Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europa entdeckt humanoide Roboterforschung

31.07.2006
Zahlreiche Branchen zeigen Interesse für Einsatz

Das Istituto Italiano di Tecnologia mit Sitz in Rom bereitet die Entwicklung eines humanoiden Roboters mit bisher unerreichten Erkennungs- und Interaktionsfähigkeiten vor. Der als Prototyp geplante "RobotCub", dessen Entwicklungskosten von 8,5 Mio Euro von der EU-Kommission finanziert werden, wird die Grösse eines zweieinhalbjährigen Kindes haben. Er soll im Jahr 2009 seine ersten Geh- und Greifbewegungen machen. An dem Projekt sind Fachleute für Nanotechnologie, Robotertechnik und Neurologie der Universitäten von Genua, Ferrara, Lissabon, Lausanne, Salford, Uppsala, Tokyo, Zürich, Pisa und Boston beteiligt.

Ausgangspunkt ist die Arbeit eines Doktorantenteams am Polytechnikum von Mailand, das eine aus verschiedenen organischen Stoffen zusammengesetzte Retina entwickelt hat. Deren Farbwahrnehmung kommt der des menschlichen Auges sehr viel näher als die herkömmlichen auf Silizium basierenden Sensortechniken. Roberto Cingolani, wissenschaftlicher Leiter des IIT, ist überzeugt: "Auf längere Sicht wird das zunächst auf Roboter beschränkte Kunstprodukt zu einem auch beim Menschen einsetzbaren Implantat führen. Die neue Generation humanoider Roboter, die sich durch hohe Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Gleichgewichts- und Tastfähigkeiten auszeichnet, macht deshalb eine multidisziplinäre Mannschaft aus hochqualifizierten Wissenschaftlern und extrem wettbewerbsfähigen Technologien erforderlich. Doch der Aufwand wird sich bezahlt machen, da es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in der Informations- und Medizintechnik, aber auch in der Raumfahrt- und Automobilindustrie geben wird."

In der Anfangsphase wird das Denkzentrum des RobotCub noch mit der herkömmlichen Chip-Elektronik ausgestattet sein. Anschliessend soll ein mit tierischen Nervenzellen und Microsynapsen aufgerüstetes Hybridhirn die Schnittstelle zur Aussenwelt ersetzen. "Durch den Einsatz von möglichst elastischen Materialien wird ein dem Menschen weitgehend ähnliches Körpergewebe entstehen, das eine sensiblere Interaktion und sanftere Bewegungsabläufe ermöglicht", erklärt Cingolani."RobotCub wird auch in der Lage sein, seine Verhaltensweisen an Erfahrungswerte anzupassen und seine Haut selber zu regenerieren."

... mehr zu:
»RobotCub »Roboter »Roboterforschung

Die neun an dem Vorhaben beteiligten Forschungseinheiten sind telematisch miteinander vernetzt und stehen dadurch in ständigem Erfahrungsaustausch. "Es handelt sich um eine offene Plattform, an der alle mitwirken können, die die Fähigkeiten des RobotCub verbessern und zu patentreifen Anwendungen entwickeln wollen", bestätigt Projektleiter Giulio Sandini. Zur Besetzung des wissenschaflichen Überwachungsausschusses werden derzeit Fachleute aus internationalen Forschungseinrichtungen wie Mit (Usa), Cnrs (Frankreich) und Fraunhofer (Deutschland) rekrutiert.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iit.it

Weitere Berichte zu: RobotCub Roboter Roboterforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Biegen ohne zu brechen - Wie Insekten ihre Umgebung ertasten
10.09.2018 | Hochschule Bremen

nachricht Faden-Kunst aus Roboterhand
10.09.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

One step ahead: Adaptive Radarsysteme für smarte Fahrerassistenz

20.09.2018 | Informationstechnologie

Nanoreaktoren nach natürlichen Vorbildern gebaut

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics