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In verborgene Welten blicken

15.02.2005


Gefilmte Bilder mit solchen aus dem Computer zu überlagern, ist in einigen industriellen Anwendungen bereits Usus. In Touristik, Unter-haltung und Pädagogik will ein modifiziertes Fernrohr vordringen. Seine ersten Auftritte hat es auf der CeBIT und an der Grube Messel.



Beim ersten Anblick der Grube Messel bei Darmstadt dürften die meisten Besucher enttäuscht sein. Was sie sehen, ist eine große kahle Delle in der Landschaft und kein spektakuläres Weltnaturerbe der UNESCO. Kein Wunder, ist doch der Reichtum dieser bedeutenden Fossilienfundstätte seit Jahrmillionen im Ölschiefer eingebettet. Erst die Arbeit von Geologen und Archäologen erschließt dem fantasiebegabten Laien versunkene Zeitalter voller katzenkleiner Urpferdchen, daumengroßer Schlammfische oder riesiger Ameisen. Selbst zu graben ist natürlich verboten und so behilft sich die Betreibergesellschaft mit dem Aufbau eines Kommunikations- und Informationszentrums. Eines der Exponate ist ein Hightech-Fernglas, eine Weiterentwicklung des Münzfernrohrs, wie es von touristischen Aussichtspunkten her bekannt ist. Ab April werden es Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD installieren.



Das Visualisierungssystem arbeitet mit erweiterter Realität (augmented reality AR) – eine reale Ansicht wird mit einer computergenerierten überlagert. Vorn am AR-Teleskop ist eine Kamera angebracht, die die Szene filmt. Den rechnerischen Mix der Bilder zeigt ein kleiner Monitor an, der sich – anstelle des Okulars – hinten befindet. So erscheinen in der Landschaft Schnittbilder der geologischen Schichten, die um Graphiken und Texte der spektakulärsten Fossilienfunde ergänzt werden. Wie bei jeder AR-Anwendung benötigt der Rechner Informationen, in welcher Richtung der Betrachter gerade blickt (tracking). In diesem Fall messen Sensoren den horizontalen und vertikalen Winkel des Fernrohrs. Da es ortsfest ist, lassen sich die Bilder sehr präzise und weitgehend ruckfrei überlagern, was bei Systemen, die im Raum frei beweglich sind, nicht immer überzeugend wirkt.

Vom 10. bis 16. März ist das Fernrohr bereits auf der CeBIT in Hannover zu sehen (Halle 9, Stand B36). Dort suchen seine Entwickler Kontakt zu weiteren Kunden aus den Bereichen Touristik, Unterhaltung aber auch Architektur, denn verschiedenste virtuelle Szenen sind denkbar. Mit einem einfachen graphischen Editor können Anwender ihre Szene komponieren: Per Drag&Drop lassen sich verschiedenste Objekte anordnen. »Der Münzautomat besitzt nebenbei gerade im Tourismus den Vorteil, die Investition wieder hereinzuholen«, betont Didier Stricker, Leiter der IGD-Abteilung Virtuelle und Erweiterte Realität. »Unser Hauptziel ist jedoch, Menschen für eine Technik zu begeistern, die wohl erst in etwa zehn Jahren unser Alltagsleben erobern wird.«

Didier Stricker | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

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