sei ein Bild, das erst knapp 20 Jahre existiere. Die Studie der britischen Wissenschaftler kommt nach Ansicht von Experten zur rechten Zeit, denn nach vorsichtigen Schätzungen ist weltweit etwa eine Mrd. Menschen übergewichtig. Allein in der EU wird zur Erforschung der Fettleibigkeit und ihrer Verhinderung in den kommenden Jahren ein Budget von 11,7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. An der internationalen Studie, bei der auch Seckl mitarbeitet, sind 26 Wissenschaftler aus 13 Ländern beteiligt.

Die britische Food Standards Agency will Lebensmittelhersteller dazu zwingen, Kinder nicht zu Adressaten von Lebensmittelreklamen zu machen. Denn zu den immanenten Problemen zählt EU-weit die rapide Zunahme von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen. Zuerst wollen die Wissenschaftler aber die Hintergründe für den zunehmenden Appetit kennenlernen. "Bevor es Medikamente gegen die Fettleibigkeit gibt, müssen wir die Hormonregulierung des Körpers, der Appetit und Gewicht steuert, erforschen", meint Seckl. Nach Angaben des Experten sind nur etwa zehn bis 15 Prozent der Übergewichtigen in der Lage mit Diäten das Gewicht zu reduzieren. "Jedenfalls funktioniert es nicht, Menschen einfach zu sagen, dass sie weniger essen sollen", führt Seckl aus.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ed.ac.uk

Weitere Berichte zu: Evolution Fettleibigkeit Hirn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue CBMC-Geräteschutzschaltervarianten

22.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

ISO-27001-Zertifikat für die GFOS mbH und die GFOS Technologieberatung GmbH

21.09.2018 | Unternehmensmeldung

Kundenindividuelle Steckverbinder online konfigurieren und bestellen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics