Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Ordnung ist das halbe Leben

29.01.2007
Dem Bilderchaos Herr werden - in Zeiten der digitalen Fotografie ist Unterstützung beim Archivieren von Bildern sehr gefragt. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT sowie des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik HHI stellen auf der CeBIT in Halle 9, Stand B36 neue intelligente Technologien vor, die in der digitalen Bilderflut Ordnung schaffen.

Man hat es quasi vor Augen: das Foto aus Malaga vor drei Jahren. Die ganze Familie war damals beim Sonnenuntergang am Strand. Nur, wo ist das Bild bloß gelandet? Seitdem es Digitalkameras gibt, ist Fotografieren zum Volkssport geworden. Tausende von Bildern entstehen in kürzester Zeit und füllen Gigabytes der Festplatte. Wer aber nach Jahren seine Schnappschüsse noch wiederfinden möchte, muss sorgfältig Ordnung halten und wie bei Papierfotos auch, die digitalen Bilder "beschriften". Damit haben sowohl Profis als auch schnappschusswütige Amateurfotografen zu kämpfen.

In Zukunft könnte das System aceMedia diese lästige Arbeit erledigen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT stellen auf der CeBIT einen Prototypen vor, der Bilder beim Speichern auf der Festplatte selbständig und intelligent organisiert. Das Projekt wird von der EU gefördert.

aceMedia untersucht neue Bilder hinsichtlich einer Vielzahl von visuellen und inhaltlichen Eigenschaften. Bei der Analyse entgeht aceMedia kaum etwas: Das System kann beispielsweise erkennen, ob eine Aufnahme drinnen oder draußen gemacht wurde. Ebenso weiß aceMedia, ob es eine natürliche oder eine künstliche Landschaft vor sich hat und unterscheidet so das Strandpanorama von der Skyline. Auch Gesichter kann sich das System einprägen. Erkennt aceMedia ein Gesicht wieder, ordnet es dem Bild den Namen der Person zu.

Automatisch "beschriftet" das System dann jedes Bild entsprechend seiner Merkmale. Experten nennen diese digitalen Beschriftungen auch Metadaten. Anhand dieser lässt sich ein Bild jederzeit leicht wiederfinden. Eine weitere Funktion von aceMedia: es kann Bilder und Videos auch automatisch in Sammlungen nach Themen oder Zeiträumen ordnen.

Bei so viel digitaler Ordnung findet der Nutzer das gesuchte Bild der Familie am Strand von Malaga leicht wieder, ebenso wie etwa die Bilder der Kinder oder alle Fotos mit Sonnenuntergängen. Suchen kann der Anwender entweder indem er das gewünschte Stichwort eingibt, oder aber ein Beispielbild auswählt, zu dem aceMedia dann alle visuell ähnlichen Bilder anzeigt. "aceMedia wurde von Anfang an nach den Bedürfnissen von Anwendern entwickelt. Die gelungene Kombination neuer Verfahren verspricht eine einfache Handhabung, Flexibilität und Vergnügen pur", sagt Projektleiterin Barbara Schmidt-Belz. aceMedia unterstützt damit sowohl professionelle Fotografen und Bilderagenturen als auch Hobbyknipser bei der Archivierung ihrer digitalen Bildbestände.

Eine mobile Lösung bei der Suche nach der Nadel im Bilderhaufen bietet der Pocket-PC Photobrowser - ein Programm zur Archivierung großer Bildbestände auf mobilen Handheld-Geräten. Entwickelt haben das System Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI. Der Pocket-PC Photobrowser lässt sich leicht bedienen: Gibt der Nutzer beispielsweise ein Bild mit einem Schiff vor, erhält er in wenigen Sekunden alle Fotos angezeigt, auf denen ebenfalls ein Schiff zu erkennen ist. Ähnlich wie aceMedia analysiert der Pocket-PC Photobrowser die einzelnen Bilder nach verschiedenen Merkmalen und speichert die entsprechenden Metadaten dazu ab.

Der Clou an Pocket-PC Photobrowser: trotz riesiger Datenmengen, ist selbst ein Handheld-Gerät in der Lage, binnen von Sekunden tausende Bilder zu durchforsten und das gewünschte Bild zu finden. Normalerweise können solche Aufgabe nur leistungsfähige Rechner bewältigen. "Der Pocket-PC Photobrowser erzeugt von jedem Bild ein Thumbnail, also ein Miniaturbild, aus dem die Metadaten analysiert werden. Die Datengröße eines Thumbnails beträgt jedoch nur ein Bruchteil der Größe der Originaldatei. Auf diese Weise kann die Software sehr viele Bilder in kurzer Zeit nach gewünschten Merkmalen durchsuchen", erklärt Projektleiter Thomas Meiers. Bisher ist es bei mobilen Endgeräten lediglich möglich, Bilder anzeigen zu lassen; eine Suchfunktion existiert für Handhelds noch nicht. Die Fraunhofer-Forscher gehen davon aus, dass der Pocket-PC Photobrowser in etwa einem halben Jahr auf den Markt kommen kann. Der Photobrowser kann auf jedem Handheldgerät mit einem mobilen Windows-Betriebssystem, wie etwa Windows Mobile 2005, installiert werden.

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/01/Presseinformation300107.jsp

Weitere Berichte zu: Metadaten Photobrowser Pocket-PC Thumbnail

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht One step ahead: Adaptive Radarsysteme für smarte Fahrerassistenz
20.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

nachricht Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit
19.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics