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Kontaktlinsen befördern Medikamente ins Auge

24.03.2003


Wirksubstanz wird in Nanopartikeln verpackt



Forscher der University of Florida/Gainesville haben Kontaktlinsen entwickelt, die Wirkstoffe sicherer ins Auge transportieren. Sie lagerten die Wirkstoffe in Nanopartikeln, die direkt in die Kontaktlinsen eingearbeitet werden. Durch die kontinuierliche Abgabe des Wirkstoffes über Kontaktlinsen könnten in Zukunft Augenkrankheiten behandelt und Augentropfen ersetzt werden, berichten die Wissenschaftler auf der Tagung der American Chemical Society in New Orleans/Louisiana.

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"Das größte Problem von Augentropfen ist, dass 95 Prozent des Medikamentes dorthin gelangen, wo sie nicht benötigt werden," erklärt Forschungsleiter Anuj Chauhan in einem Bericht der BBC. Mischen sie sich mit der Tränenflüssigkeit, können sie in die Nase und in den Blutstrom gelangen und mitunter zu schweren Nebenwirkungen wie Herzbeschwerden führen. Werden die Wirkstoffe in weiche Kontaktlinsen integriert, können die Substanzen langsam abgegeben werden. Sie wirken nur am gewünschten Ort, erklären die Forscher. Dabei diffundiert das Medikament von Nanopartikeln und wandert durch die Linsenmatrix in den dünnen Film zwischen der Linse und der Hornhaut. Dort sollen die Wirkstoffe den Angaben zufolge viel länger verweilen als die Wirkstoffe von Augentropfen. Da die Substanzen direkt in die Augen übertragen werden, wandern sie nicht in den Blutstrom. Theoretisch könnten die Linsen bis zu zwei Wochen getragen werden. Es seien sowohl Linsen mit als auch ohne optische Korrektur einsetzbar.

Bislang wurden die neu entwickelten Linsen allerdings weder im Reagenzglas noch an Tieren erprobt. "Die Linsen befinden sich erst in der Design-Phase", sagte Chauhan. Auch andere Forscherteams bemühten sich um Wirkstoff-übertragende Kontaktlinsen. Sie waren aber weniger effizient, da die Linsen entweder mit dem Wirkstoff durchtränkt wurden oder die Substanz in den Hohlraum im Linsenmaterial gebracht wurde. Die Substanz wirkte nicht nur kurzzeitig, sie wirkte auch nicht gleichmäßig.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ufl.edu
http://www.chemistry.org/portal/Chemistry

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