Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher scannen Gewebe im Nanometer-Bereich

11.09.2013
"Tissue Engineering" ermöglicht es, alle Körperbausteine zu reparieren

Wissenschaftler der University of Southampton wollen menschliches Gewebe im Nanometer-Bereich untersuchen. Ziel der Forscher um Richard Oreffo ist es, eine Methode zur Wiederherstellung von Muskeln und Knochen sowie ein Gerüst zu entwickeln, an dem Organe wachsen können. Dieses Forschungsfeld nennt sich "Tissue Engineering".


Knochen-CT: Forscher wollen Struktur verstehen (Foto: flickr.com, organprinter)

1.500 Mal dünner als ein Haar

"Mit der steigenden Lebenserwartung der Patienten werden wir mit neuen Herausforderungen konfrontiert, und es wird immer klarer, dass wir neue Methoden brauchen, um Gewebe zu reparieren, das durch natürliche Alterung, Traumata oder Krankheiten degeneriert ist", sagt Oreffo. Diese neuen Methoden werden beim Tissue Engineering erforscht.

Um Muskeln und Knochen wiederherzustellen, wollen die Forscher diese zuerst scannen. Dazu werden dünne Schichten der Organe mit einem speziellen Messer, einem Mikrotom, abgetragen. Diese sind nur etwa 50 Nanometer dünn, das ist etwa 1.500 Mal dünner als ein menschliches Haar. Die abgetragenen Schichten werden anschließend unter einem Elektronenrastermikroskop untersucht.

Diese Methode können die Forscher jedoch nur bei lichtdurchlässigem Gewebe verwenden. Lichtundurchlässige Bausteine - zum Beispiel Knochen - scannen die Wissenschaftler mit einem Kernspintomografen. Am Ende des Prozesses steht den Forschern eine detaillierte Datenbasis über den Aufbau von menschlichem Gewebe zur Verfügung.

Stabilität bleibt wichtiges Ziel

Christoph Monfeld vom Institut für Textiltechnik Aachen http://www.ita.rwth-aachen.de nennt ein Beispiel für die Anwendung des Tissue Engineering. "Wir verwenden Textilstrukturen aus Polylactid. Denn es gibt Anwendungsfelder, da wollen wir, dass sich das Gerüst auflöst", so Monfeld im Interview mit pressetext. "Das Gerüst mit Zellen auszukleiden, ist schwierig", erklärt der Wissenschaftler.

In anderen Fällen soll die mechanische Funktion der Stabilität dauerhaft erhalten bleiben, zum Beispiel bei biofunktionalisierten Stents bei Lungenkarzinomen. Hier soll der Stent die Luftröhre offen halten, aber die Zellschicht auch die natürliche Funktion des Schleimtransports erhalten. Dazu muss der Aufbau der Zelle erst exakt nachvollziehbar sein.

Michael Krause | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://southampton.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe
14.08.2018 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

nachricht Europaweit einzigartiges Forschungszentrum geht an den Start
14.08.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics