Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Augsburger M-Payment-Forschung beim Los Angeles Global Mobility Roundtable

18.06.2007
Pousttchi: "Unser Vorsprung vor den USA schmilzt, aber der deutsche Markt bietet nach wie vor die Chance für sinnvolle Lösungen." / EU-Projekt SEMOPS wird Bezahlung über Ländergrenzen ermöglichen.

Auf dem deutschen Markt ist es zum Thema Mobile Payment bisher weitgehend bei Ankündigungen geblieben. In den USA stößt die M-Payment Forschung der Universität Augsburg unterdessen auf großes Interesse bei Experten aus Wissenschaft und Industrie, die sich jüngst zum Los Angeles Global Mobility Roundtable zusammenfanden. Ebenfalls mit Argusaugen beobachtet wird dort ein aktuelles EU-Projekt zu einem kooperationsorientierten und länderübergreifenden mobilen Bezahlsystem.

In Los Angeles fand kürzlich die neben der International Conference on Mobile Business weltweit bedeutendste wissenschaftliche Konferenz für die Mobile-Branche statt, das "Global Mobility Roundtable", dessen Veranstaltungsort turnusmäßig zwischen den USA, Europa und Asien wechselt. In diesem Jahr wurde die Konferenz von der University of Southern California in Los Angeles ausgerichtet. Der einzige deutsche Vortrag wurde von Dr. Key Pousttchi, dem Leiter der Arbeitsgruppe Mobile Commerce am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg, gehalten. Pousttchi referierte über die Verbrauchersicht auf das M-Payment und stellte die Studie "Akzeptanzkriterien für mobile Bezahlverfahren (MP3)" vor. Die Studie wurde durch eigene Forschungsmittel der Universität Augsburg finanziert, eine erweiterte Untersuchung wurde im Rahmen des EU-Projektes SEMOPS (Secure Mobile Payment Services) möglich. Es war nicht das erste Mal, dass die Forschungsergebnisse der Augsburger Arbeitsgruppe in den USA aufhorchen ließen: Bereits 2003 gab es auf der International Conference on Mobile Business in New York für eine Arbeit zu mobilen Geschäftsprozessen einen Best Paper Award.

Vorsprung vor den USA schmilzt

Bei der Anwendung von Mobilfunktechnologien hat Europa bisher noch einen Vorsprung von etwa einem Jahr auf die USA - ein Vorsprung, der früher doppelt so groß war und weiter schmilzt, wie Pousttchi meint: "Mobilfunkunternehmen und Banken in den USA zeigen zum Beispiel großes Interesse an dem EU-Projekt SEMOPS, einem universellen mobilen Bezahlsystem für Zahlungen im E- und M-Commerce ebenso wie beim stationären Händler und im Automatenszenario. Es basiert auf endgeräteunabhängigen offenen Standards und setzt auf ein standardisiertes Verfahren zwischen Mobilfunkanbietern und Banken." Das technische System wurde seit 2002 im Rahmen eines EU-Projektes mit Partnern wie T-Mobile, Vodafone und verschiedenen europäischen Banken entwickelt. Seit Januar 2007 befindet es sich in der Phase SEMOPS II. Dabei wird es auf Testmärkten in Italien, Griechenland und Ungarn eingesetzt. Parallel dazu werden M-Payment Geschäftsmodelle untersucht und entwickelt. Als einziger deutscher Partner ist die Universität Augsburg mit der Geschäftsmodellforschung befasst. Derzeit entsteht in Augsburg zum einen ein universeller "Mobile Payment Business Model Framework" zur Analyse und Konstruktion unter den besonderen Bedingungen des M-Payment; zum anderen wird an der Erweiterung des Mobile-Payment-Referenzmodells zur Anwendung auf ein transnationales System gearbeitet.

Reges US-Interesse an M-Payment-Forschung

Auch über SEMOPS hinaus findet M-Payment in der Forschung in den USA inzwischen großes Interesse. So wird das US-Wissenschaftsjournal "Electronic Commerce Research and Applications" Anfang 2008 eine Sonderausgabe zur M-Payment-Forschung herausbringen. Im internationalen Herausgebergremium wirken dabei neben Professor Rob Kauffman (University of Minnesota) die M-Payment-Experten Professor Elaine Lawrence (University of Technology Sydney), Stamatis Karnouskos (SAP Research) und Key Pousttchi (Universität Augsburg) als eingeladene Gastherausgeber mit. Doch nicht nur aus den USA, auch aus Kanada haben die Augsburger Wissenschaftler bereits Anfragen erreicht. Dort haben sich die drei nationalen Mobilfunkbetreiber Bell, Rogers und Telus zu dem Konsortium WPS (Wireless Payment Services) zusammengeschlossen, ohne jedoch bisher so recht voranzukommen.

Sinnvolle Lösungen auch in Deutschland möglich

In Europa gibt es in Spanien und neuerdings auch in Belgien nationale Kooperationslösungen zwischen allen Mobilfunkanbietern und marktführenden Banken. In Deutschland war ein entsprechender Ansatz mit dem "National Roundtable M-Payment" vor zwei Jahren gescheitert. Den deutschen Markt aufgegeben hat Pousttchi aber nicht: "Wir haben die Modelle von 2005 inzwischen wesentlich weiterentwickelt und sind optimistisch, dass sinnvolle Lösungen möglich sind. Was der deutsche Markt dazu braucht, ist eine Bank, die sich mit einem wirklich guten Konzept aus der Deckung wagt." Hinter den Kulissen, meint Pousttchi, gebe es dabei durchaus spannende Bewegungen, aber den letzten Schritt wage dann bisher doch niemand.

MCTA 2008 im kommenden Januar in Augsburg

Der aktuellen Stand zum M-Payment in Deutschland kommt spätestens Anfang nächsten Jahres wieder auf den Prüfstand: Am 28. und 29. Januar 2008 wird in Augsburg die 8. Konferenz "Mobile Commerce Technologien und Anwendungen" (MCTA 2008) stattfinden. Mit bis zu 200 Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie ist die MCTA seit vielen Jahren Treff der einschlägigen Experten.

Über die Forschungsgruppe "Mobile Commerce":

Die Arbeitsgruppe Mobile Commerce (Kurzbezeichnung: wi-mobile) ist mit Anwendungen der Mobilfunk- und weiterer drahtloser Kommunikationstechnologie befasst. Gegründet 2001 am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg (Prof. Dr. Klaus Turowski), integriert sie als Forschungsgruppe modernen Typs in einem Drei-Säulen-Modell Forschungsprojekte auf internationalem Niveau, Beratungsprojekte für namhafte Unternehmen und staatliche Einrichtungen sowie Lehrveranstaltungen für Studenten und Industrieteilnehmer. Besondere thematische Schwerpunkte bilden Mobile Payment/Mobile Banking, Mobile Marketing, mobile Geschäftsprozesse und Wertschöpfungszusammenhänge in Mobilfunkmärkten. Die Gruppe wird von Dr. Key Pousttchi geleitet. Eines der Markenzeichen von wi-mobile ist seit vielen Jahren die Konferenz "Mobile Commerce Technologien und Anwendungen (MCTA)", die längst über ihre Kernthemen Mobile Commerce und Mobile Payment hinausgewachsen ist und mit offener, konstruktiver Diskussion aktuellen Mobilfunkthemen auf den Grund geht.

Die Arbeitsgruppe Mobile Commerce im Web: http://www.wi-mobile.de

Pressekontakt:

Dr. Key Pousttchi
Arbeitsgruppe Mobile Commerce (wi-mobile)
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon +49 (177) 6319508
key.pousttchi@wi-mobile.de
Informationen über das EU-Projekt SEMOPS:
András Vilmos
General Manager
Telefon +36 (1) 212 4321
info@semops.com
http://www.semops.com

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.wi-mobile.de
http://www.semops.com

Weitere Berichte zu: Commerce EU-Projekt Key Los Angeles M-Payment Mobile Mobility Payment Roundtable SEMOPS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg
10.07.2020 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie
10.07.2020 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics