Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KogniHome feiert die Wohnung der Zukunft

26.06.2017

14 Partner aus Ostwestfalen-Lippe kommen für Projektabschluss zusammen

Im August 2014 startete der Innovationscluster KogniHome mit dem Ziel, Technik für die mitdenkende Wohnung der Zukunft zu entwickeln. Am heutigen Freitag (23.06.2017) haben die 14 Partner des regionalen Verbundprojekts eine zentrale Entwicklung vorgestellt: die KogniHome-Forschungswohnung in Bethel in Bielefeld. Ein kurzer Film zeigt die Funktionen der Wohnung der Zukunft. 200 Gäste feierten am Nachmittag in der Fachhochschule Bielefeld den erfolgreichen Abschluss von KogniHome. Koordiniert wurde das Projekt vom Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld.


Mit dem KogniChef kochen, ohne dass etwas anbrennt (von links): Gabriele Albrecht-Lohmar vom Bundesbildungsministerium, Prof. Dr. Helge Ritter von CITEC und Prof. Dr. Günther Wienberg von Bethel.

Foto: CITEC/Universität Bielefeld

Zu den ersten Gästen der neuen Forschungswohnung in der Gadderbaumer Straße 41 gehörte Gabriele Albrecht-Lohmar vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Referat „Mensch-Technik-Interaktion; Demografischer Wandel“. Das BMBF fördert den Innovationscluster KogniHome im Rahmen seines Forschungsprogramms zur Mensch-Technik-Interaktion. Bei Ihrem Besuch machte sich Albrecht-Lohmar mit den Fähigkeiten des rundum vernetzten Apartments vertraut.

„Es ist beeindruckend, wie sich die neue Technik auf die Bedürfnisse der Bewohner einstellt und ihnen damit den Alltag erleichtert“, sagt Albrecht-Lohmar. „Mit seinen Entwicklungen schafft der Innovationscluster KogniHome eine wichtige Basis für die Kooperation von Wirtschaft und Forschung“, sagt die Referentin. Die Forschungswohnung vereint die Prototypen aus den Laboren und den Werkstätten der Partner, für die KogniHome bereits 2015 als ausgezeichneter Ort im Land der Ideen prämiert wurde. Vor einem Jahr handelte es sich noch um eine einfache Bestandswohnung.

„Die Forschungswohnung macht erlebbar, wie wir in KogniHome gemeinsam mit unseren Partnern aus Industrie, Dienstleistung und Forschung das Thema intelligentes Wohnen vorangetrieben haben“, sagt Professor Dr. Helge Ritter, Sprecher des Innovationsclusters KogniHome. „Die Technik unserer Forschungswohnung lässt sich intuitiv bedienen und geht auf die Bedürfnisse der Bewohner ein, ohne dabei zu bevormunden“, so der Neuroinformatiker, der auch Koordinator des Exzellenzclusters CITEC ist.

Außer mit der technischen und ingenieurwissenschaftlichen Forschung befasste sich das Projekt mit der möglichen Auswirkung der neuen Technik. Das reicht von ethischen Aspekten bis hin zu rechtlichen, sozialen und sicherheitstechnischen Folgen.

„Gerade für Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen ist ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung besonders wichtig“, sagt Professor Dr. Günther Wienberg. Er ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, einer der 14 Projektpartner. „Wir haben sichergestellt, dass potenzielle Nutzer sich an der Entwicklung der mitdenkenden Wohnung beteiligen konnten. Wir haben mit dem Konsortium drängende ethische Fragen diskutiert und soziale Aspekte in die Forschung eingebracht.“

So diskutierten in Ethik-Seminaren Vertreter von Bethel, CITEC, der BGW Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistung mbH und der juristischen Fakultät der Fachhochschule Bielefeld mit den Industriepartnern. Pünktlich zum Abschluss von KogniHome ist eine Broschüre erschienen, die Empfehlungen für den Umgang mit den ethischen und weiteren Fragen beim Einsatz von mitdenkenden Wohnungen gibt.

Starke Partner aus der Industrie gewährleisteten in den vergangenen drei Jahren, dass die KogniHome-Prototypen in Richtung Produktreife getrieben wurden. Bei der digitalen Küche brachten die Familienunternehmen Miele und Hettich ihr Knowhow ein. Im Fokus stand der Verbraucher mit seinen Bedürfnissen. Als Szenario wählten die Partner das Jahr 2024, um zukunftsweisende Technologien zu entwickeln und innovativ zu arbeiten. Herausgekommen sind Prototypen, die das alltägliche Leben vereinfachen und bereichern.

In dem neuen Film „KogniHome – Geburtstag in der mitdenkenden Wohnung“ erlebt die fiktive Familie Becker einen Tag im KogniHome. Über diese in ihren Mitgliedern exemplarisch konzipierte Familie gelangen die Projektmacher zu authentischen Szenarien: Die intelligente Eingangstür begrüßt die Bewohner und Gäste persönlich, die digitale Küche „KogniChef“ hilft beim Kochen „die Spur zu halten“, ein virtueller Dialogassistent berät bei der Zeitungslektüre, ein persönlicher Trainer – bekannt als „Trimmdich-Sessel“ – leitet altersangemessen zu Fitnessübungen an, der mitdenkende Spiegel im Eingang ist mit der Ankleide verknüpft und sorgt dafür, dass beim Verlassen der Wohnung nichts vergessen wird.

Auch wenn am 23. Juni der Abschluss des Innovationsclusters KogniHome gefeiert wird – die 14 Partner kooperieren weiter und wollen dafür den Verein „KogniHome e.V.“ gründen. „Wir möchten die Ergebnisse aus drei Jahren Forschung weiterführen und die mitdenkende Wohnung auch in Zukunft nutzen“, sagt Helge Ritter. „Wir haben gelernt, worauf es dem Menschen beim Wohnen ankommt, und in welche Richtung Technik gehen muss, damit solche technischen Systeme bei der demographischen Herausforderung einen Beitrag leisten. Kurzum: Wir wissen, was es braucht, damit die Brücke zwischen Mensch und Technik in die Zukunft weist.“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den Innovationscluster KogniHome bis Ende Dezember mit acht Millionen Euro. Durch die finanzielle Beteiligung der 14 Partner kommt ein Gesamtbudget von 11,3 Millionen Euro zusammen. KogniHome ist Teil des Förderschwerpunktes „Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel“ des BMBF. Für das Projekt arbeiten folgende Organisationen zusammen: Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld, Universität Paderborn, achelos GmbH (Paderborn), v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel (Bielefeld), BGW Bielefelder Gesellschaft für Wohnen und Immobiliendienstleistung mbH, DMW Schwarze GmbH & Co. Industrietore KG (Bielefeld), Hanning & Kahl GmbH & Co KG (Oerlinghausen), helectronics GmbH (Büren), Hella KGaA Hueck & Co. (Lippstadt), Hettich (Kirchlengern), HJP Consulting GmbH (Borchen), Miele & Cie. KG (Gütersloh), Neue Westfälische GmbH & Co. KG (Bielefeld).

Kontakt:
Dr.-Ing. Thorsten Jungeblut, Universität Bielefeld
Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC)
Telefon: 0521 106 12031
E-Mail: tj@cit-ec.uni-bielefeld.de

Weitere Informationen:

http://bit.ly/2sxC8t6 Broschüre zu KogniHome
http://bit.ly/2sxQAkS Broschüre zu ethischen und weiteren Aspekten bei KogniHome

Video: KogniHome - Geburtstag in der mitdenkenden Wohnung: 

https://www.youtube.com/watch?v=aisagMB01GA

Video: KogniHome 14 Partner - Eine Wohnung

https://www.youtube.com/watch?v=_AD7J0Cdv-4

Jörg Heeren | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne
20.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics