Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IT-Sicherheit: Forscher entwickeln Werkzeuge zur Erkennung digitaler Angriffe

30.06.2016

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert ein neues Verbundprojekt zur Erkennung und Analyse von IT-Sicherheitsvorfällen bis Ende Mai 2019 mit über 2,4 Mio. Euro. In dem Konsortium DINGFEST arbeiten drei Universitäten und vier Unternehmen aus der Privatwirtschaft eng zusammen. Koordiniert wird das Forschungsprojekt durch die Universität Regensburg (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I), die in dem Konsortium auch den größten Partner stellt. Mehr als die Hälfte der Partner kommen aus Regensburg.

Noch vor wenigen Jahren wurden IT-Systeme vornehmlich isoliert und innerhalb leicht zu schützender Grenzen betrieben. Diese Systeme konnten nur innerhalb eines einzelnen Unternehmens oder in einem festen Organisationskontext kommunizieren. Diese Situation hat sich jedoch stark verändert.


Angriffe visuell erkennen, digitale Beweismittel sichern und IT-Sicherheitsvorfälle melden – das ist die Kernaufgabe von DINGFEST.

Bildnachweis: Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I – Zur ausschließlichen Verwendung im Rahmen der Berichterstattung zu dieser Pressemitteilung.

Heutige IT-Systeme gleichen eher fragilen Gebilden: Sie nutzen vielfältige, flexible, virtualisierte und hochgradig vernetzte Anwendungen. Komplexe und speziell auf ein Unternehmen oder auf eine Organisation zugeschnittene Angriffe nehmen in der jüngeren Vergangenheit zu.

Die Angriffe verdeutlichen die Anfälligkeit und das Missbrauchspotenzial von IT-Systemen in drastischer Weise. In der deutschen Wirtschaft verursacht Computerkriminalität inzwischen jährliche Schäden von mehr als 10 Mrd. Euro. Eine Absicherung der IT-Systeme gegen Cyberangriffe und Cyberspionage ist daher für Wirtschaft und Gesellschaft entscheidend, um die Fortschritte und Chancen der Digitalisierung auch künftig nutzen zu können.

Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen des Verbundprojekts DINGFEST neue Verfahren erforscht, um einerseits mit innovativen IT-forensischen Aufklärungsmethoden Angriffsszenarien untersuchen und verstehen zu können. Andererseits sollen mit diesen Erkenntnissen Möglichkeiten geschaffen werden, um solche Angriffe schon im Vorfeld und in Echtzeit erkennen und verhindern zu können.

So widmen sich die verschiedenen Projektpartner der Detektion schädlicher Systemzustände, der forensischen Analyse digitaler Spuren und der vertrauensvollen und pseudonymisierten Meldung von Sicherheitsvorfällen. Gemäß dem IT-Sicherheitsgesetz sind Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS-Betreiber) unter anderem dazu verpflichtet, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erhebliche IT-Störungen zu melden. Diese Meldung kann anonym erfolgen.

Zusätzlich zur Erforschung dieser grundlagen- und anwendungsorientierten Fragen ist im Projekt DINGFEST die Entwicklung eines modularen SW-Werkzeugkastens im Open-Source-Modell geplant. Diese Tool-Sammlung soll den Anforderungen an die Analyse komplexer IT-Infrastrukturen gerecht werden. Die einzelnen Module werden mit offenen Schnittstellen ausgestattet, die Dritte an eigene Anforderungen anpassen können.

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sollen von diesem Angebot profieren. Sie können den entstandenen Software-Demonstrator als Open-Source nutzen und als Startpunkt für eigene Produktentwicklungen und Dienstleistungen verwenden. Neben den technischen Details wird sich das Projekt auch intensiv den organisatorischen und juristischen – insbesondere datenschutzrechtlichen – Implikationen widmen.

Die große Innovationskraft des neuen Verbundvorhabens liegt in einer solchen Entwicklung zentraler Module zur Erkennung und Analyse von Sicherheitsvorfällen und ihrer Meldung. Die geplanten Analysemodule erweitern für sich gesehen den Stand der Technik; der große Nutzen entsteht allerdings im reibungslosen Zusammenspiel aller Komponenten als gut sortierter Werkzeugkasten.

Der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik I widmet sich im Projekt speziell den beiden Themenbereichen visuelle Erkennung von maliziösem Verhalten sowie der pseudonymisierten Meldung von Sicherheitsvorfällen. Durch visuelle Analysemethoden sollen Fachanwender in die Lage versetzt werden komplexe Angriffe auf die IT-Systeme zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Zur Meldung von Sicherheitsvorfällen erforscht der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik I zudem Möglichkeiten zur Pseudonymisierung der Meldung sowie Komponenten zum strukturierten Austausch von Sicherheitsvorfällen.

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Günther Pernul
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I
Tel.: 0941 943-2742
Guenther.Pernul@ur.de

Alexander Schlaak | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien
27.02.2020 | Universität Leipzig

nachricht Plasmonen im atomaren Flachland
25.02.2020 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wiegende Halme auf der Handwerksmesse München

Talente-Sonderschau: Architekturstudenten der HTWK Leipzig zeigen filigrane Skulptur aus Strohhalmen – dahinter steckt eine Konstruktionsidee für organisch gekrümmte Fassaden

Swaying Straws (Wiegende Halme) heißt die Skulptur, die die zwei Architekturstudenten Fabian Eidner und Theodor Reinhardt von der Hochschule für Technik,...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Asteroid in eiserner Rüstung

28.02.2020 | Geowissenschaften

Hate Speech bis KI: Online-Forscher_innen aus aller Welt treffen sich zur General Online Research an der HTW Berlin

28.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

UV-Licht gegen störenden Unterwasserbewuchs – Innovatives Antifouling-System des IOW jetzt reif für Serienproduktion

28.02.2020 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics