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Saarländer durchforstet als erster die Fehlerdatenbank von Microsoft

01.06.2006


Die aufwendige Suche nach Fehlern in großen Computerprogrammen ist für Softwareentwickler zeit- und nervenaufreibend und treibt die Entwicklungskosten in die Höhe. Hunderttausende von Befehlszeilen müssen unter Umständen durchsucht werden, um einen einzigen Fehler im Programm aufzuspüren. Mit neuen Strategien zur automatischen Fehlersuche können diese Probleme bald der Vergangenheit angehören.


Andreas Zeller, Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes, hat eine Software entwickelt, die vollautomatisch genau die Stellen in Computerprogrammen bestimmt, die einen Fehler verursachen. Diese für Hersteller wichtige Informationen werden von Experten ausgewertet, um die Qualität der Software mit der nächsten Version zu verbessern.

Prominentes Beispiel für den Einsatz des automatisierten Fehlersuchprogramms von Andreas Zeller ist der Software-Riese Microsoft. Der Informatikprofessor durfte als erster Wissenschaftler die Datenbanken von Microsoft systematisch durchsuchen. Hier werden alle eingehenden Fehlerprotokolle der Anwender dokumentiert. Die Analyse ist aufwendig, da verschiedene Faktoren, wie Komplexität des Fehlers, das Vorhandensein bestimmter auch in anderen Situationen zu Fehlern führende Programmmerkmale oder aber die Person des Programmierers, der den Fehler verursacht oder behoben hat, eine Rolle spielen. Mit Wenn-Dann-Aussagen werden Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten aufgedeckt, um den Fehlerursachen auf die Spur zu kommen. Somit können nicht nur die fehlerträchtigen Stellen gefunden, sondern auch Prognosen für ihr Auftreten erstellt werden.


Die Vorhersage, in welchen Teilen eines Produktes in Zukunft Fehler auftreten, ist für Microsoft von großem Interesse, da diese Stellen besonders sorgfältig geprüft werden müssen. Aktuell nutzt Microsoft dieses Wissen, um das Betriebssystem Windows Vista, das kurz vor der Markteinführung steht, auf die Anfälligkeit von Fehlern zu testen. Zeller hat im Vorfeld bereits eine Prognose abgegeben: Stimmt seine Vorhersage, ist ihm ein Beratervertrag bei Microsoft sicher.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Zeller
Lehrstuhl für Softwaretechnik
Universität des Saarlandes
Im Stadtwald
66123 Saarbrücken
Tel.: (06 81) 3 02-6 4010
E-Mail: zeller@cs.uni-sb.de

Helga Hansen | Innovationseinblicke Saarland
Weitere Informationen:
http://www.st.cs.uni-sb.de/zeller
http://www.innovation.saarland.de

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