Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

thyssenkrupp nimmt weltweit einzigartige, automatisierte Sinterversuchsanlage in Betrieb

05.01.2016

Unterschiedliche Rohstoffe besonders effizient einzusetzen und dadurch eine optimierte und umweltverträgliche Zusammensetzung in der Stahlproduktion zu erzielen – das ist jetzt bei thyssenkrupp in Duisburg möglich. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit hat Steel Europe eine weltweit einzigartige, automatisierte Sinterversuchsanlage in Betrieb genommen, mit deren Hilfe zukünftig auch Emissionen der betrieblichen Sinteranlage reduziert werden sollen. Ziel des Stahlherstellers ist es, mit der versuchsweisen Sinterproduktion sich auf das Problem schwankender Rohstoffqualitäten einstellen zu können.

„Mit der Anlage versuchen wir frühzeitig auf die weltweiten Veränderungen von Erzqualitäten zu reagieren und flexibel Schwankungen auszugleichen. Durch die vollständige Digitalisierung der Versuchsprozesses haben wir nicht nur exakte Qualitätskennzahlen, sondern gleichzeitig den Emissionsgehalt der Einsatzstoffe im Blick“, sagt Dr. Urban Janhsen, Leiter des Teams „Technologie Erz und Eisen“ bei der thyssenkrupp Steel Europe AG. Mit der Versuchsanlage kann in kleinen Chargen getestet werden, wie sich Rohstoffe in der Massenproduktion verhalten werden.


Weltneuheit: Thorsten Stürmer von thyssenkrupp ist in Duisburg für die automatisierte Sinterversuchsanlage zuständig. Mit ihr wird der Einsatz unterschiedlicher Rohstoffe äußerst effizient gesteuert.

Foto: thyssenkrupp Steel Europe AG

Beim Sintern wird das feinkörnige Eisenerz mit anderen Stoffen vermengt, stark erhitzt und durch Anschmelzen der Erzkornränder zu größeren Stücken zusammengebacken. Die Brockenform des so genannten Sinterkuchens ist für die Produktion von Roheisen im Hochofen erforderlich.

Für die tägliche Massenproduktion von Sinter können mithilfe der Versuchsanlage im Forschungsbereich binnen weniger Stunden exakte Vorhersagen über optimale Mischverhältnisse der Einsatzstoffe getroffen werden. Vom Wiegen der Probe vor der Untersuchung bis zur Prüfung des fertigen Sinters übernimmt ein Roboter alle Füll- und Transportschritte. Zudem bietet die Anlage für ältere oder leistungseingeschränkte Mitarbeiter aufgrund der Automatisierung der Umfüll- und Transportprozesse ein hohes Maß an Ergonomie und Arbeitssicherheit.

Eine weitere, maßgebliche Innovation stellt die bis ins kleinste Detail mögliche Staubanalyse des gesamten Versuchsprozesses dar, wodurch das Reduzieren von Emissionen ermöglicht werden soll. Mit einem Laser werden Austrittsstoffe gemessen und können als repräsentative Proben bewertet werden.

Dank des vollautomatisierten Ablaufs können staubarme Einsatzstoffe identifiziert und ihr optimaler Einsatz bestimmt werden. Die Anlage wurde mit der Unterstützung der Ingenieursfirma Heat and Power Engineering GmbH (Stuttgart) gebaut. Das Steuerungsmodell stammt von der Siemens AG.

Die Sinterversuchsanlage stellt einen weiteren aktiven Beitrag für eine bessere Umweltsituation in Duisburg dar. Erst kürzlich hat thyssenkrupp Steel Europe mit dem Bau eines weiteren, modernen Tuchfilters begonnen, mit dem nahezu 99,99 Prozent des Sinterstaubs verursacht durch die Sinterproduktion eingefangen werden können. Diese Anlage soll im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen werden.

Weitere Informationen:

http://thyssenkrupp-steel-europe.com

Erik Walner | ThyssenKrupp AG

Weitere Berichte zu: Eisenerz Ergonomie Massenproduktion Roheisen Sinter ThyssenKrupp Versuchsanlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Deburring EXPO: Blechkanten und Funktionsoberflächen mit dem Laser veredeln
12.09.2019 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Weniger Schadstoffe durch Wassereinspritzung?
10.09.2019 | Hamburger Fern-Hochschule

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Im Focus: Modulare OLED-Leuchtstreifen

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP, ein Anbieter von Forschung und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik, stellt auf dem International Symposium on Automotive Lighting 2019 (ISAL), vom 23. bis 25. September 2019, in Darmstadt, am Stand Nr. 37 erstmals OLED-Leuchtstreifen beliebiger Länge mit Zusatzfunktionalitäten vor.

Leuchtstreifen für das Innenraumdesign kennt inzwischen nahezu jeder. LED-Streifen sind als Meterware im Baumarkt um die Ecke erhältlich und ebenso oft als...

Im Focus: Modular OLED light strips

At the International Symposium on Automotive Lighting 2019 (ISAL) in Darmstadt from September 23 to 25, 2019, the Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, will present OLED light strips of any length with additional functionalities for the first time at booth no. 37.

Almost everyone is familiar with light strips for interior design. LED strips are available by the metre in DIY stores around the corner and are just as often...

Im Focus: Womit werden wir morgen kühlen?

Wissenschaftler bewerten das Potenzial von Werkstoffen für die magnetische Kühlung

Für das Jahr 2060 erwarten Zukunftsforscher einen Paradigmenwechsel beim globalen Energiekonsum: Erstmals wird die Menschheit mehr Energie zum Kühlen aufwenden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Events und Messen im digitalen Zeitalter

17.09.2019 | Veranstaltungen

Technomer 2019 - Kunststofftechniker treffen sich in Chemnitz

16.09.2019 | Veranstaltungen

„Highlights der Physik“ eröffnet

16.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Events und Messen im digitalen Zeitalter

17.09.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

17.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fungizide als unterschätzte Gefahr für Organismen in Gewässern

17.09.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics