Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Karl-Steinbuch-Stipendiat macht mit innovativer Open-Source Internet-Auktionsplattform Ebay und Co Konkurrenz

12.05.2005


Markus Block, Student an der Hochschule der Medien in Stuttgart hat mit seinem Karl-Steinbuch-Stipendium einen Prototyp für einen Open-Source Auktionsservice programmiert, der komplett verteilt im Netzwerk abläuft und keinen zentralen Server mehr benötigt. Damit können Auktionen schneller, einfacher und mit weniger Aufwand abgewickelt werden. Das Karl-Steinbuch-Stipendium fördert innovative IT- und Medienprojekte von Studierenden in Baden-Württemberg. Nächster Einreichtermin für Bewerbungen ist der 31. Mai 2005.


Auktionen im Internet sind eine Erfolgsgeschichte. Millionen von Menschen verkaufen und ersteigern im Internet täglich Produkte, vom neuen Handy über Turnschuhe bis hin zum Gebrauchtwagen. An jeder Transaktion verdient das Auktionshaus. Inzwischen müssen die Versteigerungshäuser täglich mehrere Millionen Datensätze von Produkten auf zentralen Computern verwalten, was zu einem hohen Einsatz von Rechen-, Speicher und Sicherheitslösungen führt.

Dieses Problem löst das Projekt „Tradingcenter“ von Markus Block. Warum sollen zentrale Server diese Funktion übernehmen, wenn es doch viel einfachere und kostengünstigere Lösungen gibt, dachte sich der 28-jährige Student der Medieninformatik aus Esslingen. Sein Lösungsansatz basiert auf dem peer-to-peer Ansatz, der komplett im Internet ohne zentralen Server läuft. „Das peer-to-peer Konzept kennt man von Musik- und Filmtauschbörsen im Internet, die ohne zentralen Server ausgekommen sind. Im Gegensatz zu diesen illegalen Anwendungen kann man dieses Tauschprinzip auch für Auktionsplattformen verwenden – nur hat es bislang noch niemand versucht“, beschreibt Markus Block seine Motivation für das Projekt. Der Vorteil von p2p Technologien besteht darin, dass keine zentralen Komponenten benötigt werden und dadurch die Kosten für den Unterhalt teurer Server entfallen. Jeder, der die Software von Markus Block installiert hat, kann unter Gleichgesinnten, die ebenfalls das TradingCenter nutzen, kostenlos Auktionen anbieten und Gebote abgeben.


In einem halben Jahr hat der Student – neben seinem Studium an der Hochschule der Medien – das Projekt unter der Betreuung von Professor Walter Kriha von der Fakultät für Medieninformatik an der Hochschule der Medien umgesetzt. „Markus Block hat in diesem Projekt meine Erwartungen deutlich übertroffen“, kommentiert Professor Kriha die Ergebnisse des Prototyps, die unter tradingcenter.jxta.org für jedermann zugänglich sind. „Er hat eine grafische Benutzeroberfläche entwickelt und ungelöste Probleme, beispielsweise bei Sicherheitsprotokollen, elegant gelöst“, so der Mentor des Stipendiaten weiter. Der begeisterte Hobby-Musiker Markus Block plant, sein Projekt auch in Zukunft weiter zu betreuen und voranzutreiben: beispielsweise ist die Internationalisierung der Anwendung geplant, um länderspezifische Details wie Zeit und Währung einfacher umzusetzen.

Auch für Klaus Haasis, Geschäftsführer der MFG Stiftung, die das Karl-Steinbuch-Stipendium vergibt, steht das Projekt als Beispiel für die innovativen Ideen, die gefördert werden sollen. „Gerade an der Schnittstelle von Kreativwirtschaft und mit dem IT-Sektor wollen wir junge Studierende aus Baden-Württemberg fördern,“ fasst Haasis die Zielsetzung des Stipendiums zusammen.

Der nächste Einreichtermin für Bewerbungen um das Karl-Steinbuch-Stipendium ist der 31. Mai 2005. Das mit bis zu 9.600 Euro pro Jahr dotierte Stipendium richtet sich an Studierende aus Baden-Württemberg, die ein innovatives IT- und Medienprojekt umsetzen möchten.

Jennifer Bader | MFG Stiftung Baden-Württemberg
Weitere Informationen:
http://www.karl-steinbuch-stipendium.de

Weitere Berichte zu: Medieninformatik Open-Source Server Stipendium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne
20.07.2018 | Universität Rostock

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics