Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste europaweite Informationsplattform für Binnengewässer online

06.05.2015

Vier europäische Forschungseinrichtungen haben am 6. Mai 2015 eine Onlineplattform veröffentlicht, die erstmals Informationen und Ergebnisse aus der Süßwasserökosystemforschung bündelt. Die „Freshwater Information Platform“ stellt Daten und Kartensysteme frei zugänglich zur Verfügung und soll neue Forschungsansätze auf diesem Gebiet anregen. Sie bietet damit eine einzigartige und umfassende Wissensgrundlage für ein nachhaltiges und evidenzbasiertes Management unserer bedrohten Binnengewässer und der Ressourcen, die sie bereitstellen.

Durch Verschmutzung, Landnutzung und Klimaveränderungen geraten Binnengewässer und ihre biologische Vielfalt in ganz Europa zunehmend unter Druck. Zahlreiche Forschungsprojekte haben sich deshalb in den letzten Jahren mit den Ursachen und Folgen für Flüsse, Seen und Feuchtgebiete befasst und Renaturierungsstrategien für sie entwickelt.


Die “Freshwater Information Platform” macht Ergebnisse und Daten aus verschiedenen europäischen Forschungsprojekten öffentlich zugänglich.

IGB

Trotz der Fülle an potenziell vorhandenen Informationen und Daten sind diese für die Öffentlichkeit, politische Entscheidungsträger, Behörden und Wassermanager nur schwer zugänglich. Das liegt zum Teil daran, dass Forschungsdaten nicht immer systematisch publiziert werden bzw. in einer Fülle von unterschiedlichen wissenschaftlichen Publikationen und Projekt-Webseiten eingebettet sind.

Um diesen Umstand zu ändern haben die Universität für Bodenkultur in Wien, die Universität Duisburg-Essen, das Königliche Belgische Institut für Naturwissenschaften in Brüssel, sowie das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin ein neues Informationsportal entwickelt.

Auf der nun eingeführten „Freshwater Information Platform“ ( www.freshwaterplatform.eu ) werden Ergebnisse verschiedener abgeschlossener und laufender Forschungsprojekte zusammengefasst und öffentlich zugänglich gemacht.

Die Plattform setzt sich aus mehreren komplementären Teilen zusammen, die entweder einen leichten Zugriff auf Originaldaten ermöglichen oder eine Zusammenfassung von Forschungsresultaten in leicht verständlicher Weise bieten. Alle Inhalte werden laufend aktualisiert und ergänzt.

Das Portal gibt Aufschluss über die Ergebnisse und Daten europäischer Gewässerforschung

Ein Schwerpunkt der Informationsplattform liegt auf den räumlichen Aspekten der Gewässerforschung: So ermöglicht beispielsweise das integrierte Süßwasser-Datenportal („Freshwater Biodiversity Data Portal“) den Zugriff auf Daten, die die Verteilung von Süßwasserorganismen (z.B. Fische, Insekten oder Algen) in Europa und in der ganzen Welt zeigen. Der „Global Freshwater Biodiversity Atlas“, der bereits seit 2014 online ist, stellt eine Reihe von Artenreichtums-, Stressintensitäts- und Klimawandelkarten bereit.

In der Sektion „Freshwater Metadatabase“ finden Interessierte einen Überblick über eine Vielzahl von Datenquellen aus der Erforschung und dem Management vom Seen, Flüssen und Feuchtgebieten. Eine kürzlich gegründete Zeitschrift („Freshwater Metadata Journal“) bietet die Möglichkeit, diese Daten wissenschaftlich zu publizieren.

Im Abschnitt „Freshwater Species Traits“ werden relevante Informationen über einzelne Arten zusammengefasst, die in europäischen Gewässern heimisch sind: Wovon ernähren sich Süßwasserorganismen, in welchen Lebensräumen sind sie angesiedelt oder wie tolerant sind sie gegenüber Verschmutzung und Umweltwandel? Insgesamt stehen hier Informationen für etwa 20.000 verschiedene Arten zur Verfügung.

Der vielgelesene „Freshwater Blog“ veröffentlicht Features, Interviews und Podcasts über Forschungshighlights und aktuelle Entwicklungen rund um Erforschung, Schutz und Management von Süßwasserökosystemen. Abgerundet wird das Angebot durch eine Reihe verschiedener Tools, Leitfäden und Informationen zu relevanten politischen Richtlinien sowie einem „Kuriositäten-Kabinett“.

Astrid Schmidt-Kloiber (BOKU): „Süßwasserökosysteme unterliegen zahlreichen schädlichen Einflüssen, die zu einer erheblichen Bedrohung ihrer Artenvielfalt führen. Durch die Bündelung von relevanten Informationen an einem einzigen Ort hilft die „Freshwater Information Platform“ Wissenschaftlern die herausfordernde Aufgabe, verstreute Forschungsressourcen zu finden, zu überwinden. Langfristig wird das dazu beitragen, das Verständnis von Süßwasserökosystemen zu verbessern und ihnen eine stärkere Stimme in Bezug auf Schutz und Erhaltung zu verleihen.“

Daniel Hering (UDE): „Erfolgreicher Schutz und Wiederherstellung von Süßwasserökosystemen wird weitgehend von der Qualität der zugrundeliegenden wissenschaftlichen Daten bestimmt. Die Ausweisung empfindlicher Gebiete und Arten, die Entwicklung von Sanierungsmaßnahmen und die Vorhersage der Auswirkungen des Klimawandels: alle diese komplexen wissenschaftlichen Aufgaben erfordern qualitativ hochwertige Daten. Die „Freshwater Information Platform“ ist ein äußerst wertvolles Hilfsmittel für ein evidenz-basiertes, erfolgreiches und nachhaltiges Süßwassermanagement.“

Aaike De Wever (RBINS): „Mit Hilfe des Süßwasser-Biodiversitätsdatenportal, das in der „Freshwater Information Platform“ integriert ist, unterstützen wir Wissenschaftler dabei, ihre Daten über die Verbreitung von Arten online zu publizieren. Durch die Zusammenführung einer großen Anzahl von Datensätzen aus Süßgewässern wollen wir großräumige wissenschaftliche Analysen und Modellierungen fördern, die unser Verständnis für diese Gewässer und unsere Fähigkeit diese zu managen verbessern.“

Klement Tockner (IGB): „Wir verändern grundlegend und in den meisten Fällen irreversibel, wie die Natur funktioniert. Als Folge sind nicht nur die natürlichen Systeme, von denen wir abhängig sind, bedroht, sondern auch unser eigenes Überleben. Die „Freshwater Information Platform“ stellt eine gemeinsame Forschungsinfrastruktur von globaler Bedeutung dar, die das Aufspüren vielfältiger Konsequenzen der beschleunigten Umweltveränderungen auf Süßwasserökosysteme und ihrer biologischen Vielfalt erleichtert.“

Beteiligte Institutionen und Ansprechpartner:

Universität für Bodenkultur, Wien (Österreich), BOKU
Astrid Schmidt-Kloiber (astrid.schmidt-kloiber@boku.ac.at), +43 1 47654 5225

Universität Duisburg-Essen, Aquatische Ökologie (Deutschland), UDE
Daniel Hering (daniel.hering@uni-due.de), +49 201 183 3084 & Jörg Strackbein

Königliches Belgisches Institut für Naturwissenschaften, Brüssel (Belgien), RBINS
Koen Martens & Aaike De Wever (adewever@naturalsciences.be), +32 2 627 43 90

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin (Deutschland), IGB
Klement Tockner (tockner@igb-berlin.de), +49 30 64181 601 & Vanessa Bremerich

Weitere Informationen:

http://www.freshwaterplatform.eu
http://www.igb-berlin.de

Karl-Heinz Karisch | Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Effizienter produzieren dank digitaler Simulation
24.01.2020 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

nachricht Schnelles & langsames Denken: Neues DFKI-Projekt soll Deep-Learning-Verfahren verlässlicher machen
23.01.2020 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Physik lebender Systeme - Wie Proteine die Zellachse finden

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Bioreaktor Kuh - Antikörper aus der Kuh ersetzen Antibiotika

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

INNOVENT startet Innovatives Anwenderprojekt (INNAP) „Sol-Gel-Beschichtungen für temperaturempfindliche Substrate“

27.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics