Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Norddeutschlands modernste Lasersintermaschine steht an der Fachhochschule Kiel

29.07.2008
Zunächst sieht man durch das kleine Fenster nur eine dünne weiße Pulverfläche, dann schaltet Dipl.-Ing. Thomas Abraham die mannshohe Maschine ein und schon geht es los.

Nach und nach entsteht, scheinbar wie von selbst, eine Werkstückkontur. Ab und zu taucht von der Seite ein Wischer auf, der an einen Autoscheibenwischer erinnert und bringt neues Pulver auf das Baufeld auf. So sieht es aus, wenn am Institut für CIM-Technologietransfer (CIMTT) die sogenannte Rapid Prototyping und Manufacturing (RP) -Technologie zum Einsatz kommt.

Nach der Konstruktion eines dreidimensionalen Modells eines Bauteiles im Rechner durch den Konstrukteur muss dieses noch in ein reales Teil umgesetzt werden. Entweder mit den klassischen Fertigungsverfahren aus Metall oder Kunststoff oder mit der neuen RP-Technologie. Dazu wird das dreidimensionale Modell mit einer Software in Scheiben zerlegt. Ein Laserstrahl belichtet dann Schicht für Schicht ein Kunststoffpulver mit der geometrischen Kontur des Bauteiles, so dass die einzelnen Schichten miteinander verschmelzen. Aus virtuellen 3D-Modellen werden so reale Teile.

"Wir können mit diesem Verfahren real einsetzbare Kunststoff-Prototypen innerhalb sehr kurzer Zeit, wir reden hier von Tagen, kostengünstig erstellen, kostengünstig vor allem, wenn man die Werkzeugkosten für Formwerkzeuge oder die Fertigungskosten für eine zerspanende Technologie berücksichtigt. Doch die Maschine ist recht teuer und für ihren Betrieb ist spezielles Know-How nötig. Deswegen lohnt sich für viele Unternehmen die Investition in diese Technologie dann doch wieder nicht. Und da kommt das CIMTT ins Spiel. Im Bereich der generativen Fertigungsverfahren stellen wir nicht nur das Lasersinterverfahren zur Verfügung, sondern noch zwei weitere. Die Kunden können genau mit der Technologie bedient werden, die für sie wirtschaftlich und technologisch optimal ist", erläutert Professor Joachim Heise, der zuständige Fachgebietsleiter.

... mehr zu:
»CIMTT »Lasersintermaschine

Bei der Finanzierung der Maschine beschritt das CIMTT einen für Hochschulen ungewöhnlichen Weg. Die notwendigen rund 150 000 Euro wurden ausschließlich aus Dienstleistungen und Projekten für Industrieunternehmen finanziert, aus öffentlichen Mitteln sei dies nicht möglich gewesen, da die Hochschule hierfür über kein Budget verfüge, erklärt Professor Heise. "Im Gegenteil, wir benutzen Finanzmittel aus den Projekten dazu, die Laborausstattungen zu reparieren und Investitionen durchzuführen."

Die neue Anlage kommt Kooperationspartnern wie Stryker Trauma, Elac und anderen Unternehmen der Region zugute. In Norddeutschland kann zurzeit nur das CIMTT eine derart hohe Qualität bei der Fertigung von Lasersinterbauteilen in sehr kurzer Zeit gewährleisten. Darüber hinaus profitieren auch die Studierenden des Fachbereichs Maschinenwesen der Fachhochschule Kiel von der Neuanschaffung. Die Anlage wird - wie schon die Vorgängermaschinen - auch in der Lehre eingesetzt.

Mit dem Thema Rapid Prototyping befasst sich am CIMTT seit fast zehn Jahren eine Arbeitsgruppe. 1999 konnte eine gebrauchte Lasersintermaschine für die Ausstattung eines neuen Studienganges beschafft werden, sie wurde in der Lehre, erstmalig für Auftragsarbeiten aus der Industrie sowie für Projekte mit anderen Hochschulen im Land eingesetzt. Zwei weitere der generativen Verfahren kamen im Lauf der Zeit hinzu. Eine Maschine wurde im Rahmen eines öffentlich geförderten Projektes unter Industriebeteiligung erworben. Die zweite Maschine konnte durch eine Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule ins Haus geholt werden. Die Beschaffung übernahm die Kunsthochschule, im Gegenzug schult das CIMTT die Studierenden in der Anwendung der RP-Technologien und hilft bei der Erstellung der Präsentationsmodelle.

Kontakt:
Institut für CIM-Technologietransfer an der Fachhochschule Kiel (CIMTT)
Schwentinestr. 13, 24149 Kiel
Tel.: 0431 - 210 2800
E-Mail: cimtt@fh-kiel.de

Frauke Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-kiel.de

Weitere Berichte zu: CIMTT Lasersintermaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Mehr Funktionalitäten: Mikrostrukturierung großer Flächen mit UV-Lasersystem
05.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Fräskinematik – individuell und hochpräzise fertigen
02.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics