Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ernährung im Mittelalter wesentlich gesünder

19.12.2007
Wer Seuchen und Infektionen überlebte, war körperlich fit

Wer im Mittelalter Seuchen und Infektionen überlebte, hatte im Mittelalter ein sehr gesundes Leben. Das scheint zumindest was den Ernährungsplan anlangt, nachvollziehbar, berichten britische Forscher in BBC-Online.

Was unsere Vorfahren deutlich von uns unterscheidet, war die Menge an Fett und Zucker, die sie zu sich nahmen, berichtet Roger Henderson, Mediziner in Shropshire. Die mittelalterliche Diät sei sogar gesünder gewesen als die heute von so vielen Ernährungsberatern gelobte Mittelmeer-Diät der alten Römer, denn die guten und wertvollen Nahrungsmittel wären auch dort nicht allen zur Verfügung gestanden.

Im Mittelalter nahmen die Menschen zwischen 3.500 und 4.000 Kalorien täglich zu sich. Darunter waren fast zwei ganze Brotlaibe, rund 220 Gramm Fisch oder Fleisch und 1,5 Liter Bier. Ergänzt wurde die Ernährung durch Gemüse wie Bohnen, Rüben und Pastinaken. Was bei dieser Ernährung fast völlig fehlt, sind die heute üblichen zuckerhaltigen Genussmittel wie Kuchen, Kekse, Schokoriegel und Mehlspeisen. "Dadurch, dass die Arbeitszeit allerdings fast zwölf Stunden dauerte, verbrannten sie das meiste der aufgenommenen Kalorien", erklärt der Forscher. "Wenn man die schwere körperliche Arbeit bedenkt, dann versteht man auch die Ernährung." Zudem argumentiert Henderson, dass die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes deutlich unter den heutigen Werten lag.

In der Jetztzeit liegt der Kalorienverbrauch bei rund 2.700 täglich. Allerdings ist der Fett- und Zuckeranteil gemessen an der Nahrung extrem hoch. Zudem steigt der Anteil an industriell gefertigten Nahrungsmittel immer stärker an. Im Durchschnitt betreiben viele Menschen weniger als 20 Minuten täglich Sport oder körperliche Aktivitäten. Das führe zu den bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zu Diabetes.

"Wenn man im Mittelalter 30 Jahre alt wurde, war man gesundheitlich fit. Menschen über 40 Jahre waren schon sehr selten", erklärt der Mediziner. Anna Denny von der British Nutrition Foundation meint, dass diese Untersuchung ziemlich deutlich macht, wie sehr der Lifestyle sich seit damals verändert habe. "Heute ist die Mehrheit der Menschen in Großbritannien und auch in anderen Industrieländern übergewichtig oder sogar fettleibig, aber die Energieaufnahme hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verringert."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.shropshirepct.nhs.uk
http://www.nutrition.org.uk

Weitere Berichte zu: Diabetes Ernährung Herz-Kreislauf-Erkrankung Seuche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Genaue Entschlüsselung von Brustkrebszellen könnte neue Therapie eröffnen
16.04.2019 | Universität Zürich

nachricht Dauerstress stört die Frakturheilung Überreaktionen des Immunsystems behindern Knochenneubildung
08.04.2019 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics