Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboterinsekt läuft am Wasser

07.08.2003


MIT-Forscher auf der Spur der Wasserläufer




Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben erstmals einen Roboter entwickelt, der an der Wasseroberfläche laufen kann. Robostrider, so der Name des künstlichen Insekts, kann ebenso wie seine natürlichen Artgenossen auf der Wasseroberfläche dahingleiten. Damit ist den Experten gelungen, das Prinzip der Wasserläufer zu verstehen. Das berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature.



Die Wissenschaftler hatten ursprünglich angenommen, dass junge Wasserläufer zu schwach sind, um auf der Oberfläche der Gewässer zu laufen. Nach den Erkenntnissen trifft das aber nicht zu, vielmehr können sich auch junge Wasserläufer bereits wie adulte verhalten. "Über den Halt der Insekten an der Oberfläche waren weniger Zweifel vorhanden", berichtet der MIT-Mathematiker und Projektleiter John Bush. "Von der Hydrodynmsaik semiaquatisch lebender Tiere ist der Wissenschaft aber generell bisher wenig bekannt gewesen", so Bush. Zu den Rätseln zählte die Frage, wie Wasserläufer bis zu 150 Zentimeter pro Sekunde über die Oberfläche gleiten können, oder wie es die größten Arten, die bis zu 20 Zentimeter lang werden, schaffen nicht unterzugehen", führt Bush aus. Mit Hilfe von Färbemitteln im Wasser konnten die Wissenschaftler den Lauf der kleinen Insekten beobachten. Hochgeschwindigkeitskameras filmten die Bewegungsabläufe. "Wasserläufer rudern über das Wasser ohne die Wasseroberfläche zu durchbrechen", so Bush, der gemeinsam mit David Hu und Brian Chan an dem Projekt arbeitete. "Die Bewegungen des Wasserläufers hinterlassen verräterische kleine Wirbel auf der Wasseroberfläche, die hinter der Kamera deutlich sichtbar wurden", berichten die Forscher. Diese Wirbel waren der Schlüssel zur Erforschung der Bewegungsabläufe.

Der künstliche Roboter-Wasserläufer (Bild) ist etwas größer als seine natürlichen Verwandten und aus Getränkedosen und Stainless-Steel gefertigt. "Außerdem sind seine Bewegungen bei weitem nicht so elegant", berichten die Wissenschaftler. Die Robotervariante zeigt aber deutlich, dass die MIT-Forscher das Prinzip der Bewegungsabläufe und der Ausnutzung der Oberflächenspannung der echten Wasserläufer richtig verstanden haben. Bush will aber weitere wasserlebende Tiere und deren Bewegungen und Antriebe mathematisch untersuchen. "Die Physik und die Dynamik der Flüssigkeiten bei Lebewesen wurden bisher viel zu ungenau untersucht", so der Mathematiker. Der Wissenschaftler glaubt, dass dabei weitere biologische Phänomene vorhanden sind. Darüber hinaus könne das Wissen auch für die Entwicklung neuer Technologien von Nutzen sein.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Bewegungsablauf Wasserläufer Wasseroberfläche

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Verformung mit Fingerspitzengefühl
13.08.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Wie Parasiten Leberkrebs erzeugen
02.08.2018 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Alles zur Kryotechnik: HDT bietet Seminar zum „Kryostatbau“ in Karlsruhe an

15.08.2018 | Seminare Workshops

Brandschutz im Tanklager – Tagung in Essen

15.08.2018 | Seminare Workshops

Orientieren auf die Schnelle: Neue Erkenntnisse zur Wahrnehmungssteuerung im Gehirn

15.08.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics