Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IFA entwickelt Messgerät für die sichere Mensch-Roboter-Kollaboration

18.05.2012
Mensch und Roboter montieren Hand in Hand. Schutzzäune und Absperrungen gibt es nicht. So können Arbeitsplätze der Zukunft aussehen, denn die unmittelbare Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ist wirtschaftlich.

Aber: Ein Zusammenstoß mit dem automatischen Helfer lässt sich nicht ausschließen. Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) und der Fachbereich Holz und Metall wollen diesem Risiko mit einem neuen Messgerät vorbeugen und die sichere Zusammenarbeit mit dem Roboter planbar machen. Hersteller und Betreiber von Robotern können mit dem Gerät Kollisionskräfte und -drücke messen und so Verletzungsrisiken bewerten und vermeiden.

So genannte kollaborierende Roboter sind auf dem Vormarsch. Sie sind flexibel einsetzbar und sparen den Betrieben Platz, weil sperrige Abzäunungen wegfallen. Und sie haben das Potenzial, perfekte Kollegen des Menschen zu sein, denn sie können Werkstücke punktgenau anreichen und positionieren. Arbeitsplätze mit kollaborierenden Robotern sicher zu gestalten, ist allerdings aufwändig.

Denn: Kollaborierende Roboter, die ab Werk sicher sind, gibt es nicht. Obwohl modernste Schutztechnik hilft, Kollisionen zwischen Mensch und Roboter zu vermeiden, bleibt ein Restrisiko, das vom individuellen Einsatzfall abhängt. Dieses Restrisiko muss der Roboterbetreiber selbst bestimmen. Das bedeutet, er misst vor Ort die mechanischen Beanspruchungen, also Kräfte und Drücke, die im Fall einer Kollision mit dem Roboter auf den Menschen einwirken und zu Verletzungen führen könnten.

Für solche Messungen hat das IFA ein so genanntes biofideles Messsystem entwickelt, also ein Gerät, das die Verformbarkeit, die Trägheit und die Bewegung des menschlichen Körpers realitätsnah simuliert. Das Gerät ist für den Praxiseinsatz konzipiert, es kann industriegerecht gefertigt und vertrieben werden. Der Vorteil für die Industrie: Die Beurteilung und Korrektur von Gefährdungen durch kollaborierende Roboter im Betrieb ist nun machbar. Kollaborierende Roboter lassen sich damit einfacher einsetzen. Flexible Produktion und Kleinserien auf Kundenanfrage werden möglich.

Das Gerät und eine damit geprüfte Roboterapplikation können auf der Fachmesse AUTOMATICA vom 22. bis 25. Mai 2012 in München besichtigt werden: Halle B3, Stand Nr. 141.

Hintergrund:
Mit mehr als 25 Robotern pro 1.000 Beschäftigte hat Deutschland schon jetzt die dritthöchste Roboterdichte weltweit, nach Japan und Südkorea. Aktuell steigt vor allem die Nachfrage nach kollaborierenden Robotern und mit ihr der Druck auf den Arbeitsschutz und die Forschung, solche Arbeitsplätze sicher zu gestalten. Im Auftrag des Fachbereichs Holz und Metall erforscht das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung seit vielen Jahren die sicherheitstechnischen Anforderungen dieser neuen Technologie und wie ihnen in der Praxis zu begegnen ist.

Stefan Boltz | idw
Weitere Informationen:
http://www.dguv.de/ifa/de/pra/kollaborierende_roboter/index.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Auf dem Weg zum sauberen Verbrennungsmotor
05.09.2018 | Technische Universität München

nachricht Einfach verzahnen: Neue TNC-Zyklen für den Werkstatttrend Wälzschälen
22.08.2018 | DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Im Focus: Schaltung des Stromflusses auf atomarer Skala

Forscher aus Augsburg, Trondheim und Zürich weisen gleichrichtende Eigenschaften von Grenzflächenkontakten im ferroelektrischen Halbleiter nach.

Die Grenzflächen zwischen zwei elektrisch unterschiedlich polarisierten Bereichen im Festkörper werden als ferroelektrische Domänenwände bezeichnet. In der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

Studierende organisieren internationalen Wettbewerb für zukünftige Flugzeuge

17.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Auf der InnoTrans 2018 mit innovativen Lösungen für den Güter- und Personenverkehr

18.09.2018 | Messenachrichten

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

18.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics