Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Werden Roboter bald Finanzmanager und Anlageberater?

29.06.2016

Erstes FinTechLab an der Universität Magdeburg unterstützt künftig Digitalisierung der regionalen Wirtschaft

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg werden im ersten FinTechLab ab sofort Möglichkeiten modernster Informationstechnologien mit finanzwirtschaftlichen Herausforderungen und Fragestellungen im Kontext von Industrie 4.0 verknüpft.


Im FinTechLab wurde mit Lego-Mindstorm ein Solar-Kraftwerk gebaut und abgesichert am Kapitalmarkt mit Hilfe von Wetterderivaten.

Foto: Stefan Berger/Universität Magdeburg

Studierenden der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft sowie der technischen Fakultäten, hier insbesondere den Wirtschaftsingenieuren, steht in der Lehre ab sofort ein Reallabor für Financial Technologies zur Verfügung, um künftig als Fachkräfte die Digitalisierung regionaler Unternehmen besser unterstützten zu können.

Das erste FinTechLab auf dem Magdeburger Universitätscampus ist beim Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, inb. Innovations- und Finanzmanagement angesiedelt und ermöglicht es, auf der Basis hochmoderner Computeralgebra- und Statistikssoftwaresysteme finanztheoretische Modelle zur Steuerung des unternehmerischen Risikomanagements zu entwickeln bzw. zu erforschen.

So können Betriebswirte und Wirtschaftsingenieure an der Schnittstelle von Ökonomie und Wirtschaft unter kontrollierten Bedingungen u. a. unternehmerische Finanzströme simulieren, optimale Investitionsentscheidungszenarien modellieren und visualisieren sowie finanzielle und nicht-finanzielle Risiken analysieren.

Die Studierenden könnten so ihr theoretisches Grundwissen aus den Vorlesungen und Seminaren des Lehrstuhls in praktische Lösungskonzepte einfließen lassen und ihr Wissen vertiefen, erläutert Prof. Dr. Elmar Lukas vom Lehrstuhl für Innovations- und Finanzmanagement der Universität Magdeburg. Zusätzlich erhielten sie ingenieurtechnische Grundlagen z. B. aus den Bereichen Energiewirtschaft, Anlagenbau etc. sowie vertiefende Programmierkenntnisse in Zusammenhang mit Computeralgebra- und Statistiksoftwareprogramme.

Das Labor verfügt über eine Client-Server-Architektur mit zwölf Arbeitsplätzen, einen Funktionsplotter, diverse Lego-Mindstorm-Sets, neueste Computeralgebrasysteme und relevante Datenbanken.
„Die eingesetzte Hard- und Software des FinTechLab ist in ihrer Kombination einmalig in Deutschland, und wir freuen uns sehr, als erste Hochschule des Landes über ein solches Labor zur verfügen“, führt Professor Lukas aus.

„Die Idee zur Gründung eines Reallabors für Financial Technologies liegt bei einem Finance-Lehrstuhl unweit der technischen Fakultäten sehr nahe und trifft den Zeitgeist einer immer stärkeren Digitalisierung von Wertschöpfungsaktivitäten. Die Notwendigkeit, in Echtzeit unternehmerische Risiken zu steuern stellt da keine Ausnahme dar. Im neuen FinTechLab können wir unseren mathematischen Modelle Echtzeitdaten hinzufügen und ihr verhalten im Labor studieren. Nehmen sie den Brexit als Beispiel. So können wir globale Produktionsnetze simulieren und schauen, wie operationelle und finanzielle Absicherungsstrategien im Bereich des Währungsmanagement interagieren und welche Werte für ein Unternehmen generiert werden. Grundsätzlich können solche dynamischen Entscheidungsmodelle für Unternehmen eine maßgebliche Quelle von strategischen Wettbewerbsvorteilen und damit von neuen Wertschöpfungspotenzialen sein.“

FinTech steht für Financial Technology. Diese Finanztechnologie ist ein Ergebnis der zunehmenden Digitalisierung der globalen Gesellschaft. Der Kerngedanke dieser aufkommenden Branche ist es, die gegenwärtigen Innovationen der Informations- und Kommunikationstechnologien in finanzwirtschaftliche Produkte und Dienstleistungen zu integrieren. Dabei reicht die Palette von intelligenten Risikomanagementsystemen für den Mittelstand über Technologien zum bargeldlosen Zahlungsverkehr bis hin zu Robotern als Anlageberater.

„Es ist kein Science-Fiction-Szenario, dass Algorithmen über die Bonität von Kunden entscheiden, den Einsatz von Hedging-Instrumenten steuern oder optimale Anlagenstrategien auswählen. Gerade die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien bieten hier ideale Möglichkeiten zur Automatisierung von standardisierten Finanzentscheidungen“, so Professor Lukas.

Mehr Informationen unter http://www.fintech.ovgu.de

Kontakt für die Medien:
Prof. Elmar Lukas, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Innovations- und Finanzmanagement, Tel.: +49 391 67-58943, E-Mail: elmar.lukas@ovgu.de

Weitere Informationen:

http://www.fintech.ovgu.de

Katharina Vorwerk | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker
17.08.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit
16.08.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics